55.Reisetag - Montag, 13.02.2017 Aitutaki/Cook Islands

Um 7.00Uhr fiel der Anker vor dem Aitutaki-Atoll. Die Einfahrt in die Lagune ist zu schmal und zu seicht für die Artania, deshalb ankerten wir außerhalb. Aitutaki gehört zu den Cookinseln und ist laut Reiseführer eine der schönsten Südseeinseln. Die Cookinseln sind politisch ein selbstverwaltetes Territorium in freier Assoziierung mit Neuseeland.

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Aus der Entfernung sah die Tendersituation gar nicht so dramtisch aus, aber die Strömung und Brandung hätte die Durchfahrt durch die enge Einfahrt zu einem unkalkulierbaren Wagnis gemacht.

Dass wir heute aber nicht an Land kommen sollten, war uns schon vor der entsprechenden offiziellen Verlautbarung klar.
Normalerweise erfolgt um halb acht die erste Durchsage durch den Vize-Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer, dass wir vor Anker liegen und ab wann mit dem ersten Tendern gerechnet werden kann. Diese Durchsage kam diesmal nicht, sondern ich wurde wie an Seetagen durch den Wecker beim Schlafen gestört. So war es auch schon bei der Osterinsel und Pitcairn gewesen.
Um viertel vor acht kam Doris von ihrem ersten Deckrundung zurück in die Kabine (sie steht lange vor mir auf) und berichtete, dass das erste Tenderboot, das noch ohne Passagiere als Scout fungiert, um die Lage an Land zu erkunden, an der schmalen Einfahrt in die Lagune gescheitert war, weil die Strömungen zu stark waren.
Kurz vor acht kam dann die Durchsage vom Kreuzfahrtdirektor höchstpersönlich, dass leider usw. ….

Also Anker wieder hoch und mit Volldampf zum nächsten Ziel, die Insel Rarotonga, die ebenfalls zu den Cookinseln gehört. Um 16.00 Uhr sollten wir dort sein.

Plötzlich war genügend Zeit, um zu versuchen, den 7. Blogeintrag online zu stellen. Im Blog-Beitrag vom 24.1.2017 (6. Blogeintrag) lobte ich noch die ausreichende Geschwindigkeit der Internetverbindung auf dem Schiff, das muss ich für heute revidieren. Nur im Zeitlupentempo trödelten die Bits und Bytes durch das Netz und es dauerte 2 Stunden, bis das letzte Bild und die letzten Texte, alles zusammen schlappe 25 MB, endlich online waren.

Am Nachmittag erfuhr ich zufällig während der nachmittäglichen Kaffeestunde, dass jeder andere Kapitän im Aitutaki-Atoll getendert hätte, nur unser bordeigenes Weichei nicht. Die Expertenrunde, die dieses nautische Statement zum Besten gab, wurde bereits von Udo Jürgens in seinem Hit „Aber bitte mit Sahne“ genauestens beschrieben. Besagte Damen beschlossen auch, künftig nur noch auf einem Phoenix-Schiff zu fahren, wenn man ihnen garantiert, dass ein ihnen genehmer Kapitän es steuern wird. Vielleicht wäre ihnen ein Kapitän Francesco Schettino lieber gewesen (Er hatte am 13.1.2013 die Costa Concordia aus Leichtsinn auf Grund gesetzt. Es gab 32 Todesopfer)

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Morgen ist Valenentinstag. An der Herzform der Deko muss allerdings noch ein wenig gearbeitet werden.

Gegen 16.00 Uhr erreichten wir Rarotonga und gegen 17.00 wurde mit den Tendern an Land begonnen. Da wir aber wegen der längeren Wartezeiten für einen Platz in einem der ersten Tender erst viel später an Land gekommen wären und der letzte Tender bereits um 19.30 Uhr (kurz vorm Dunkelwerden) zurückfahren sollte, verzichteten wir auf den Landgang. Dafür war auch noch morgen genügend Zeit sein.

Auch für den heutigen Ausfall eines Reiseziels gab es wieder ein Trostpflästerchen. Phoenix war es gelungen kurzfristig für den heutigen eine Folkloregruppe aus Rarotonga zu engagieren.

 

56.Reisetag - Dienstag, 14.02.2017 Rarotonga/Cook Islands

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Frühmorgens waren die Wetteraussichten eher trübe. Aber das sollte sich aber ganz schnell ändern.

Um 7.15 Uhr für bereits der erste Tender wieder an Land, aber da standen wir gerade erst auf. Um halb zehn ging es dann los. Die Idee zu eventuell zu baden hatten wir gestrichen. Es hatte die ganze Nacht geregnet und der Himmel war immer noch total bewölkt mit dunklen drohenden Wolken.

An der Tenderpier werden Tickets für verschiede Transfer und Tourangebote verkauft. Wir entscheiden uns für eine Inselrundfahrt. Unser Transportmittel ist ein Minibus und wie bekommen die letzten freie Plätze - vorne beim Fahrer, also die besten Plätze. Soviel Glück haben wir eigentlich selten, weil die besten Plätze, egal wo, schon immer besetzt sind, wenn wir kommen.

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Auf der Ringstraße von Rarotonga (Achtung! Linksverkehr!)

Die Tour kostete 10 Neuseeland-Dollar (Newsealand Dollar - NZD) oder 10 Euro oder 10 US-Dollar. Man operierte hier nämlich mit einem sehr einfach gestalteten Wechselkurssystem. Da wir uns zu Hause schon mit NZD eingedeckt hatten, zahlten wir auch damit. 10 NZD sind nämlich nur 6,50 €.

Die Ringstraße um die Insel ist 36 Kilometer lang, die wir in knapp 2 Stunden mit einigen Fotostopps zurücklegten. Die Insel besteht in der Hauptsache aus Bergen und nur der Schmale Küstenbereich von vielleicht einem Kilometer breite ist bewohnt.

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Fotostopp

Es gab nichts Spektakuläres zu sehen, aber trotzdem hat es uns hier am besten gefallen, hier war alles irgendwie stimmig. Die eingeschossigen Häuser sind einfach, aber sehr gepflegt, es ist sauber, die Natur und die Vegetation sind schön, typisch tropisch eben. Hier könnte man getrost Urlaub machen, die entsprechende Infrastruktur ist da, aber nicht aufdringlich und kein Massentourismus. Hier mal eine Karaoke-Bar, ein Restaurant, dort ein Anbieter für Bootsfahrten. Man könnte sich einen Motorroller mieten, um beweglich zu sein und sich eine Bucht zum Schwimmen suchen. Hier ist es einfach unaufdringlich schön. Aber der lange Flug dorthin wird uns wohl vor einem Urlaub dort abhalten

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Sogar die Böschungen am Strand werden gemäht.

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Hühnerställe gibt es hier nicht. Überall sah man die freilaufenden Hühner. Die Eier schmecken bestimmt sehr gut.

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Kommerz und ...

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... Natur, ganz dicht beieinander

Um 14.00 Uhr legten wir schon wieder ab. Bis zur Nordinsel Neuseelands werden wir vier Tage unterwegs sein.

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Die Erinnerung an den Valentinstag erfolgte sowohl an Land ...

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... als auch an Bord. Hier hatte man auch mittlerweile die Herzform mit den Ballons ganz gut hinbekommen.

 

57.Reisetag - Mittwoch, 15.02.2017 Seetag

Keine besonderen Vorkommnisse!
Am Abend fand die Gästeshow statt. Bei jeder Etappe melden sich immer einige freiwillige Passagiere, die etwas zum Besten geben können oder wollen. Diesmal musste man sich ob der Auftritte nicht fremdschämen. Es gab schon Nummern, die gingen etwas plump und wenig lustig unter die Gürtellinie oder die Gesangsdarbietung ließ die Mich sauer werden.
Diesmal war aber alles soweit  OK. Die Solo-Gesangsnummern, der Auftritt des Artania-Chors, der sich auf jeder Reise neu formiert und die Damen der Hula- Tamouré-Tanzformation, die sich bei den Landgängen das nötige Outfit in Form von Blumenketten, bunten Tüchern etc. besorgt hatten bekamen zu recht den verdienten Applaus. Einige heitere bis besinnlichen Gedichtchen und ein paar Sketche, mal mehr und mal weniger lustig rundete das Programm ab, dessen Moderation ebenfalls von zwei Passagieren übernommen wurde.

 

58.Reisetag - Donnerstag, 16.02.2017 Seetag

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An Seetagen hat der Fotoshop ganztätig geöffnet und die Geschäfte scheinen ganz gut zu laufen. Die Fotografen des Fotoshops fotografieren die Passagiere in allen Lebenslagen, an der Gangway beim Landgang, bei den Ausflügen, in den Restaurants bei den Galaabenden, bei den Schiffsevents wie Frühschoppen, Ablegeparty, Tanz unterm Sternenhimmel usw. So werden pro Tag geschätzte 400 -800 Fotos geschossen und gleich davon Papierabzüge gemacht. Diese werden auf mehreren großen Fotowänden präsentiert
Im Zeitalter der Digitalfotografie dürfte dieses Geschäft gar nicht mehr funktionieren, aber es funktioniert. Das hat meines Erachtens 3 Gründe:

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1) Die Fotos befinden sich auf den Fotowänden nicht hinter Glas, sondern man kann sie in die Hand nehmen und sich genau betrachten. Und dadurch wächst auch die Begehrlichkeit, das Foto zu besitzen.
2a) Jeder der selbst fotografiert ist seltener selbst auf den eigenen Bildern abgelichtet und freut sich, auch einmal auf einem Foto drauf zu sein.
2b) bei Paaren gibt meist nur es wenige selbstaufgenommene Fotos, auf denen beide gleichzeitig zu sehen sind. Diesen Mangel beseitigen die Schiffsfotografen.
3) In die Fotos werden digital Beschriftungen, Grafiken, Landkarten und Sehenswürdigen eingeblendet, sodass sie mehr einer Postkarte ähneln und man sofort sieht wo bzw. zu welchem Anlass die Aufnahme entstanden ist. So unterscheiden sie sich markant von den selbstgemachten Bildern.
Außerdem kann noch Schlüsselanhänger und Magnete mit dem eigenen Konterfei erwerben.

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Die Bordfotografen im Einsatz

Ein Foto kostet 6 Euro. Manchmal gibt es Sonderangebote, „Nimm 3 und bezahle nur 2“.
Auch wir haben schon das ein oder andere Foto gekauft, wenn wir gut getroffen waren. Dabei zog bei uns das Argument Nummer 2. Das zusätzlich eingeblendete Gedöns wiederum (Punkt 3) finden wir nicht so doll, nehmen es aber in Kauf.
Aber die meisten Bilder von uns sind Ladenhüter und landen zusammen mit tausenden anderen Papierbildern im Müll.

59.Reisetag - Freitag, 17.02.2017 Datumsgrenze - Tag entfällt

Das Phänomen, dass wegen Passierens der Datumsgrenze ein Bord entfällt habe ich schon einmal im Blog von 2013 lang und breit erklärt. Diejenigen, die das mal gelesen haben, rollen heute noch mit den Augen, wenn man noch einmal auf dieses Thema zu sprechen kommt. Trotzdem hier noch einmal der Link dorthin: Erläuterungen zur Datumsgrenze (2013)

Aber hier versuche ich mich jetzt kürzer zu fassen, also …:
Bei einer Fahrt Richtung Westen wird die Uhr beim Passieren eines jeden 15. Längengrads (Meridian) um eine Stunde zurückgestellt. Dass dies sinnvoll und richtig ist stelle ich mir immer so vor:
Man hat sich auf der Westfahrt ja dann um 15 Längenrade von der im Osten aufgehenden Sonne entfernt und deshalb geht die Sonne an der nun aktuellen Schiffsposition jetzt erst Stunde später auf. Und damit sich der Sonnenaufgang nicht irgendwann auf der Weiterfahrt nach Westen auf den späten Nachmittag verschiebt, stellt man die Schiffsuhr alle 15 Längengrade um eine Stunde zurück. Wenn man dann einmal um die Welt gefahren ist, hat man die Uhr 24 mal um eine Stunde zurückgestellt, denn 360 Grad geteilt durch 15 Grad ergibt genau 24 und wie jedem bekannt, besteht ein Tag genau aus 24 Stunden.
Wenn es keine Datumsgrenze gäbe, wäre nach einer Weltumrundung die Uhrzeit auf dem Schiff und am Start/Zielort zwar wieder gleich, aber der Schiffskalender würde genau um einen Tag hinterherhinken, denn es gab ja auf dem Schiff 24 Tage die eine jeweils Stunde länger als normal gedauert haben (nämlich 25 Stunden) und so hat man am Abreiskalender auf dem Schiff ein Blatt weniger abgerissen als am Start/Zielort.
Reißt man aber genau einmal irgendwann auf der Reise auf dem Schiff an einem Tag zwei anstatt nur ein Kalenderblatt ab, stimmen bei der Ankunft Schiffsuhr und Schiffskalender mit den Uhren und Kalender am Start/Zielort überein.
Jetzt hat man einfach international festgelegt, dass die sogenannte Datumsgrenze beim 180. Längengrad verläuft, als genau in der Hälfte einer Erdumrundung, vom 0. Längengrad (Greenwich) aus betrachtet.
Wenn man auf dem Schiff immer um genau 24 Uhr das Kalenderblatt abreißt und dann zufällig den 180. Längengrad genau um 24. Uhr passiert, muss man in diesem Fall 2 Kalenderblätter abreißen, sodass plötzlich ein ganzer Tag entfällt.
In der Regel überfährt man die Datumsgrenze aber nicht genau24 Uhr. Stellen wir als das foldende Szenario vor. Die Artania  überfährt die Datumsgrenze am 16. Februar 2017 um 11.00 Uhr vormittags. Dadurch „springt“ auf dem Schiff das Datum auf den 17.Februar 2017 und es ist immer noch 11.00 Uhr vormittags. Das heißt auf dem Schiff hat der 16.2 nur 11 Stunden und der 17.2. nur 13 Stunden. Der Es entfällt kein Tag, aber beide Tage sind kürzer und ergeben in der Summe 24 Stunden.
Aber der Einfachheit wegen „tat man so“, als hätte man die Datumsgrenze am 16.2 genau um 24 Uhr passiert, sodass man die beiden Kalenderblätter 16.2 und 17.2 gleichzeitig abreisen musste und man so übergangslos im 18. Februar gelandet ist.

Der Übergang genau um 24 Uhr wurde auf dem Schiff ein bisschen wie Silvester gefeiert. Die Sekunden bis Mitternacht wurden heruntergezählt und man konnte dann über einen auf Deck gezogenen Strich hüpfen, um so den Datumssprung zu vollziehen und erhielt für diese sportliche Leistung gratis einen Wodka

Jetzt müsste man genaugenommen bei meinem Gedankenmodell eigentlich noch berücksichtigen, dass mit dem Überschreiten der Datumsgrenze gleichzeitig auch noch eine neue Zeitzone beginnt, also die Uhr um eine Stunde zurückgestellt wird. Wenn man in die Überlegungen auch noch die Wechsel von Winter und Sommerzeit einbezieht, wird es vollkommen gaga.
Eigentlich genügt es zu wissen, dass wir bis zum Passieren der Datumsgrenze durch das Zurückstellen der Uhren 12 Stunden „gewonnen“ haben. Durch den „Verlust“ eines Tages, also dem Minus von 24 Stunden, können wir einen derzeitigen „Gesamtverlust“ von 12 Stunden (+12 - 24) bilanzieren. Bis wir in Venedig ankommen werden, werden wir noch 12-mal die Uhren um eine Stunde zurückgestellt und somit den derzeitigen Verlust wieder ausgeglichen haben. Somit kommen mit +/- Null aus der Nummer heraus.

Naja, so ganz kurz sind meine Erklärungen zur Datumsgrenze wieder nicht ausgefallen - sorry.

 

60.Reisetag - Samstag, 18.02.2017 Seetag

Der Datumssprung hat noch die ein oder andere kleine Nachwirkung etwa in Form von Kalauern derart: „Gestern hat es überhaupt nichts zu essen gegeben“.

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Diesem virtuellen Fastentag glich das Schiff dahingegen aus, dass, wie auf jeder Etappe der Reise, ein Frühschoppen mit Freibier, Spanferkel und Weißwurst veranstaltet wurde. Zwar nennt sich diese Veranstaltung nicht mehr wie vor zwei Jahren noch „Bayerischer Frühschoppen“, sondern es wird jetzt ein „Stadl Frühschoppen“ zelebriert. Od dieser neue Name etwas mit „political correctness“ zu tun hat kann ich nicht sagen Auf alle Fälle ist die Kostümierung der Kellner immer noch die Gleiche und auch die Phoenix-Leute sind nach wie vor bajuwarisch gewandet.

 

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Am Nachmittag wurde zum Abschieds-Cocktail eingeladen und für den Abend war die Abschiedsgala angesagt. In drei Tagen ist wieder eine Etappe zu Ende.

 

61. Reisetag - Sonntag, 19.02.2017 Tauranga/Neuseeland

Heute war zunächst einmal ein ganz normaler Seetag, zumindest bis 20.00 Uhr. Normaler „Schiffsalltag“ am Vormittag. Der Nachmittag hatte dann etwas mehr zu bieten. Wir passirrten die Insel White Island in der Bay of Plenty. White Island oder Whakaari wie die Insel in der Sprache der Māori, den Ureinwohner Polynesiens, heißt, ist die einzige aktive Vulkaninsel Neuseelands. Aus dem Erdinneren steigen Rauchschwaden und schweflige Dämpfe auf, was das Herz der Fotografen an Bord höher schlagen ließ. Die Insel ist unbewohnt. Früher wurde hier einmal der Schwefel abgebaut. Heute treibt es nur noch Vulkanologen und angeblich auch Tagestouristen auf die Insel. Auch Phoenix bot einen Helikopterausflug von unserem heutigen und Zielhafen Tauranga auf die Insel an (750 €). Wir erreichten die Insel gegen 15.00 Uhr und der Kapitän ließ es sich nicht nehmen, uns eine Runde um die Insel zu spendieren. Die anfängliche Enge ob der vielen „Vulkanologen“ an den Relings auf den Außendecks ebbte gegen 15.30 merklich ab, denn da begann im Restaurant „Vier Jahreszeiten“ auf Deck 2 die Kaffeestunde.

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Der "Hausberg" von Maunganui

Gegen 20.00 Uhr erreichten wir den Hafen von Tauranga/Neuseeland, d.h. eigentlich nicht direkt dort, sondern im Vorort Mount Maunganui. Der Ort heißt so, wie der gleichnamige Berg, ein erloschener Vulkan. Er ist zwar nur 230 Meter hoch, sein Anblick beherrscht aber das gesamte flache Umland. Ein wirklich schönes Bild in der Abendsonne, der uns während des Einlaufens geboten wurde.
Nach dem langen Törn durch die Südsee hatten wir die Nordinsel Neuseelands erreicht.

Nach mehr als 4 Tagen auf See, war der Landgang unumgänglich, obwohl es mittlerweile schon dunkel geworden war. Eine Jacke war mittlerweile am Abend auch wieder von Nöten, denn wir hatten mit Überschreiten des südlichen Wendekreises schon vor drei Tagen die tropische Zone verlassen.

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In der Nähe des Hafens befand sich eine Bushaltestelle und ich wunderte mich warum dort so viele Leute vom Schiff dort auf den Bus warteten. Wir waren informiert worden, dass die Linie 1 und 2 für wenig Geld in das 7 Kilometer entfernte Zentrum von Tauranga fahren würde. Aber das so viele die Fahrt am Abend noch antreten wollten?
Des Rätsels Lösung wurde mir schnell vor Augen geführt, als ich neben der Haltestelle das Schild „Free WiFi Zone“ entdeckte.

 

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Freies WiFi sollte als Grundrecht in die Charta der vereinten Nationen aufgenommen werden

 

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Sehr viele Menschen hier sind reich und großflächig tätowiert, in der Regel mit klassischen Motiven, wie sie seit Jahrhunderten von und bei den Māori gestochen werden. Bei dieser jungen Dame sind allerdings neuzeitlichere Tatoo-Motive zu bewundern. .

Ein paar Meter weiter brodelte schon das „Nachtleben“. Auf der Hauptgeschäftsstraße gab es eine Reihe uriger Kneipen. In einer davon endeckten wir einige Bekannte, zu denen wir uns gesellten und gemütlich ein Bier tranken.

 

62.Reisetag - Montag, 20.02.2017 Tauranga/Neuseeland

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Gleich nach dem Frühstück zogen wir los, um den Ort bei Tageslicht zu erkunden. Allerdings stand zunächst ein Friseurbesuch. Gleich am Hafenausgang, noch vor der Bushaltestelle mit WiFi, stand ein wahnwitziges Motorrad mit Platz für 5 Personen. Der Besitzer von diesem Gefährt, der damit Touren anbietet, konnte und in Sachen Friseur weiterhelfen, indem er uns den Weg dorthin beschrieb.
Dort angekommen, stellten wir fest, dass der Laden montags geschlossen hat - logisch, montags haben die Friseure weltweit ihren freien Tag. Zum Glück endeckten wir noch eine Friseurin, die sich nicht an die globale Regelung der Innung gehalten hatte.

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Der Orts ist touristisch geprägt, wirkt aber keinesfalls überlaufen

Aber jetzt stand unserer Erkundung nichts mehr im Weg. Wir stellten fest, dass die Menschen hier äußerst locker, offen und freundlich sind, Straßen, Häuser und Parks absolut sauber und gepflegt sind und die Preise für alles exorbitant hoch sind.
Auch in Sachen Ordnungsgeld ist man hier nicht kleinlich. Wenn die Hinterlassenschaft von Fifi auf einer öffentlichen Wiese nicht im Beutelchen wieder mitgenommen wird oder Waldi trotz eines Verbotsschild einen Kinderspielplatz betritt, kostet das 300 New Zealand Dollars (NZD), das sind ca. 250 Euro.

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Hauptsächlich wurde ja gesurft, aber es gab auch einen einzelnen Schatzsucher am Strand

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Landschaft war Menge vorhanden
 

 

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Jeder durfte einmal für ein Foto vor dem Fluggerät posieren

Der Höhepunkt des Tages fand am Nachmittag statt - ein Hubschrauberrundflug. Wir waren neun Leute, die diesen Flug gebucht hatten und wurden vom Veranstalter in einem Minibus abgeholt. Am Flugplatz wurden wir in drei Gruppen aufgeteilt, da der kleine rote Hubschrauber Platz für vier Personen hatte und der Pilot auch unbedingt mitfliegen wollte.
Unsere Gruppe bestand aus Doris, mir und einem weiteren älteren Herren. Eine Dame von der Rundflug-Firma fragte unsere Gruppe, wer denn gerne vorne sitzen möchte und Doris war die reaktionsschnellste beim „Hier“ rufen.

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Keine Angst, das sieht nur so aus, als ob Doris den Hubschrauber fliegen würde. Aber in Neuseeland herrscht auf der Straße Linksverkehr, deshalb ist sowohl bei Autos als auch bei Hubschraubern das Steuerrad auf der rechten Seite.

Beim Einsteigen hätte sie ihren Logenplatz beinahe wieder eingebüßt, weil unser Fluggefährte versuchte vorn neben dem Piloten Platz u nehmen, aber Doris bekam von der Rundflug-Dame Schützenhilfe. Nachdem alle ihre Plätze eingenommen hatten, ging es los. Flug um den „Hausberg“ Maunganui, dann über die Bucht und über den Ort wieder zurück zu dem leinen Sportfliugplatz, von wo wir gestartet waren. Das Vergnügen war zwar nur sehr kurz, nämlich geringfügig mehr als 10 Minuten, aber jeden Euro wert.

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Hubschrauberfliegen ist echt cool

 

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Nachdem wir wieder zum Schiff zurückgebracht worden waren, trabten wir noch einmal in das Städtchen und bestiegen den Hügel „Mont Drury“ (Aufstiegszeit 5 Minuten) und hatten noch einmal einen schönen Rundblick.

 

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Ein netter Kiwi (so bezeichnen sich die Neuseelaänder auch selbst) hat auf dem Mont Drury dieses Foto von uns gemacht

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Auf dem Rückweg zum Schiff begegnete uns noch dieser Mini-Cooper, der zur Strech-Limousine umgebaut worden ist. An die Schnapsbar und Halter für die Schampus-Flasche hatte der Konstrukteur ebenfalls gedacht.

 

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Am Abend, wir hatten schon Kurs Richtung Auckland genommen, fand im Foyer der Artania noch eine Ausstellung von Eisskulpturen statt. Fast jedes Kreuzfahrtschiff leistet sich einen philippinischen Eiskünstler, der wie ein Bildhauer aus einem großen Eisblock Figuren herausmeiselt. Allerdings ist das Figurenschnitzen kein Fulltimejob, sodass die Künstler in der Hauptsache meist in der Küche oder im Service arbeiten.

 

63. Reisetag - Dienstag, 21.02.2017 Auckland/Neuseeland

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Queen Street

Ganz früh am Morgen hatte die Artania in Auckland festgemacht. Wir werden hier jetzt drei Tage liegen bleiben.
Gleich nach dem Frühstück ging es raus. Der Hafen liegt sehr zentral, hier beginnt gleich das Zentrum von Auckland. Hochhäuser von Banken, Versicherungen und alle wichtigen große Unternehmen haben hier ihre Hochhäuser und prägen das Stadtbild. Hier beginnt auch die Queen Street, die Geschäftsstraße von Auckland. Die wanderten wir einmal hoch und runter, können aber nicht sagen, dass es für uns besonders interessant war. Wir habe auch weder bei Prada noch Gucci irgendetwas gekauft. Halt doch, am oberen Ende kurz vor dem Aotea Centre, kaufte sich Doris einen Donat und musste feststellen, dass das der Beste Donat war, den sie je genossen hätte. So gesehen hat sich Auckland schon gelohnt.

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Am Ende der Queenstreet auf einem kleinen Platz fand ein Sommerkulturfestival statt. ...

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... Hier gab es Livemusik und zum Mittagessen eine Bratwurst

 

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Schon die Auffahrt mit dem Lift war interessant

Aber neben dem Donat gab es noch ein weiteres Highlight, der Sky Tower. Ein Fernsehturm, der mit 328 Meter Höhe, das höchste Gebäude auf der südlichen Erdhalbkugel, wie im Reiseführer zu lesen ist. Die Hauptaufgabe des Turms scheint aber nicht das Senden von Fernseh- und Funksignalen, sondern zum Anlocken von Touristen zu sein. Der Zutritt ist nur über den Giftshop (Souvenirladen) im Basement eines benachbarten Hotels möglich. Zwei Aussichtplattformen und ein Café sind für die „normalen“ Touristen angedacht, die Möglichkeit eines Skywalks (145 NZD = 95 €) oder eines Skyjumps (225 NZD = 147 €), das ist eine Art Bungee-Light-Sprungs aus luftiger Höhe, ist mehr das Angebot an die Adrenalin-Freaks.
Skywalk bedeutet, auf einem Gitterrost, welches in 300 Meter Höhe um den Turm führt, zu laufen, gesichert mit einem Drahtseil. Während des Walks sind etliche „Challanges“ zu absolvieren, so zum Beispiel, sich so über den Rand des Gitterrosts zu beugen, bis das Sicherungsseil gestrafft ist.

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Da ...
 

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Fakebild! Diese Skywalker habe ich von einem Werbeplakat abfotografiert.

 

Der Skyjump ist ein Sprung vom Turm, aber nicht an einem Gummiseil, sondern an einem Drahtseil hängend, das denn Fall während des Flugs schon etwas bremst und am Ende der „Fahrt“ den Fall sanft abfedert.

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Die Skyjump-Deliquenten wurden stilgerecht mit einem supermannähnlichen Kostüm ausgestattet

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An zwei Führungsseilen und einem Halteseil wird der fliegende Supermann in der Spur gehalten

 

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Bis auf Skywalk und Bungeesprung haben wir sonst fast alle Möglichkeiten des Turms genutzt. Das, das Foto allerdings, das der Turmfotograf von uns gemacht hat, und uns später zusammen mit einer bunten Mappe für 40 NZD (mehr als 25 €) verkaufen wollte, ging nicht in unseren Besitz über.

 

64. Reisetag - Mittwoch, 22.02.2017 Auckland/Neuseeland

Wenn in Neuseeland von Kiwis die Rede ist, können drei Dinge gemeint sein:

  1. Die Frucht mit der pelzigen Schale
  2. Der Vogel mit dem spitzen Schnabel
  3. Der Neuseeländer selbst
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Wir interessierten uns ganz besonders für die Variante Nummer zwei. Denn wenn man durch die Geschäfte stromert, gewinngt man den Eindruck, dass die Kiwi-Vögel beinahe eine Landplage sein müssten. Als Plüschtniere in jedweder Größe und Form, abgebildet auf Magneten, auf Tassen, Postern und Postkarten, auf Stickern und Tassen - Kiwis soweit das Auge reicht.
Die Realität sieht leider anders aus. Die Kiwis sind eine bedrohte Tierart. Und da sie außschließlich nachtaktiv sind, hat der normale Tourist überhaupt keine Chance, diese Vögel in der freien Natur zu beobachten.
Deswegen stand für heute ein Besuch der hiesigen Zoos auf dem Programm.

Vorher aber galt es Abschied nehmen, denn heute ging die Etappe „Südseeträume“ zu Ende und 5 junge Passagiere, mit denen wir uns angefreundet hatten, gingen von Bord. Es war erfrischend mit diesem Trüppchen zusammen gewesen zu sein. Einer von ihnen, Volker, hatte gestern den Skywalk gewagt und konnte uns noch auf die Schnelle aufregende Fotos zeigen. Von Katharina „erbten“ wir noch 4 Kleiderbügel und durch die Übernahme von Sekt, Cidre und Oliven von Chris verhinderten wir, dass er beim Heimflug für Übergepäck bezahlen musste.
Es ist mehr als Schade, dass sie nun nicht mehr an Bord sind.
Aber wie sagte schon der bekannte Philosoph und ehemalige Trainer der Eintracht Frankfurt Dragoslav „Stepi“ Stepanović? „Lebbe geht weidder“ (Das Leben geht weiter).

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Nicht nur WiFi, sondern auch einen USB-Anschluss zum Laden der Smartphones, fanden wir im Bus vor

Die einfachste Möglichkeit in den etwas außerhalb liegenden Zoo gelangen, sahen wir in der Nutzung des Hop-on-Hop-Off-Busses. Gesagt getan, für umgerechnet je 25 EUR kauften wir uns ein Ticket  kamen aber in den Bus nicht rein, denn er war schon voll. Und die Schlange der bereits Wartenden, ließ vermuten, dass wir auch in den Nächsten, der 30 Minuten später fahren sollte, auch nicht rein kämen.
So wendeten wir den folgenden Trick an: Wir gingen zu Fuß zur vorhergehenden Haltestelle, die sich am Sky Tower befand, wo wir nach gut 20 Minuten ankamen und dort einen fast leeren Bus besteigen konnten. Als wir ein paar Minuten später dann wieder an der ursprünglichen Haltestelle am Hafen ankamen, war dort seltsamerweise gar keine Warteschlange mehr. Wahrscheinlich wurde vorher noch ein zusätzlicher Bus eingesetzt.
Da vor der Zoo-Haltestelle noch die Station „Parnell Rose Gardens“ lag, legten wir dort einen Zwischenstopp ein und besichtigten die schön angelegten Rosengärten und einen Naturpark. Leider war die hohe Zeit der Rosen schon vorbei.

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Neben den Rosen gab es auch ein hübches Wäldchen
 

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Warnwesten wohin man sieht, hier der Gärtner vom Park. Selbst der Prospektverteiler an der Pier trug eine.

 

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Ausschnitt aus dem Orientierungsplan

Der Auckland-Zoo legt großen Wert darauf, die Tiere möglichst artgerecht zu halten. Dadurch war es nicht immer leicht, die Tiere in den Gehegen zu sehen, da man für sie Rückzugsmöglichkeiten geschaffen hatte.
Am eindrucksvollsten waren wohl die Galápagos-Riesenschildkröten, zumal sie leichter zu beobachten waren als die Kiwis im völlig abgedunkelten Kiwi-Haus hinter den großen Glasscheiben. Hinter den Scheiben befand sich ein kleines angelegtes Wäldchen, das nur durch einen künstlichen ganz schwach strahlenden Mond beleuchtet wurde. Es dauerte lange bis sich die Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten. Dennoch waren immer noch keine Kiwis zu sehen, weil diese sich versteckt hatten. Irgendwann konnten wir schließlich ein Exemplar, etwa so groß wie ein ausgewachsenes Huhn, entdecken, nachdem uns ein Tierpfleger darauf aufmerksam gemacht hatte. Fotografieren war verständlicher Weise nicht möglich.

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Die Riesenschildkröten liebten das Schlammbad

 

Mit dem vorletzten Hop-On-Bus fuhren wir um 16 Uhr zum Hafen zurück und tranken an der Waterfront noch gemütlich einen Kaffee.
Am Abend konnte man, wie schon gestern, das Zurückkommen der vielen Katamaran-Personenfähren, die hier eingesetzt werden, beobachten. Es herrschte hier tagsüber ein reger Verkehr wie am ZOB (Zentraler Omnibusbahnhof) in einer deutschen Großstadt.

Die nächste Etappe der Reise (mittlerweile die vierte) wurde eingeläutet, der Passagierwechsel war weitgehend vollzogen und das Motto des neuen Reiseabschnitts lautete: “Neuseealands schönste Seiten“. Aber „Leinen los“ wird es erst morgen Abend heißen, damit die Neuankömmlinge noch etwas von Auckland haben.

 

65. Reisetag - Donnerstag, 23.02.2017 Auckland/Neuseeland

Nach zwei Tagen „Auckland intensiv“ konnten wir es heute etwas lockerer angehen. Doris streifte etwas durch die Hafengegen und ich verbrachte den Vormittag in meinem „Büro“ um den Rückstand beim Schreiben etwas zu verkürzen.

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Alle Leute wollten aufs Oberdeck. Hier Achtern waren wir windgeschützt, hatte eine freie Reling und Platz ohne Ende

Aber gleich nach dem Mittagessen gingen wir los. Da man nach zwei Tagen an Land doch gewisse Entzugserscheinungen bezüglich Schifffahren bemerkbar machten, hatte Doris am Vormittag absprachegemäß zwei Tickets für eine Hafenrundfahrt gekauft, die wir nun antraten. Zu berichten gibt es darüber fast nichts. Nach 90 Minuten war dieser „gekaufte Seetag“ wieder zu Ende.

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Während der Hafenrundfahrt hatte man einen schönen Blick auf die Skyline. Im Vordergrund sieht man die Artania und einige der unermütlichen kleinen Fährschiffe

 

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In den letzten zwei Tagen wurden wir mehrmals intensiv von der Reiseleitung darüber aufgeklärt, dass die Mitnahme von Lebensmitteln jeglicher Art an Land strengstens verboten sei. Neuseeland will sich insbesondere dagegen schützen, dass unkontrolliert neue Pflanzen (durch Samen in Obst) eingeführt werden. Das wurde im Hafengebäude auch kontrolliert, teilweise mit einem Hund, der an jeder Tasche und jedem Rucksack schnüffelte. Es wurden wohl auch einige Passagiere erwischt, die, sei es versehentlich oder bewusst, Obst in Ihren Taschen hatten.
Doris und ich befolgten selbstverständlich solche Verbote .
Trotz unseres Gehorsams gegenüber Behörden fielen wir bei der heutigen Rückkehr zum Schiff "unangenehm" auf.
Im Hafengebäude wurden wir, nachdem wir wie immer unsere Bordausweise gezeigt hatten, gefragt, ob wir spitze, scharfe oder gefährliche Gegenstände mitführen würden. Dies hatte zwei Tage lang keinen einzigen Kiwi hier irgendwie interessiert, noch war uns bewusst, dass dies ein Problem darstellen könnte und außerdem hatten wir solche Dinge sowieso nicht mit, was wir dem Security-Mann auch so sagten. Bis mir plötzlich einfiel, dass ich ja mein Schweizer Taschenmesser im Rucksack habe. Ich korrigiere meine Angabe dahingehend und gestand, nachdem ich kur überlegt hatte, ob ich mich einfach weiterhin dumm stelle..
Das Messer wurde sofort konfisziert und man erklärte mir, dass es viel zu gefährlich sei, mit so einem Gerät durch das Gebäude zu laufen.
Wenn ich es mir recht überlege, hätte ich auch die Mitführung meines Taschenkompasses melden müssen, schließlich handelt es bei der Kompassnadel um einen spitzen Gegenstand.
Aber Neuseeland wäre nicht Neuseeland, wo alles gut geregelt ist. Ich bekam eine ordentliche Quittung, man schrieb meinen Namen und die Kabinennummer auf und versprach, zwei Stunden vor dem Ablegen, würde das Corpus Delicti dem Schiff übergeben werden.
Ich weiß nicht, wer es verpennt hatte, uns Passagiere darüber zu informieren, dass es solche Problemchen mit Messern geben kann. Waren es die neuseeländischen Behörden selbst oder hätte das die Reiseleitung wissen müssen?

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Wenn wir gerade beim Thema „Behördenunsinn“ sind. Gestern wurde in unserem Gang in sämtliche Kabinentüren ein Türspion eingebaut. Das war uns zunächst gar nicht aufgefallen, aber in der Nacht fiel durch die Linse im Spion ein gebündelter Lichtstrahl, denn auf dem Gang brennt die ganze Nacht das Licht. Besagter gebündelter Strahl stört allerdings den schlafenden Mitbürger. Abhilfe war schnell geschafft. Noch in der Nacht haben wir mit schwarzem Klebeband denn Spion zugeklebt (Der erfahrene Kreuzfahrer hat so etwas natürlich neben einem Multitiool, Schaumgummi, zwei Meter Kordel, Wäscheklammern im Gepäck).
Die ganze Türspion-Geschichte ist insofern Behördenblödsinn, da dies angeblich für Kreuzfahrtschiffe, die amerikanische Häfen anlaufen möchten, jetzt Vorschrift sei. Und im nächsten Jahr wird die Artania verschiedene Häfen an Amerikas Ostküste anlaufen.

Um 21.00 Uhr mussten wieder sowohl die neuen Passagiere als auch wir „Langzeitgäste“ an der obligatorischen Rettungsübung teilnehmen. Auch so eine neumodische Regelung. Noch vor zwei Jahren brauchten die Langzeitgäste diese Übung nicht alle 3 Wochen wiederholen.

Um 22.00 Uhr erklang durch die Lautsprecher die Auslaufmelodie, was uns noch einmal auf das Promenadendeck trieb, um Auckland lebewohl zu sagen.

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Goodbye Auckland

 

66. Reisetag - Freitag, 24.02.2017 Bay of Islands/Neuseeland

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Der Handwerkermarkt bot doch Einiges, das sich von der Massenware in den Souvenirläden unterschied

Die Bay of Islands ist keine Stadt, sondern bezeichnet einen Küstenabschnitt im Norden der neuseeländischen Nordinsel. Wir lagen auf Reede, die Tenderpier lag zwar mitten in der „Pampa“, aber es gab einen prima von den Neuseeländern kostenlos angebotenen Shuttleservice. Kaum Wartezeiten, keine Kapazitätsengpässe, so erreichten wir das nahe gelegene Örtchen Paihia (1.700 Einw.).
Die Landschaft erinnert ein wenig an Kanada.

 

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Ankunft mit der Fähre in Russel

Eigentlich wollten wir mit der Fähre nach Russel übersetzen, weil das von der Phoenix-Reiseleitung als sehre sehenswert propagiert wurde. Da das kleine Fährboot aber bereits voll war, vertraten wir uns zunächst in Paihia die Beine. Hier gab es einen kleinen Kunsthandwerkermarkt, der uns so in Anspruch nahm, dass wir erst mit der über-übernächsten Fähre nach Russel übersetzen konnten.
Russel ist ein Urlauberörtchen mit kleinen Geschäften und Restaurants, die Gebäude meist aus Holz, was sehr hübsch aussieht.
Zum Mittagessen gab es einen kleinen Snack in einem Restaurant, um so gestärkt, das örtliche Museum anzusteuern. In der Landgangsinformation, die wir am Vorband von Phoenix erhalten hatten, war nämlich zu lesen, das man hier einen Nachbau der Endeavour zu bewundern sei. Die Endeavour war das Segelschiff mit dem Captain James Cook zwischen 1768 und 1771 seine berühmte Entdeckungsreise in die Südsee unternahm. Mich hatte besonders daran interessier, wie sie 70 Mann starke Besatzung auf einem 40 Meter langem Segelschiff gehaust haben muss.
Dummerweise hatte unsere liebe Reiseleitung die Begriffe Nachbau und Modell verwechselt. Ausgestellt war ein Schiffsmodel im Maßstab 1:5, bei dem das Schiffsinnere nicht modelliert war.
Trotzdem war ein Durchgang durch das kleine schnuckelige Museum, das einiges über die lokale Geschichte des Ortes zeigte, nicht uninteressant. Ein Abstecher in die kleine Holzkirche rundete unseren Besuch in Russel ab.

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Sowohl Tier ...

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... als auch Mensch ließen es sich schmecken

 

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Am Abend fand eine Folkloreveranstaltung außen auf dem Achterdeck statt, vorgeführt von Māoris. Die Māori sind eine indigene polynesische Bevölkerungsgruppe, die im 13. Jahrhundert, also lange vor der Entdeckung durch die Europäer, Neuseeland besiedelte. Diese Folkoregruppe der Māori führte Tänze vor, die in ihrer Sprache Haka werden. In der Kriegstanzvariante des Hakas reißen die Tänzer die Augen auf und strecken die Zunge weit heraus, was den Gegnern Angst einflößen soll.
Der Kriegstanz Haka wird übrigens von der sehr populären Neuseeländischen Rugbymannschaft „All Blacks“, in der viele Māoris mitspielen, vor jedem ihrer Spiele zelebriert.

 

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67. Reisetag - Samstag, 25.02.2017 Seetag

An diesem Seetag wurde am Vormittag wieder der maritime Frühschoppen veranstaltet. Ich nutzte diesen „freien Tag“ um meine Rückstände beim Reiseblogschreiben aufzuholen.
Ganz bestimmt erwähnenswert ist ganz bestimmt auch, dass ich vor 3 Tagen in der Kabine eine Flasche Wein und einen Käseteller vorfand. Eine kleine Notiz, ließ mich wissen, dass dieses Kabinenpräsent von einem Leser des Blogs stammt, der dies aus Deutschland irgendwie organisiert hat und mir damit eine Freude machen wollte und dies ist ihm außerordentlich gut gelungen.

 

68. Reisetag - Sonntag, 26.02.2017 New Plymouth/Neuseeland

Früh um 7.00 Uhr, also noch vor dem Aufstehen, machten wir an der Pier in Containerhafen von Taranaki fest. Taranaki ist allerdings kein Ort, sondern bezeichnet eine Region an der Westküste der Nordinsel.
Containerhäfen liegen in der Regel von abseits von touristisch interessanten Orten Deshalb ging es mit dem Shuttlebus um 10.00 Uhr in das nahe New Plymouth. Ein Becken mit Aalen an einem Restaurant und ein kleiner Kunsthandwerkermarkt waren hier neben dem WiFi vor der Bibliothek das wenige, was der Ort dem verwöhnten Kreuzfahrer zu bieten hatte.

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Schon seit Beginn der neuseeländischen Häfen waren wir davon überzeugt, in keinem Shop und auf keinem Markt einen irgendwie gearteten Kiwi zu kaufen. leider boten zwei Schwestern, die den Müßiggang des Rentnerdaseins dadurch entflohen, dass sie Stoffkiwis herstellten, eben diese feil. Plötzlich waren unsere Vorsätze bezüglich Kiwiverweigerung vollkommen vergessen Jetzt haben wir in unserer Kabine einen flauschigen Reisegefährten.
Außer dem Kiwi haben wir aus New Plymouth wieder einmal den Eindruck mit zum Schiff genommen, dass die Leute hier in Neuseeland locker, überaus freundlich und offen sind. Ob an den Verkaufsständen, in den Geschäften oder einfach auf der Straße, man kommt mit den Leuten ganz zwanglos ins Gespräch.

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Der Mount Taranaki verhüllte seine Spitze

Hier in New Plymouth sind die Leute stolz auf ihren Hausberg, den Mount Taranaki, ein 2518 Meter hoher Vulkan, der letztmalig 1854 Lava ausgestoßen hat. Die Leute bedauerten uns gegenüber immer wieder, wie schade es sei, dass man wegen der Wolken den Gipfel heute nicht sehen kann.

 

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50 Leute im Gänsemarsch.

Am Nachmittag stand ein Besuch des Mount Taranaki per gebuchten Ausflug auf dem Programm. Mit dem Bus ging es bis auf 1000 Meter Höhe. Dort gab es ein Besucherzentrum und von dort aus führten diverse Wanderwege in die Bergregion. Unsere Ausflugsgruppe beschritt zuerst den kürzesten Pfad, ein Rundweg, den man in einer halben Stunde bewerkstelligen kann. Es war eine wunderschöne Strecke durch den Regenwald, allerdings war der Pfad sehr eng und bei 50 Leuten die mehr oder weniger im Gänsemarsch durch den Dschungel stapften, blieb das Naturerlebnis auf der Strecke.

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Als dann der nächste Rundkurs (40 Minuten) in Angriff genommen wurde, meldeten wir uns bei der Reiseleitung ab und nahmen noch einmal den eben gemeisterten Weg noch einmal in Angriff, diesmal aber alleine und in umgekehrter Richtung. Jetzt konnte man stehen bleiben wo man wollte und wie lange man wollte und sah auch mal einen Vogel.

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Da waren's ....

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... nur noch zwei

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grün, grün, grün

 

 

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Zunächst gab es nur ein kleines Guckloch auf den Gipfel

Am Besucherzentrum des Naturparks trafen wir wieder auf unsere Gruppe und als Zugabe des Wettergottes, riss die Wolkendecke auf und man konnte auch die Vulkanspitze in voller Schönheit bewundern.

 

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Beim nächsten Fotostopp gab's freie Sicht auf den Berg, ...

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... was die Fotografen zu hektischen Aktivitäten veranlasste.

 

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Neuseeland exportiert sehr viel Pinienholz, ein schnell nachwachsendes Holz. Innerhalb von 15 Jahren ist ein Baum schlagreif. Fast in jedem Hafen stapeln sich die Stämme, so auch hier in Port Taranaki

Nach der Rückkehr vom Ausflug genossen wir noch lange an Deck die Aussicht, während die leinen losgemacht wurden und das Schiff die Bucht von Tarnaki bei strahlender Abendsonne verließ.

Und zum krönenden Abschluss gab es zum Abendessen in den Restaurants Schnitzer Wiener Art.

 

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Leinen los!
 
 

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Auf einer Mole beobachteten viele Schaulustige das Auslaufen der Artania. Wir geniesen das Privileg, auf der Artania mitfahren zu dürfen.

 

69. Reisetag - Rosenmontag, 27.02.2017 Wellington/Neuseeland

Wer bisher Wellington nur als Beef von der Speisekarte kannte, es gibt noch eine zweite Möglichkeit. Hier ist die Hauptstadt von Neuseeland gemeint, die sich an der Südspitze der Nordinsel befindet.

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Die "Wellington Cable Car"

Ein kostenloser Shuttlebus des Wellingtoner Tourist-Service brachte uns ins Zentrum der Stadt.
Unser erstes Ziel war die Talstation einer Standseilbahn ganz in der Nähe der Haltestelle des Shuttlebusses. Wir kauften uns gleich eine Rückfahrkarte, da diese 50 Cent billiger ist als jeweils ein separates Ticket für die Hin und die Rückfahrt. Nach kurzer Fahrt hatten wir die Bergstation erreicht und das angeschlossene Cable Car Museum in kurzer Zeit durchschritten.
Der Blick und die Aussicht von hier oben auf die Stadt bekam die touristische Note Drei-Minus.

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Gleich um die Ecke entdeckten wir einen Park, der sich als ein großer und weitläufiger botanischer Garten entpuppte. Auch hier traf man, wie schon an der Bushaltestelle auf die sogenannten Tourist-Ambassedors (Touristen-Botschafter). Das sind freiwillige Helfer, meist Rentner, gekennzeichnet durch eine gelbe Weste mit der Aufschrift „Ask Me“ (Frage mich), die für uns Touris positioniert sind, um uns Tipps zu geben, den Weg zu zeigen oder um sonstige Fragen zu beantworten - eine super Einrichtung!
So ein Ambassador erklärte uns, welchen Weg wir durch den Garten nehmen konnten, um wieder unten im Zentrum anzukommen. Eine Karte des Parks erhielten wir zusätzlich, sodass ein Verirren wie weiland bei Hänsel und Gretel weitgehend ausgeschlossen war.

 

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Der "wilde Teil" des Botanische Gartens geht nahtlos in ein Wohngebiet über

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Hier hat der Mensch Hand angelegt
 

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Im Gewächshaus

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Ein etwas gewöhnungsbedürftiger Baumschnitt

 

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Das Parlamentsgebäude, im Volksmund "Bienenstock" genannt

Der Weg durch den Park war teilweise durchaus mit der gestrigen kleinen Wanderung vergleichbar. Man kam durch Wälder, aber auch durch parkähnliche Teile mit Blumen und Kräutern. Viele Informationstafeln und ein Besucherzentrum (mit freiem WLAN) stillten den botanischen Wissensdurst der Besucher. In der Nähe des Ausgangs (bzw. Eingangs, wenn man direkt vom Zentrum aus den Park betritt) befand sich noch ein Rosengarten und ein riesiges Gewächshaus (mit angeschlossenem Souvenirladen), denen wir auch noch einen Besuch abstatteten. So gelangten wir wieder in das städtische Leben zurück. Vorbei am Parlamentsgebäude und der Universität waren wir bald wieder in der Nähe der Talstation der Standseilbahn.

Jetzt erst bemerkten wir den kapitalen Fehler, den wir begangen hatten. Trotz Rückfahrkarte hatten wir den Abstieg zu Fuß unternommen. Die Idee, noch einmal eine Fahrkarte nach oben zu kaufen um die Rückfahrkarte für die Talfahrt doch noch nutzen zu können, verwarfen wir genauso, wie den Versuch, die Tickets bei Ebay zu versteigern.

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Nach einem kurzen Mittagsmahl bei Burger King gingen wir die nächste Wellingtoner Attraktion an, die Cuba Street. Laut Reiseführer die coolste Straße in ganz Neuseeland. Trotz bereits angehenden leichten Fußwehs machten wir uns auf den nicht ganz so kurzen Weg dorthin.
Na ja, coolste Straße? Es gab ein paar urige Cafés und Kneipen, Schallplatten (Vinyl!) und Klamottenläden. Nach 50% durchkämmter Cuba Street legte Doris eine Kaffeepause ein, während ich mich alleine weiter auf der Suche nach der ultimativen Coolheit machte, leider ohne großen Erfolg.

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An der Waterfront


Schöner und Interessanter war dann hingegen der kleine Streifzug durch die Gegend am Wasser.
Viel zu schnell wurde es Zeit (17.30 Uhr), der Waterfront den Rücken zu kehren, um mit dem Shuttle zum Schiff zurückzukehren.

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Wassersport wird in Neuseeland ganz groß geschrieben. Auf unserem Spaziergang an der Waterfront trafen wir auf diese Mädels, die gerade eine Trainingseinheit absolvierten.

 

Am späteren Abend wurde an der Phoenix Bar am hinteren Außendeck noch schnell der Rosenmontag zelebriert.
Der schiffeigene DJ sorgte für die Stimmungsmusik, ein Tanzmariechen schwang gekonnt die Beine und auch eine kleine Büttenrede wurde zum Besten gegeben. Schunkeln und Polonäse fehlten ebenso wenig wie die reichlich angebotenen Kreppel (Berliner, Krapfen). Somit hatte das (Narren)-Schiff seine karnevalistische Pflicht erfüllt.

 

70. Reisetag - Dienstag, 28.02.2017 Lyttleton/Neuseeland

In der Nacht verließen wir die Nordinsel und erreichten am Morgen die Region Canterbury auf der Südinsel und dort den Containerhafen Lyttleton.
Waren unsere Häfen an der Nordinsel nach Auckland alle an der Ostküste gelegen, würden wir jetzt auf der Südinsel die Häfen an der Westküste abklappern

Gleich nach dem Mittagessen brachte uns ein Bus nach Christchurch.
Christchurch war 2011 in den Schlagzeilen, weil durch ein schweres Erdbeben Teile der Stadt zerstört wurden und 185 Tote zu beklagen waren. An der Beseitigung der Schäden wird heute noch gearbeitet.
Konkrete Pläne für Christchurch hatten wir nicht im Gepäck.

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Das Canterbury Museum


Auf der Suche nach einem WC landeten wir zufällig im Canterbury Museum. Da nirgends Kassenhäuschen oder Einlasskontrollen aufgestellt waren, waren wir, ehe wir uns versahen, mitten im musealen Treiben. Museen sind ja meist irgendwie verstaubt und langweilig, was hier keinesfalls zutraf.

 

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Auf der Reise durch virtuelle 3-D-Welten. Man glaubt tatsächlich, das, was man in unmittelbarer Nähe sieht, auch anfassen zu können - und greift ins Leere.


Statt, wie geplant, wieder zum Ausgang zu gehen, trieben wir von einer Abteilung zur anderen. So kamen wir z.B. zur New Zealand Air Sonderausstellung, wo wir zum ersten Mal VR (Virtuelle Realität) erleben konnten.

 

Oder wir liefen durch eine Straße, wie sie im 19. Jahrhundert ausgesehen haben mag, mit Läden und kleinen Handwerksbetrieben.

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Diese Motive fand man häufig auf oder als Souvenirartikel


Auch der völkerkundliche Teil war so gut gestaltet, dass man, von Neugier getrieben, die Suche nach dem Ausgang vergaß.

 

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Irgendwann war es dann doch Zeit, das Museum zu verlassen. Am den Ausgängen waren Spendenboxen aufgestellt und Schilder baten um eine „Donation“ von 5 NZD (knapp 3,50 €) pro Person. Erstaunlich wenig Museumsbesucher sind dieser Bitte gefolgt

 

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Die stark beschädigte Kathedrale von Chrbistchurch


Da wir noch ein ganz klein wenig Zeit hatten, machten wir noch einen kurzen Abstecher (10 Minuten Fußweg) zur durch das Erdbeben zerstörten Kathedrale, ehe uns der Tansferbus wieder zum Schiff zurück brachte.

 

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Für eine Fahrt mit der historischen Straßenbahn blieb keine Zeit mehr

 

Gestern Abend waren genau 50% unserer Reise vorbei, was zur der Erkenntnis führt, dass auch die längste Reise einmal zu Ende gehen wird, eine Binsenweisheit, die wir bisher gerne verdrängt haben.

 

71. Reisetag - Mittwoch, 01.03.2017 Akaroa/Neuseeland

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Akaroa ist eine kleine 600-Seelengemeinde in der Region Canterbury nur ein Katzensprung von unserem gestrigen Ziel Lyttleton entfernt. Diesmal lagen wir nicht in einem Containerhafen, dafür aber auf Rede.
Als wir um 9.30 Uhr zum Tender-Treffpunkt auf der Artania eintrafen, wurde gerade mit dem Boarding begonnen, also keine Wartezeit. Man darf ja auch mal Glück haben.
Da unser heutiges Konzept für den Vormittag vorsah, kein Konzept zu haben, beobachteten wir an der Tenderpier erst mal das dortige rege Treiben an den Anlegestellen der Ausflugsboote.

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Doris und Jack besprechen die Zahlungsmodalitäten (Cash oder Karte?)

An der Straße an der Küste stach uns ein echter Oldtimer ins Auge, mit dem eine halbstündige Fahrt durch den Ort und zu diversen Aussichtspunkten angeboten wurde. Mit dem Fahrer, Jack, wurden wir schnell handelseinig. 60 NZD (knapp 40 €) sollte die Fahrt kosten, für neuseeländische Verhältnisse ein echtes Schnäppchen.
Jack erklärte uns während der Fahrt dies und das, Interessantes und Uninteressantes über die einzeln Häuser und Gebäude oder die Leute, die er hier kannte und ein wenig über die Geschichte des Ortes. Jack war ein echtes Original.

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Jack erklärt uns die Welt

Ganz wichtig war auch, dass Doris beim Linksabbiegen, die auf der linken Seite im Fond saß, ihren Arm ausstreckte, denn zum einen hatte der Wagen keinen Blinker und zum anderen saß der Fahrer ja rechts, sodass dessen Arm zum Rausstrecken auf die linke Seite zu kurz war.
Die Fahrt machte Spaß, die Leute am Straßenrand winkten uns zu, Jack ließ die rostige Hupe ertönen und wir kamen uns vor wie Gräfin und Graf Cox.

 

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Lady Doris und Sir Peter ....

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... in "ihrem" standesgemäßen Gefährt

 

Zum Mittagessen fuhren wir gar nicht erst zurück, denn kurz nach eins startete ein Ausflug mit dem Bus Die Ausflugsbeschreibung las sich wörtlich wie folgt:

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Eine der unzählig gemachten Landschaftsaufnahmen

Landschaftlich reizvoller Transfer über die Banks Peninsula zur Manderley Farm. Sie erleben eine Schafschur und den Umgang des Farmers mit den Hirtenhunden. Anschließend erholsame Pause bei Tee/Kaffee und hausgemachtem Gebäck. Spazieren Sie durch den Garten der Farm, bevor Sie zur kleinen Barry Bay Käserei zur Besichtigung und Kostprobe weiterfahren. Anschließend Rückkehr zur Anlegestelle.

ca. 4 Stunden/Preis 98 € pro Person

Aber der Reihe nach. Die Landschaftsfahrt war super. Man kann sich an dem bergigen und grünen Panorama nicht satt sehen.

Die Schaffarm hat sich mittlerweile auf Vorführungen für Touristen spezialisiert und die Schafzucht wurde deutlich zurückgefahren. Die 15 Minütige Demonstration mit den Hunden sah wie folgt aus:

5 Schafe weideten an einem Berghang. Ein Hund, der seine Kommandos vom Farmer durch Rufen und Pfeifen erhielt, stürmte den Hang hinauf und trieb die Schafe tatsächlich den Hang hinab bis in die Koppel wo der Farmer und wir Touristen das Schauspiel beobachteten.
Böse Zungen behaupteten, die Schafe hätten auch ohne Hund gewusst, dass sie zu uns auf die Talkoppel laufen sollten.
Im zweiten Teil dieser Vorführung wurden die 5 Schafe wieder den Berg hinaufgejagt.

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In einer Halle wurde uns die Kunst der Schafschur gezeigt. Dazu fing der Farmer in einem für uns nicht einsehbaren Stall ein Schaf ein. Auf Grund des hörbaren Getöses und Getrampel war zu vermuten, dass das so eingefangene Schaf mit dem ihm aufgezwungenen Friseurtermin keinesfalls einverstanden war.
Der Farmer klemmte das Schaf zwischen die Beine und mit Hilfe der elektrischen Schere war das Schaf innerhalb weniger Minuten pudelnackt - gekonnt ist gekonnt!

 

Der Tagesordnungspunkt „Spaziergang durch den Garten der Farm“ war ebenfalls schnell abgehakt. Ein hübscher Garten rund um das kleine Wohnhaus mit einer Wiese und einigen Blumenbeeten, so wie man ihn auch aus Deutschland kennt.

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Der Kiesstrand mit den "Bunten" Kieseln

Da wir Kaffee- und Teestunde im Garten um 15 Minuten verkürzt hatten, erhielten wir als Bonus einen Stopp am Strand mit den bunten Kieseln. Ich sah allerdings soweit das Auge reichte nur graue, hellgraue, mittelgraue und dunkelgraue Steine. Bei meiner Suche fand ich schließlich dann doch einen ovalen, schön glatt geschliffenen Kiesel in einem erfrischenden Steingrau.
Unser örtlicher Reiseführer behauptete später im Bus, er hätte einen grünlichen Kiesel gefunden.

 

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Die Teller mit den Käsewürfelchen (leider verdeckt)

Der Höhepunkt der Bustour war die Besichtigung einer Käserei. So zumindest unsere Erwartung. Geboten wurde ein kleiner verkaufsladen, indem wir knapp 50 Busleute uns auf die Füße traten. Ein Mitarbeiter der Käserei erzählte uns im Telegrammstil wie hier aus Kuhmilch der in Neuseealand (und England) weit verbreitete Cheddar-Käse hergestellt wird.
Es gab ein paar gewürfelte Pröbchen und die Besichtigung der Käserei fand durch ein Fenster statt, welches in die Wand zwischen Verkaufsraum und Produktionshalle eingelassen war. Produktion fand keine statt (Feierabend?) alles war geputzt und teilweise mit Tüchern abgedeckt.

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Die "Besichtigung" war ganz großer Käse


Das soll eine Besichtigung einer Käserei gewesen sein. Ich schreibe nicht gerne so böse Wörter, aber das hier ist 100-prozentige Touristenverarsche!

 

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Schlossbesichtigung 30,00 €/Person
Dauer: 2 Stunden


Ich denke, ich sollte auch Tourenveranstalter werden, eine Sightseeing-Attraktion habe ich jetzt schon im Programm:

 

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Gibt es einen Unterschied zwischen Schaf und Tourist?

 

72. Reisetag - Donnerstag, 02.03.2017 Port Chalmers/Neuseeland

Früh um 7.00 Uhr haben wir an der Pier von Port Chalmers festgemacht. Port Chalmers ist ein Örtchen mit 1600 Einwohnern. Der nächst größere Ort, Dunedin, ist 15 Kilometer entfernt und zählt mit 120.000 Einwohner mit zu den größten Städten Neuseelands.

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Freies WiFi ist besonders für die Crew von immenser Wichtigkeit.
So können sie Kontakt zur ihren Familien halten

Eine Lagerhalle am Hafen diente als Tourist-Information und wie es sich für Neuseeland gehört, war hier alles wieder perfekt. Selbstredend freies WiFi und die Damen am Schalter konnte perfekt Auskunft geben. So erfuhren genau mit welchen Bussen des ÖPNV (öffentlicher Nahverkehr) wir nach Dunedin und zurückkommen können und wann sie abfahren. Auch die Haltestellen wurden uns in einen der ausliegenden Stadtpläne exakt eingezeichnet und so stand unserem Trip nach Dunedin nichts mehr im Weg.

 

An der Bushaltestelle warteten bereits zwei weitere Paare, als ein Minivan-Taxi vorfuhr, seine Passagiere auslud und dann mit uns über einen Sammeltransport verhandelte. Schnell war man sich einig und so kamen wir schnell und bequem zum Bustarif (5 NZD/Person) ins Zentrum von Dunedin

Die Möglichkeit die große Schokoladenfabrik „Cadbury“ zu besichtigen nahmen wir nicht war, obwohl die Besichtigung hier sicher etwas vorteilhafter verlaufen wäre als die gestrige bei der Käserei.

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Das Zentrum von Dunedin nennt sich „The Octagon“ (das Achteck). Ein Blick auf den Stadtplan erklärt diese Namensgebung. Die Stadt wurde Mitte des 19.Jahrhunderts von schottischen Siedlern als New Edinburgh gegründet und das Stadtbild erinnert an vielen Stellen an die schottische Hauptstadt.

 

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Im historischen Bahnhof

Am historischen Bahnhof werden für Touristen verschiedene Fahrten in historischen Zügen angeboten, was wir mit Interesse studierten - Fahrtdauer zwischen 90 Minuten und 7 Stunden, je nach gewählter Tour.
Wir entschieden uns spontan für die 90-Minuten-Variante, die am frühen Nachmittag starten sollte. „The Seasider“, so nannte sich der Zug und der fuhr, der wie der Name erraten lässt, größtenteils an der Küste entlang fährt.

 

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"Bahnhofsvorplatz"

 

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Wir sind hier nicht irgendwo im Wohnzimmer, sondern in einem Café


Wir erhielten unsere Tickets (einschl. Platzreservierung) und verkürzten uns die Wartezeit bis zur Abfahrt in einem nahegelegen äußert urigem Café.

 

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Pünktlich auf die Minute fuhr der Zug los und dass das neuseeländische Panorama uns wieder restlos begeisterte, brauche ich wohl nicht extra zu erwähnen.

 

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Aussteiger


Als besonderen Service für die Handvoll Kreuzfahrer auf dem Seasider hielt auf der Rückfahrt der Zug mehr oder weniger auf freie Strecke in der Nähe unseres Liegeplatzes. Selbstverständlich stellte der Zugmanager (so wird hier der Schaffner bezeichnet) mangels Bahnsteig einen Trittschemel bereit, um einen bequemen Ausstieg zu gewährleisten.

 

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Bevor wir zurück zum Schiff kehrten machten wir noch kurze Abstecher in die örtliche Kirche und das maritime Museum.

 

Zurück auf dem Schiff stellten wir fest, dass unser am Morgen erworbenes Knowhow bezüglich öffentlicher Nahverkehr ungenutzt verpufft war. Aber das ist ja aber gerade das Schöne an unserer Reise, man weiß im Voraus nie so genau, wie der Tag tatsächlich verlaufen wird.

 

73. Reisetag - Freitag, 03.03.2017 Bluff/Neuseeland

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Invercargill bei Regen

Bluff (1.800 Einw.) ist südlichste Ortschaft der neuseeländischen Südinsel. Sie bildet nach Invercargill (52.000 Einw.) selbst die zweitgrößte Ortschaft im Stadtdistrikt von Invercargill.
Und zum ersten Mal seit dem Auslaufen aus Genua hatten wir heute so richtig schlechtes Wetter. Zwar wurden die Temperaturen bereits immer herbstlicher, je mehr wir nach Süden fuhren, also uns vom Äquator entfernt haben, aber es blieb weitgehend trocken.

 

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Durch Überdachungen konnte uns der Regen nicht viel anhaben

Am Vormittag fuhren wir trotz Regens mit dem über Phoenix gebuchten Bustransfer nach Invercarill - gebucht ist gebucht.
Da der Regen nicht aufhörte und außer einem Park, einem Museum und einen kleinen Zoo laut Reiseführer nicht viel mehr geboten wurde, beschlossen wir, uns für die 2½ Stunden bis zur Rückfahrt in der Hauptgeschäftsstraße rumzudrücken. Sämtliche Geschäfte haben hier breite Vordächer, sodass man nur beim Überqueren der Straße der unwirtlichen Witterung ausgesetzt war.
Das einzig erzählenswerte zu unserem Stadtbummel ist, dass beim Sichten eines Friseursalons Doris sich einen Haarschnitt verpassen ließ. Geplant war dies zwar schon länger, aber bisher war dazu eben keine Zeit, schließlich sind wir vielbeschäftigte Urlauber.
Allerdings musste sich Doris einen Termin geben lassen, wir sollten in 20 Minuten wiederkommen.

 

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Die Zeit nutzen wir, einen großen Trödelladen zu erforschen. Solch ein Sammelsurium hatten wir noch nicht gesehen. Bei den Schallplatten (grob geschätzt 1000 Stück?), die kreuz und quer gestapelt waren, entdeckte ich eine LP „Heintje - seine schönsten Lieder“. Es wäre sicher interessant zu wissen, wie die Platte ihren Weg nach Neuseeland und von dort in den Laden gefunden hat. Porzellan, 1 Kubikmeter Notenblätter gestapelt zu einem fragilen Haufen, eine Telefonanlage, Grammophone, es gab eigentlich nichts, was es nicht gab.

 

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Der Friseur, der Doris die Haare schnitt war auch sehr sehenswert. Mit der hochgesteckten Damenfrisur und dem Kinnbart erinnerte er sehr an Conchita Wurst, der Gewinnerin des 59. Eurovision Song Contest im Jahr 2014. Es ist gut so, dass heutzutage das vermeintlich Unnormale nicht nur mehr und mehr toleriert, sondern auch akzeptiert und respektiert wird.
Der Typ verstand übrigens etwas von seinem Handwerk und war, wie die meisten Neuseeländer, denen wir begegnet sind, ausgesprochen nett und sympathisch.

Am Nachmittag blieben wir auf dem Schiff, das Wetter blockierte doch gewaltig unsere sonst natürliche Neugier.

Um 19.00 Uhr verließen wir den Hafen von Bluff, umfuhren die Südspitze von Neuseeland und fuhren den nördlichen Kurs an der Westküste entlang, denn morgen wollten wir in einige Fjorde einfahren, ehe wir nach Westen Richtung Australien abbiegen würden.
Der aufkommende Wind tat sein Übriges, die Wellen wurden höher und höher und die Artania schwankte die ganze Nacht recht ordentlich.

 

74. Reisetag - Samstag, 04.03.2017 Neuseeländische Fjorde

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Am frühen Morgen im Fjord "Dusky Sound"

Die Nacht war sehr unruhig. Aber nicht das Schaukeln war das Problem, sondern ein metallisches Schlagen, als ob im Rettungsboot, das oberhalb über unserem Kabinenfenster hängt, ein schwerer rumliegt Hammer liegt und bei jedem passenden Schwankung gegen die Bordwand hämmert.
Unsere Kabine bekam dadurch das Ambiente einer Schmiede. Zwar hämmerte der Schmidt pro Minute nur ein- bis zweimal, aber in den Pausen dazwischen war der Schlaf nicht besonders fest und gesund.

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Milford Sound

Da wir nicht davon ausgingen, dass bei diesem Seegang jemand von der Crew irgendwie ins Rettungsboot klettert oder selbiges zu Wasser lässt, um die Ursache des Geräuschs zu finden, ergaben wir uns unserem Schicksal und versuchten doch irgendwie zu schlafen.
Gegen halb vier Uhr morgens hatte ich die Faxen dick und rief bei der Rezeption an. Es kamen tatsächlich 2 Leute und ich zog mich rasch an und begab mich ebenfalls nach draußen aufs Promenadendeck. Hier pfiff der Wind so (laut)-stark, dass man das störende Geräusch nicht so doll wahrnehmen konnte wie in der Kabine und es kostete ein wenig Überzeugungskraft, die zwei Männer zu motivieren die Ursache zu suchen. Und tatsächlich, eine nicht richtig gespannte Stahltrosse schlug gegen einen Eisenträger und diese Schläge übertrugen sich durch die metallene Schiffswand in die Kabine. Das Stahlseil wurde neu gespannt und fixiert - und Ruhe war.
Ich war jetzt eigentlich jetzt fast munter, denn so eine Brise der Windstärke acht um diese Uhrzeit erfrischt richtig.

Am Morgen nach dem Frühstück erzählten unsere Kabinennachbarn, dass sie den Lärm zwar auch gehört hätten, aber darüber eingeschlafen seien. Vielleicht hätte ich am Abend mehr Bier trinken sollen?

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Eine Schiffspassage durch Fjorde ist immer ein Erlebnis, egal ob in Norwegen, Chile oder Grönland. Auch hier war der Mensch wieder ganz klein und die Berge und die Natur ganz groß. (Berge bis zu 1200 Meter)
Auch hier habe ich wieder versucht, die einzigartige Atmosphäre fotografisch einzufangen und wieder ist es misslungen.

Am Vormittag war das Wetter noch regnerisch, sodass man sich das Naturschauspiel von innen durch die Panoramafenster anschaute.
Am Nachmittag klarte es dann auf und die Sonne ließ sich blicken. Das war auch wichtig, denn ab 15.30 Uhr wurden in der Kopernikus Bar Waffeln gebacken, die man sich zusammen mit Kirschen, Eis und Schlagsahne noch aufpeppen lassen konnte. Zur Erinnerung, die Kopernikus Bar befindet sich in der Mitte des Schiffs ganz oben auf dem Außendeck und Regen ist hier deshalb kontraproduktiv.

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Es war interessant, die unterschiedlichen Stimmungen in den Fjords zu erleben. Einmal bei trüben und bedeckten Himmel, die Gipfel der steil aufragenden Berge in Nebelschwaden gehüllt war die Stimmung eher mystisch und verwunschen.
Im Sonnenschein kommt dann die ganze Größe und Mächtigkeit der bewaldeten Felswände zur Geltung

Der Vollständigkeit wegen hier noch die Namen der von uns befahrenen Fjorde:

  • Dusky Sound
  • Doubtful Sound
  • Milford Sound

Als wir am späten Nachmittag den Milford Sound verließen und uns wieder im offenen Meer befanden und Kurs Richtung Westen auf Australien nahmen, schlugen Wind und Wellen wieder zu.
Auf Wiedersehen Neuseeland!

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75. Reisetag - Seetag, 05.03.2017 Seetag

Wir hatten immer noch schwere See.
Für den heutigen Seetag versprach auch das Tagesprogramm nichts Besonderes.

Wir frühstücken mittlerweile nicht mehr im Lido-Buffet-Restaurant sondern im „Restaurant Artania“. Das Frühstück wird in allen Restaurants in Buffetform gereicht. Der Vorteil im Lido ist der, dass an der Essenausgabe ein Eierkoch positioniert ist, der individuell nach Wunsch die Eier zubereitet. Mein Morgeneibestellung sieht wie folgt aus; „Bitte ein* Spiegelei mit Käse und Zwiebeln, zusätzlich einmal kurz in der Pfanne wenden.“

*Wenn man nur „Spiegelei“ bestellt, erhält man standardmäßig zwei Eier.

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Wer schon zum Frühstück einen geschwätzigen Gesprächspartner braucht - hier ist er!

Das Lido ist aber mittlerweile beim Frühstück sehr stark frequentiert, so dass hier ständig ein hektisch Gewusel herrscht. Irgendwann habe ich er fahren, dass es auch in den beiden anderen Restaurants - neben dem „Lido“ und dem „Artania“ gibt es auch noch die „Vier Jahreszeiten“) bei den Kellnern, die Kaffee einschenken und einem den Orangensaft bringen, durchaus individuelle Bestellungen aufgeben kann.
Das „Artania“ ist ein sehr schönes Restaurant, nicht so groß wie die „Vier Jahreszeiten“ und beim Frühstück nur zu einem Drittel gefüllt. Der Service ist super. Mittlerweile braucht man gar keine Bestellung mehr aufgeben. Für Doris das 6-Minuten-Ei, Kaffee erst einschenken, wenn sie am Buffet Brötchen, Wurst und Marmelade geholt hat, ein Kännchen heißes Wasser, weil der Kaffee zu stark ist, deshalb dann die Tasse nicht ganz voll machen, einmal Orangensaft, einmal Multivitaminsaft, Tee für den Herrn des Hauses und natürlich sein Spezialspiegelei. Das alles haben „unsere“ Kellner im Kopf.
Beim letzten Etappenwechsel in Auckland wechselten auch die für unseren Tisch zuständigen Kellner (wir sitzen fast immer am gleichen Tisch). Die neue Truppe musste aber von uns nicht neu „angelernt“ werden, sondern waren von ihren Vorgängern bereits umfassend informiert und instruiert worden.
So ist und bleibt das Frühstück jeden Tag nahrungstechnisch gesehen der Höhepunkt des Tages.

Zum Mittag- und Abendessen gehen wir nach wie vor ins Lido, weil das Speisen a la Menü in den Restaurants sehr zeitaufwendig ist und man dann auch essen muss was auf den Tisch kommt. Welche Beilage und welches Gemüse zum Fleisch oder Fisch gereicht wird, bestimmt der Küchenchef.
Im Lido hingegen stellt man sich das Menü so zusammen, wie man es mag

 

76. Reisetag - Montag, 06.03.2017 Seetag

Nachdem ich die letzten Beiträge für den 9. Blogeintrag geschrieben und die passenden Fotos ausgesucht und in die Texte platziert hatte konnte alles auf den Internetserver hochgeladen werden und online gehen.

Ins Gästebuch wird immer mal wieder irgendwelcher Müll in polnischer Sprache hinterlassen. Es geht wohl um Kreditangebote. Ich glaube aber nicht, dass

Die Leser des Blogs hierfür die richtige Zielgruppe ist, zumal völlig unklar ist, ob der Kredit in polnischen Zloty oder Euros ausgezahlt werden soll.

 

77. Reisetag - Dienstag, 07.03.2017 Hobart/Australien

Australien! Wir waren angekommen. Zwar noch nicht auf dem Festland, aber auf Tasmanien, einer 250 Kilometer südlich des australischen Kontinents gelegene Insel und dort in Hobart, der Inselhauptstadt mit 220.000 Einwohnern.

Von den touristischen Zielen in und um Hobart sprach mich der Bonorong Wildlife Sancturay am meisten an, ein Wildpark 25 Kilometer von Hobart entfernt.

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Im Hafengebäude empfahl man uns, die in einigen Gehminuten erreichbare Touristinformation im Stadtzentrum bezüglich eventueller Busverbindungen zum Wildpark zu fragen. Der Weg dorthin war narrensicher. Große grellgelbe Plakate mit Pfeilen, wiesen uns den Weg. Das Überqueren der (wenig befahrenen) Straße gleich hinter dem Hafengebäude war ungefährlich, weil zwei Männer in der Funktion einer Art Schülerlotsen den Verkehr anhielten (auch wenn kein Fahrzeug weit und breit zu sehen war), damit wir unversehrt die Straße überqueren konnten.

Bevor wir uns weiteren Straßenüberquerungen aussetzen mussten, trafen wir auf ein Ehepaar, das gerade mit einem privaten Touranbieter verhandelte. Für 75 AUD (Australische Dollar) pro Person, das sind umgerechnet knapp 55 Euro, bot er eine 4 stündige Tour an, die auch den Wildpark mit einschloss. Wir schlossen uns dem Ehepaar an, allerdings sollte die Mindesteilnehmerzahl 6 Personen betragen. Wir sprachen deshalb alle vorbeikommenden Artania-Passagiere dass jeder Staubsaugervertreter vor Neid erblasst wäre, allerdings ohne Erfolg.
Zum Glück war unser Fahrer klug genug die Tour dann doch mit nur uns Vieren durchzuführen (Spatz in der Hand - Taube auf dem Dach).
In einem bequemen Minivan fuhren wir zunächst nach Manier einer Stadtrundfahrt alle möglichen Gebäude und Plätze ab, wobei uns der Fahrer in sehr gut verständlichem Englisch über das gesehene informierte. Aber bis auf das Spielcasino mit Drehrestaurant habe ich das meiste schon wieder vergessen.

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Noch mitten in der Stadt ...

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... vor einem kleinen Supermarkt

 

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Wie im Flugzeug


Dann verließen wir die Stadt, um den 1271 Meter hohen Mount Wellington zu „besteigen“. Wir hofften, dass sich die Wolken noch verziehen würden, die am Morgen den ganzen Berg verhüllten.
Auf gut 2/3 der Höhe des Bergs hatten wir schon die Wolkendecke erreicht und beim Blick aus dem Fahrzeugfenster man hatte eher das Gefühl in einem Flugzeug als in einem PKW zu sitzen.

 

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Gipfelstürmer


Am Gipfel angekommen hatten wir ideale Bedingungen. Links eine dichte Wolkendecke unter uns, rechts freie Sicht auf Hobart und die Bucht, in die wir mit der Artania am Morgen eingelaufen waren. Und natürlichen herrlicher Sonnenschein. Wir hielten uns hier relativ lange auf, weil man von dem Blick und den Eindrücken gar nicht genug bekommen konnte.

 

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Aber wir wollten ja noch in den Wildpark, wo wir nach knapp 30 Minütiger Fahrt ankamen. Die 15 AUD Eintritt waren (absprachegemäß) nicht im Fahrpreis enthalten. Unser Fahrer ist wohl ein offizieller Guide, denn er führte uns (ohne Eintritt zu zahlen) mit den entsprechenden Erklärungen durch den Park.

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Was sofort ins Auge fiel, waren die vielen frei laufenden Kängurus, Auf dem Gelände tummelten sich bestimmt an die hundert oder mehr dieser Tiere. Man durfte die Kängurus füttern. Einige waren an unseren Tüten mit dem Futter sehr interessiert, andere lagen nur faul rum, bequemten sich aber dann doch zu fressen, wenn man ihnen das Futter direkt vor die Nase hielt.

 

Natürliche hatten diese handzahmen Exemplare wenig mit der in freier Natur lebenden Tiere gemein, aber zumindest rochen sie ein wenig streng, was eine gewisse Authentizität vorgaukelte.
Auf jeden Fall war es ein sehr schönes Erlebnis.

 

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Alle anderen Tiere konnte man in Freigehegen manche auch in Käfigen ansehen. Hierleistete unser Fahrer gute Dienste, denn einige Tiere war gar nicht so einfach zu entdecken.

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Auch hatten wir das Glück, dass einer der Tasmanischen Teufel, die eigentlich tagsüber schlafen, sich ab und zu mal kurz blicken ließ, indem er aus seinem Versteck im Freigehege hervorkam, eine kleine Runde drehte und blitzschnell aber auch wieder verschwunden war.

 

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Meist erwischte man mit dem Fotoapparat nur die Rückansicht des Tasmanischen Teufels.

 

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Koala wach ...

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... und Koala schlafend

 

Der Gang durch das Parkgelände war auch deshalb sehr schön, weil sich hier nur wenige Besucher tummelten. Das änderte sich allerdings schlagartig, als zwei Busslsadungen vollgepackt mit Artania-Leuten durch den Eingangsbereich strömten. Vor der Toilette bildete sich sofort eine Schlange, für die Kängurus stand jetzt wohl gefüttert werden bis zum Umfallen auf dem Programm, auf jeden Fall war es mit der Idylle endgültig vorbei. Aber wir waren gerade dabei, den Park zu verlassen, sodass wir unseren Reisekollegen das Areal kampflos überlassen konnten.

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Unsere Ausflugstruppe war sehr überschaubar
Die Mit-Ausflügler: Anne und Wolfgang


Dieser plötzliche Ansturm gab uns die Gewissheit, heute alles richtig gemacht zu haben. Zwar war unsere Tour nicht unbedingt billiger als ein buchbarer Ausflug bei Phoenix. Aber so exklusiv wie wir kutschiert und betreut wurden, ist es in einer 50-Mann-Gruppe eben nicht.

 

Australien, damit verbindet man automatisch die Begriffe Ayers Rock und Great Barrier Reef. Um es vorwegzunehmen, da werden wir nicht hinkommen. Das Great Barrier Reef ist völlig außerhalb der Reichweite unserer Schifffahrtsroute, aber zum Ayers Rock hätte man per Phoenix-Ausflug sogar hingelangen können. Allerdings handelte es sich hierbei um einen 4-Tage-Trip mit Flug für 1990 Euro. Die Abreise vom Schiff wäre gleich morgen in der Frühe um 3 Uhr gewesen, die Wiedereinschiffung am 11.3. in Sydney. Für uns zu teuer und zu stressig.

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Vor dem Abendessen machten wir noch einen kleinen Spaziergang im Hafen von Hobart

 

78. Reisetag - Mittwoch, 08.03.2017 Port Arthur/Australien

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Das Gefängnisgebäude

Port Arthur, nur wenige Seemeilen von Hobart entfernt, ist eine Halbinsel, und war im 19. Jahrhundert die größte Sträflingskolonie Australien. Große Teile des Gefängnisgebäudes stehen noch und sind die „Hauptattraktion“ eines großen Freilichtmuseums mit Häusers und einer Kirchen aus der damaligen Zeit Das Ganze ist eingebettet in einen großen gepflegten Park mit alten Bäumen, Blumen und Wiesen. Ein Besucherzentrum und ein Museum gehören ebenfalls dazu.
Im Museum konnte man nachvollziehen, wie inhuman der englische Strafvollzug war.

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Port Arthur ist UNESCO Weltkulturerbe und wir konnten uns überzeugen, dass es eine echte Touristenattraktion ist, denn es legten ständig Ausflugsboote an, die massenweise Besucher ausspukten. Aber da das Gelände sehr weitläufig war, trat man sich nicht auf die Füße.
Wir durchkämmten den Park, tranken dann noch einen Kaffee (wo es selbstverständlich auch freies WLAN gab), um nach fast 4 Stunden Landgang mit dem Tender wieder auf die Artania zurückzukehren.

 

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Als wir gegen 16 Uhr zurückkamen fand Doris Glückwünsche von Phoenix und vom Housekeeping in der Kabine vor. Doris hatte, passend zum heutigen Weltfrauentag, nämlich Geburtstag. Aus Deutschland waren diesbezügliche Grüße noch nichts eingetroffen; kein Wunder, dort war es ja erst gerade mal 6 Uhr morgens.

 

79. Reisetag - Donnerstag, 09.03.2017 Seetag

Ein ganz normaler letzter Seetag kurz vor dem Ende einer Reiseetappe. Vormittags Stadtl Frühschoppen mit Freibier, nachmittags Abschiedscocktail (mit Frei-Sekt) und abends das übliche Galaabendessen.

Die Internetverbindung auf dem Schiff funktionierte nicht mehr und die Techniker auf dem Schiff wissen nicht warum In Sydney sollen Experten das Problem lösen.

Doris konnte mittlerweile beim Frühkaffee die Frage klären, warum die amerikanischen Behörden darauf bestehen, dass Schiffe, die in der USA festmachen, an den Kabinentüren Türspione haben müssen. Doris hielt nämlich ein Schwätzchen mit dem Hoteldirektor des Schiffs und der wusste zu berichten, dass auf den großen amerikanischen Pötten eine hohe Kriminalität zu beklagen ist. Vom Raub über Vergewaltigung bis zum Mord ist da wohl alles vertreten. Deshalb die Türspione, damit der Gast, bevor er die Tür öffnet, wenn es klopft, sehen kann wer draußen steht - der Kabinensteward oder der Meuchelmörder.

80. Reisetag - Freitag, 10.03.2017 Sydney/Australien

Wäre ich Phileas Fogg, der Held des Romans “ von Jule Verne „Reise um die Erde in 80 Tagen“, wäre die Reise jetzt zu Ende. Da wir aber zum einen eine andere Reiseroute als Mr. Fogg gewählt haben und uns zum anderen nicht hetzen lassen haben wir noch 58 Tage vor uns.

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7.00 Uhr: Das Lotsenboot hat den Lotsen zur Artania gebracht.


Sydney ist mit 4,6 Millionen Einwohner die größte Stadt Australiens und die Hauptstadt - nein nicht von Australien, sondern nur - des Bundesstaates New South Wales. Die Australische Hauptstad heißt Canberra und hat nur 350.000 Einwohner.

 

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Am Horizont taucht die Skyline von Sydney auf

Aufstehen war heute um 6.00 Uhr, denn das Tagesprogramm empfahl, dass man ab 7.00 Uhr die spektakuläre Hafeneinfahrt auf den Außendecks beobachten sollte. Da durften wir natürlich nicht fehlen. Sobald im Morgendunst die fingernagelgroße Silhouette der Skyline von Sydney auftauchte, begann - klack, klack, klack,... - das Stakkato der Auslöser der Fotoapparate. Auch mein Apparat lief heiß.
Diese Bilder ersten Bilder von Sydney wurden am Abend dann wieder alle gelöscht, denn je mehr sich das Schiff dem Hafen näherte, umso einfacher war es, bessere Fotos zu machen.

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Die Oper und im Hintergrund die Queen Victoria

An der berühmten Oper (Sydney Opera House) vorbei und unter der Sydney Harbour Bridge durch erreichten wir unseren Liegeplatz. Leider nicht wie erhofft, direkt in der Nähe der Oper und damit nahe am Zentrum. Hier lag bereits die Queen Victoria, ein Luxuskreuzfahrer der Cunard Line. Für uns wäre hier zwar auch noch Platz gewesen, aber wir machten am neuen, etwas abgelegenem White Bay Cruise Terminal fest. Hier ist die Liegegebühr wahrscheinlich erheblich günstiger, als im Premiumbereich von Sydney.

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Laut Prospekt sollte es aber, wenn hier im White Bay Cruise Terminal Kreuzfahrtschiffe liegen, eine regelmäßige Fährverbindung geben, die uns für 9 AUD (knapp 6 EUR) in wenigen Minuten zum Circular Quai bringen könnte, also dorthin, wo die Queen Victoria schon lag. Luft- bzw. Wasserlinie zwischen White Bay und Circular Quai war nicht sehr groß.
Leider stellte sich heraus, dass das neue Terminal noch uninteressanter als jeder noch so schäbige Containerhafen war, denn hier gab es null Infrastruktur. Zwar war hier alles recht neu, aber man konnte nicht mal eine Flasche Wasser kaufen und die Fährverbindung war auch nicht in Betrieb. Selbstredend gab es auch keine Internetverbindung.

 

Phoenix hatte dankenswerterweise für Shuttlebusse gesorgt, die man zum pauschalen Tagepreis von 5 Euro nutzen konnte. Der Bus brachte uns in einer 20-minütigen Fahrt in die Innenstadt.

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Sydney aus 250 Meter Höhe

Das Sydney Tower Eye, ein Fernsehturm, befand sich ganz in der Nähe der Shuttlebus-Haltestelle und es bot sich an, diesen zu „besteigen“. Wir zahlten den für solche touristischen Attraktionen üblichen happigen Eintrittspreis (26 AUD = 18 EUR). Bevor wir mit dem Aufzug auf die in 250 Meter befindliche Besucherplattform fahren durften, mussten wir in einem Kino, jeder ausgestattet mit einer Pappbrille erst einen kurzen 3D-Film anschauen. Auf auf den Skywalk, ein Spaziergang auf einer Außenplattform in 280 Meter Höhe haben wir, wie schon auf dem Turm in Auckland verzichtet, obwohl man hier den Nervenkitzel zum Schnäppchenpreis von nur 70 AUD kaufen konnte.

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Eine Oase in der zugepflasterten City


Nach der Turmbesteigung machten wir uns zu Fuß auf den Weg zum 2 Kilometer entfernten Circular Quai mit einem vorherigen Abstecher zu einer Kirche. Die Kirche fiel in der geballten Ansammlung an Hochhäusern angenehm auf.

 

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Irgendwie scheinen die Wolkenkratzer hier auch dichter zu stehen als in anderen Metropolen. Und hier gab es nicht nur ein oder zwei Hauptgeschäftsstraßen, sondern hier gab es nur Geschäftsstraßen, die Läden waren alles exklusive Geschäfte, nichts für den Normalbürger, also nichts, was uns wirklich gefallen hat.

 

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Blick von Circular Quai auf die Harbour Bridge. Im Vordergrund zwei der vielen Fähren, die hier die verschiedensten Stadtteile verbinden

Vom Circular Quai, wo auch die meisten Fähren abfahren ist es nur noch ein kurzer Weg zur Oper. Vor und auf der großen Treppe am Opernhaus wimmelt es von Touristen, darunter sehr viele Asiaten, in der Hauptsache Japaner, aber auch viele Koreaner.
Zum Opernhaus gehörte auch eine Reihe von Gastronomiebetrieben. Einer davon erstreckte sich etwas 500 Meter entlang der Uferpromenade und war sehr gut besucht. Es bot sich an, hier erst mal eine Kaffeepause einzulegen

 

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Gerade ist eine Ladung von Phoenix-Bus-Ausflügler an der Oper angekommen

 

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Neben den vielen Hochhäusern aus Beton, Stahl und Glas gibt es aber auch zahlreiche Parks, Grünflächen und den Botnanischen Garten.
Dort trifft man überall auf diese Langschnäbel. Es handelt sich hierbei um den Ibis.

Nach dem Opernbesuch wollten wir noch das chinesische Viertel von Sydney besuchen, aber zu Fuß dorthin war es doch ein wenig weit. Am Circular Quay gibt es nicht nur die Anlegestellen für die verschiedenen Fähren, sondern auch eine Station für die Stadtbahn und hier wollten versuchen, per ÖPNV weiterzukommen. Warum auch immer gab es hier am Bahnhof nur 4 Fahrkartenautomaten, zwei links am Gebäude und 100 Meter weiter rechts am Gebäude noch mal zwei und vor jedem Automat hatte sich eine Schlange gebildet, mit Leuten, die mehr oder weniger mit dem Nahverkehrs- und Tarifsystem von Sydney so vertraut waren wie wir. Zum Glück kam uns ein Einheimischer zu Hilfe, der für uns dem Automat die richtige Fahrkarte entlockte und uns noch Zuglinie und Bahnsteig nannte.
Das chinesische Viertel ist mit den Chinatowns in anderen Städten, wie z.B. in San Franzisco oder Singapur nicht vergleichbar, es ist nicht touristisch ausgerichtet. Hier gibt es ganz normale moderne Geschäfte und Läden, die von Chinesen betrieben werden und hier leben und wohnen viele Chinesen. In den chinesischen Garten konnten wir nur einen ganz kurzen Blick werfen, denn er war gerade am Schließen.

 

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Am Rand des chinesischen Viertels:
In der Glasfassade des International Convention Centre (ICC) spiegeln sich die Wolkenkratzer der City

 

Zur Haltestelle unseres Shuttlebusses konnte man wieder zu Fuß gehen und so kamen wir wohlbehalten, mit etwas wehen Füßen rechtzeitig zum Abendessen wieder auf der Artania an.
Uunser erster Eindruck von Sydney? Na ja!
Aber wir liegen ja mit der Artania hier noch weitere zwei Tage.

 

 

 

81. Reisetag - Samstag, 11.03.2017 Sydney/Australien

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An unserem zweiten Tag in Sydney machten wir es uns ganz einfach. Mit dem Shuttlebus fuhren wir wieder in die City, um mit dem Hop-On-Hop-Off-Bus die Stadt zu erkunden und den berühmtesten Strand Australiens, Bondi Beach, (ich wusste von dessen Existenz und Wichtigkeit bis dato rein Garnichts) einen Kurzbesuch abzustatten.
Die nächste Hop-On-Haltestelle (King Street Ecke Elizabeth Street) war schnell gefunden, allerdings wollte der Bus gerade losgefahren, aber er hielt wieder an, als ob uns der Fahrer aus 100 Meter an der Nasenspitze angesehen hätte, dass wir potentielle Hop-On-Hop-Off Kunden wären. Wir siegen also ein, kauften beim Fahrer die Tickets (ca. 30 EUR pro Person), erhielten jeder ein paar schöne rote Kopfhörer und los ging das Soghthseeing. An den Sitzplätzen konnte man die Kopfhörer einstöpseln und die Sprache wählen (deutsch war im Angebot) und die Lautstärke einstellen.
Kleiner Insidertipp am Rande: Sollte jemand mal in Sydney ebenfalls einen Hop-On-Hopp-Off-Bus besteigen, nehmt eure eigenen Kopfhörer mit (3,5 mm Klinkenstecker). Die schönen roten Ohrstöpsel, die man beim Fahrer bekommt, taugen nicht viel und sitzen nicht sehr bequem im Ohr.

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Der El Alamein Brunnen sieht aus wie eine riesige Pusteblume

Unser erster Ausstieg (Hop-Off) war im Bezirk Kings Cross, dem Kiez von Sydney. Tagsüber sei hier alles solide und erst am Abend würden die leichten Mädchen in Erscheinung treten und die schummrigen Bars öffnen. Der Grund für unseren Ausstieg war vielmehr der El Alamein Fountain, ein außergewöhnlicher Springbrunnen, der unsere Neugier weckte. Der Brunnen ist ein Denkmal für die gefallenen Australischen Soldaten die in den beiden Schlachten von El Alamein in Ägypten im 2. Weltkrieg gefallen waren. Um den Brunnen gruppierten sich diverse Stände, an denen Spezialitäten aus aller Herren Länder angeboten wurde. An manchen Ständen roch es verlockend an anderen roch es für unsere deutsche Nasen eher unangenehm.
Doris kaufte sich einen Zimtdonat, in der Hoffnung ein ähnliches Geschmackserlebnis wie am 21.2.2017 in Auckland. Der Donat stellte sich allerdings als alternatives laktosefreies Dinkelgebäck heraus, an dessen Geschmack man sich erst ganz langsam herantasten musste - kein Vergleich zu Auckland.
Unser nächste Stopp war der Botanische Garten, an dessen nördlichen Ende sich „Mrs Macquarie's Chair“ befinden sollte, ebenfalls ein angeblich Muss für jeden Besucher. Bei dem Chair (Stuhl) handelt es sich um eine steinerne Bank an der Spitze der Halbinsel. Sie wurde1810 von Gefangenen für die Frau des Gouverneurs Macquarie aus Sandstein hergestellt, damit sie die Ankunft von englisch en Schiffen beobachten konnte. Aber der botanische Garten ist groß und eine aus Stein gemeißelte Bank war dann doch nicht so attraktiv, als dass wir uns deswegen die Füße plattlaufen würden


Also wieder Hop-On; unser Ziel war nun die Central Station. Dort wollten wir von der roten Hop-On-Hop-Off Linie in die blaue Linie umsteigen, die zum Bondi Beach führen sollte. Als wir aber an der Busstation die vielen Menschen sahen, die bereits auf den Bus derblauen Linie warteten, blieben wir lieber in unserem Bus sitzen und fuhren weiter. Heute war Flexibilität angesagt.

Nächste Station: The Rocks.
The Rocks ist praktisch die Altstadt von Sydney, hat sich aber meiner Erachtens zum reinen Touristen Viertel gewandelt. Es gab sogar einen Löwenbräu-Ausschank, wo sich meist Japaner an Bratwurst und Schweinebraten versuchten - Kufsteinlied und Herzilein inklusive.

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Aber in unmittelbarer Nähe von „The Rocks“ ist der Zugang zur Harbor Bridge. Da wollten wir auch mal drüber laufen, vielleicht nicht den gesamten Weg, aber zumindest ein Stück. Das war eine gute Idee, denn von der Brücke aus hatte man einen prima Blick auf das Opernhaus (besser als vom Fernsehturm) und die Bucht von Sydney, wo sich am heutigen Samstag hunderte von S egelbooten tummelten. Seltsamerweise sah man hier auf der Brücke fast nur junge Menschen. Die Brücke wird hängt zwischen zwei hohen Pylonen, in deren inneren Treppen sind, sodass man auf die Spitze des jeweiligen Pylon gelangen kann. Aber wir dachten, dass der Ausblick ein paar Meter höher auch nicht sehr viel spektakulärer sein kein. Jedenfalls war dieser Brückenspaziergang heute der schönste Teil unserer Besichtigungstour.

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Wem der Spaziergang auf dem Fußgängerweg der Brücke nicht genügte, konnte auch den kleinen Umweg ganz oben über den Brückenbogen nehmen, der sogenannte Bridge Climb. Ganz billig ist dieses Vergnügen nicht, es kostet zwischen 200 und 400 AUD (140 - 280 EUR) je nach Wochentag und Tageszeit. Man sieht eigentlich ständig 3 bis 4 Grüppchen a 10 Leuten auf dem Bogen marschieren. Das Geschäft läuft also prächtig.

 

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Ein schöner Blick von der Brücke über die gesamte Bucht

 

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Letztlich wurde der unhandliche Burger dann doch unfallfrei verspeist

Recht interessant war auch der Burger, den wir uns anschließend in einem Straßenlokal in den Rocks bestellt hatten. Statt des gewohnten hellen Hamburgerbrötchens, gab es ein dunkles, von Geschmack, Konsistenz und Gesundheitseffekt dem Donat von heute früh nicht unähnlich. Statt Ketchup gab es Rote Beete und statt Mayonnaise war ein Spiegelei zwischen den Brötchen hälften. Der Salat erinnerte im Aussehen stark an Löwenzahn. Der Burger selbst war recht dick und ohne jeglichen Fettanteil, also furztrocken. Serviert ohne Messer und Gabel erforderte es einiges an Geschick, das Ungetüm unfallfrei zu verspeisen.

Die Rückkehr zum Schiff via Hop-On-Bus und Shuttle verlief fast ohne Zwischenfall. Auf dem Weg zurück zur Shuttle-Haltestelle hatten wir im Hop-On-Bus die besten Pätze, nämlich ober und ganz vorne. Das Glück hatte aber ein jähes Ende. Gleich an der nächsten Haltestelle machte unser Bus Feierabend und wir mussten in einen anderen, bereits wartenden umsteigen. Unsere Pole-Position war natürlich futsch.

Am heutigen Tag war auch wieder eine Etappe zu Ende und die meisten Passagiere gingen von Bord und Neue sind im Laufe des Tages angekommen. Jetzt sind wir mit ca. 750 Passagieren 100 weniger als vorher, was Phoenix höchstwahrscheinlich bedauern, aber von uns mit Wohlwollen wahrgenommen wird. Der Titel des neuen 5. Reiseabschnitts lautet: „Von Sydney über Perth nach Bali“

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Alle fotografischen Anstrengungen waren umsonst

Am Abend beim Übertragen der Fotos auf das Netbook musste ich feststellen, dass mein Fotoapparat nur die letzten 15 Bilder des heutigen Tags auf dem Chip abgespeichert hat.
Das ist zwar Schade, aber keine Katastrophe, zumal Doris auch einige Fotos gemacht hat.

PS. Nachdem ich den Speicherchip neu formatiert hatte, hat die Kamera auch wieder ordentlich gearbeitet.

 

82. Reisetag - Sonntag, 12.03.2017 Sydney/Australien

Um die Gestaltung des dritten und letzten Tags in Sydney brauchten wir uns keine Gedanken zu machen, denn wir hatten für den Vormittag einen bei Phoenix gebuchten Ausflug in den Featherdale Wildlife Park.
Hier konnten wir noch einmal die meisten Tierarten Australiens sehen, Koalas, Kängurus, Echidnas (Ameisenigel). Wallabys, Wombats, Fliegende Hunde, Pelikane, Dingos und und und …

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Dieser kleine Wombat ist uns im Shop des Wildparks zugelaufen


Ich erspare dem Leser hier für jede der genannten Gattungen ein mehr oder weniger gelungenes Fotos betrachten (bzw. wegscrollen) zu müssen und empfehle stattdessen einen entsprechenden Bildband oder das Internet. Es ist eben doch ein gewaltiger Unterschied ein Tier selbst zu beobachten oder nur ein Foto anzuschauen.

 

Auf dem jeweiligen Bustransfer vom und zum Schiff erklärte uns ein deutscher Auswanderer, der als lokaler Reiseleiter den Ausflug begleitete, dies und das über Australien im Allgemeinen und Sydney im Besonderen. Da er uns nicht mit Zahlen und sonstigen trockenen Fakten bombardierte, sondern sehr lebendig über die Geschichte, den Alltag und über politische sinnvolle und sinnentleerte Entscheidungen erzählte, war die Fahrt nicht langweilig.
Bei der Fahrt durch die Vororte sah man keine Hochhäuser mehr. Vielmehr sind die Häuser meist einstöckig und die Großstadthektik ist in der City zurückgeblieben.

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Auf eine interessante verkehrstechnische Besonderheit machte uns unser Guide aufmerksam. Es gibt auf manchen Straßen sogenannte T3-Spuren. Auf diesen Spuren dürfen nur Fahrzeuge fahren bei denen sich mindestens 3 Personen im Fahrzeug befinden. Und diese privilegierte Spur ist nicht zu verachten, denn selbst am heutigen Sonntag war der Verkehr mehr als dicht. Könnte man über solch ein Konzept in Deutschland auch mal nachdenken? Es könnte durchaus die Bildung von Fahrgemeinschaften fördern.

 

Den Nachmittag hatten wir „frei“, den wir an Bord verbrachten. Ein weiterer Besuch der Stadt bis zum Auslaufen der Artania war uns für die wenigen verbleibenden Stunden zu Aufwendig.

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Ein letzter Blick auf die Skyline und ...


Um 19.00 Uhr legten wir ab und die Kulisse, die Sydney dabei bietet ist doch etwas ganz besonderes und wir genossen die Ausfahrt auf den Außendecks.

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... ein letztes Fotos "Tourist, Harbour Brige und Sydney Opera House"

 

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Phoenix spendierte reichlich „Auslauf-Sekt“ und als die Dämmerung einsetzte stand am Himmel ein großer Vollmond.
Kreuzfahrerherz was begehrst Du mehr?

 

Auch wenn Sydney keine Stadt war in die wir uns verliebt haben und sagen, dass man nicht unbedingt noch einmal hierher müsste, haben wir unsere etwas negative Meinung vom ersten Tag im Laufe unseres Aufenthalts doch korrigiert.

 

83. Reisetag - Montag, 13.03.2017 Seetag

Am Vormittag fand, wie immer am ersten Seetag einer Etappe, der maritime Frühschoppen statt, also Zeit und Gelegenheit in meinem „Büro“, dem Jamaica Club, meine Hausaufgaben als Blogger zu machen, während die Artania Seemeile um Seemeile Richtung Süden an der Ostküste entlangfährt, um morgen früh in Melbourne festzumachen.

Am frühen Nachmittag sichteten wir ganz nahe beim Schiff auf der Steuerborseite ca. 20 Delfine, die für kurze Zeit schwimmend und springend das Schiff begleitet haben.

Am späten Nachmittag stand der Kapitänsempfang auf dem Programm, also Händeschütteln während der Bordfotograf ein Foto macht. Man hat dieses Ritual diesmal organisatorisch ein wenig gestrafft, indem darum gebeten wurde, dass nur die in Sydney neu zugestiegenen Passagiere das Shake-Hands vollziehen. Viele Passagiere, die mehr als eine Etappe mitfahren, ließen es sich nicht nehmen, sich von ein und demselben Kapitän jedes Mal wieder begrüßen zu lassen. Außerdem gibt es nach dem Händeschütteln immer ein Glas Sekt gratis. Wir selbst gehen schon lange nicht mehr zu den Kapitänsempfängen und bisher hat sich deswegen auch noch kein Kapitän bei uns beschwert oder geäußert, dass er darüber enttäuscht ist.

 

84. Reisetag - Dienstag, 14.03.2017 Melbourne

Melbourne ist mit 4,5 Millionen Einwohner die zweitgrößte Stadt in Australien. Die Kernstadt selbst hat zwar „nur“ 71.000 Bewohner, aber die Stadt erstreckt sich über fast 10.000 km2, das ist ein Quadrat von 100 km x 100 km, also außerordentlich großflächig.
Dass unsere Anlegestelle knapp 10 Kilometer vom Zentrum entfernt lag, bedeutete letztlich, dass wir genau genommen sehr zentral lagen.
Die Frage, ob wir uns ein Hop-On-Hop-Off-Busticket (25 AUD) zulegen oder eine Tageskarte (15 AUD) für die öffentlichen Verkehrsmittel kaufen sollten, wurde zugunsten der Öffentlichen entschieden. Nicht wegen des Preises, sondern bezüglich gesicherter Aussagen der Abfahrtszeiten und der Hoffnung, mit dem Liniennetz zurecht zu kommen. /p>

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War einmal ein Bumerang;
War ein Weniges zu lang.
Bumerang flog ein Stück,
Aber kam nicht mehr zurück.
Publikum – noch stundenlang –
Wartete auf Bumerang.
(Joachim Ringelnatz)


Mit einer Straßenbahn fuhren wir zur Elizabeth Street, um uns von dort aus weiter zum Queen Victoria Markt durchzuschlagen.
„Ein echtes Erlebnis; neben Lebensmitteln ist auch Kleidung, Kunsthandwerk und vieles mehr geboten; geöffnet 6 - 14 Uhr“,
so zu lesen in der Landgangsinformation von Phoenix.

 

Beim Ausstieg aus der Tram stießen wir auf Tourist-Volunteers, das sind ehrenamtliche Helfer, die Fragen von Touristen beantworten. Eine dieser Helferinnen riet uns ab, mit einer Bahn weiterzufahren, wir sollten lieber zum Queen Victoria Markt laufen.
Also liefen wir den 30 minütigen Weg, den man uns als kurze Strecke beschrieben hatte, bis wir endlich am Markt ankamen. Auf diesem Weg bekam man jedoch einen ersten Eindruck von der der Stadt. Sie ist ganz anders, in unseren Augen nämlich schöner als Sydney. Ein Mix aus modernen und alten Gebäuden, Geschäfte für „normale“ Einkäufer und nicht nur Schicki-Micky-Läden machten die Innenstadt lebenswerter.

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Man beachte ganz oben die Aufschrift:"Free Tram Zone"


Interessant ist auch die Tatsache, dass man hier in einem etwa 2 km x 2 km großen Bereich in der Innenstadt die Straßenbahn und Bus kostenlos benutzen kann.

 

Den in der Tat sehr großen Markt mit mehreren Hallen und Marktgebäudeselbst durchstreiften wir nur stichprobenartig und waren in einer halben Stunde durch. /p>

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Als viel interessanter stellte sich ein Laden mit seinen teilweise skurrilen Artikeln in der Nähe des Marktes heraus. In dem Sortiment von Halloween-, Party-, und Scherzartikel, Faschingskostüme und Haushaltswaren gab es eigentlich nichts, was es nicht gab.

 

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Eine kleine Seitengasse mit gekonnten großflächigen Graffitis stellte für uns eine weitere Sehenswürdigkeit dar, die in keinem Reiseführer beschrieben ist

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Donald Trump als Teufel. Es sieht fast so aus, als würde sich Doris mit Grausen abwenden.

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Eine gelungene Kombination von Graffiti auf Körper und Wand.

 

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Auf einem Rundkurs um die City verkehrte eine (natürlich kostenlose) historische Straßenbahn, mit der wir auch fahren wollten. Das wollten unzählige andere Touristen aber auch. So fuhren wir in einer heillos überfüllten Bahn in die Flinders Street am Ufer des Yarra River. Sightseeing funktionierte während der Fahrt nicht so richtig, aber die Informationen vom Band verrieten wenigstens, was man hätte sehen können.

 

Das Mittagessen nahmen wir in eine Bäckerei ein, wie gewohnt einen Donat für Doris und für mich Würstchen im Schlafrock, bevor wir die nächsten Sehenswürdigkeiten in Angriff nahmen, wie z.B. die Kathedrale und den Bahnhof.

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Der Bahnhof "Flinders Street"

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Brücke über den Yarra River

 

Auf der Terrasse einer Snackbar am Ufer des Yarra Rivers ließen wir den Nachmittag ausklingen ehe wir zurück zum Hafen zur Artania fuhren.

 

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Blick vom Federation Square auf die St.Paul's Cathedral

 

85. Reisetag - Mittwoch, 15.03.2017 Seetag

Wir fahren an der australischen Südküste und wollen morgen früh Adelaide erreichen.
Der heutige Seetag verlief ohne große Ereignisse.

Doris verbrachte eine geraume Zeit im Waschsalon der Artania. Falls es interessiert: Eine Maschine Wäsche kostet 3 Euro (Waschpulver inklusive), die Benutzung von Trocknern und Bügeleisen ist frei.

Ich nutze den „freien“ Vormittag, um die letzten Texte und Bilder im Blog einzubauen. Am Nachmittag geht der 10. Blogeintrag online.

Der Abend bot einen kulinarischen Höhepunkt. Eine von zu Hause mitgebrachte Dose hessischer Presskopf krönte unser Dinner im Lido-Restaurant.

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Nach dem Essen besuchten wir die heutige Show in der Atlantic Lounge. Armin Fischer, seines Zeichens Pianist, brachte Humor und Klavierspiel auf einen Nenner. Wir haben Tränen gelacht.

 

 

Normalerweise statten wir den Shows nur mal eine kurze Stippvisite ab.
Die meisten Abende bestreitet das Artania-Skow-Ensemble, eine Gruppe von sehr talentierten Sängerinnen, Sänger, Tänzerinnen und Tänzer.
Meist präsentieren sie Oldies, Schlager, Popsongs und Musicalstücke oder führen Mini-Musicals auf, leichte Unterhaltung eben, aber nichts, was uns für eine Stunde, solange dauern die Programme immer, fesselt.
Auch die eingeflogenen Künstler, die einen Reiseabschnitt an Bord bleiben, und in der Regel zwei Abende gestalten, locken uns nicht in ihre Shows, egal ob Bauchredner, Zauberer, Sänger, Geiger.
Wie gesagt, mal eine viertel Stunde hinten im Saal an einem Bistrotisch stehend, das genügt uns.
Es gibt ganz selten etwas, was man nicht schon in irgendeiner Art und Weise auf früheren Reisen gesehen hat.
Aber es gibt ab und an mal Ausnahmen, so wie heute.

 

86. Reisetag - Donnerstag, 16.03.2017 Adelaide/Australien

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Wir machten an der Pier im Hafen mit dem vielversprechenden Namen „Outer Harbor“ fest. Und in der Tat, die Entfernung von Outer Harbor in die City beträgt knapp 20 Kilometer. Aber halb so schlimm, es verkehrt alle halbe Stunde ein Zug ins Zentrum. Die Haltestelle ist nur 500 Meter vom Hafenterminal entfernt.
Obwohl in Australien normalerweise alles sehr teuer ist, kostete die Tageskarte für den Großraum Adelaide nur 10 AUD (ca. 7 Euro).
Wir lassen uns etwas Zeit und fahren erst um 10:30 Uhr los, in der Hoffnung, dass die große Masse der sogenannten „privaten“ Landgänger zu diesem Zeitpunkt die Züge nicht mehr verstopfen. Die Phoenix-Ausflügler sind hierbei unkritisch, die fahren ja mit Bussen.

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In den Vororten war fast alle Häuser einstöckig

Unsere Rechnung ging auf und wir fuhren in einem halbleeren Zug in einer 40-minütigen Fahrt nach Adelaide Central Station. Die Hinfahrt war einfach. Vom Hafen fuhr nur eine Linie hierher, da kann man nichts falsch machen. Bei der Rückfahrt musste man dann schon etwas aufpassen, den richtigen Zug zu erwischen. Als wir uns dementsprechend versuchten schlau zu machen, kam unaufgefordert ein Bediensteter auf uns zu, erkannte sofort unsere Absicht und zeigte uns wo die Tafel mit den „Departures“, den abfahrenden Zügen zu finden ist. Toller Service!

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In Adelhaid Hauptbahnhof angekommen

 

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Die ersten Eindrücke von Adelaide


Mit dem Stadtplan in der Hand starteten wir unserer Tour. Gleich hinter dem Bahnhof, am Fluss Torrens, lagen das Casino, Convention Center und Festivalcenter, alles Gebäude, die im Stadtplan als sehenswert verzeichnet waren. Und so erfüllten wir brav unsere touristische Pflicht.
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Dieses großflächige, den Aborigines gewidmete Kunstwerk, war nicht im Reiseführer verzeichnet.

 

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Unser weiterer Weg führte uns zum großen Kriegerdenkmal. Australien liegt zwar am „Ende der Welt“, schickte aber in den 1. und 2. Weltkrieg, in den Koreakrieg, in den Vietnamkrieg und diversen anderen Kriegen Soldaten, weil es mit Großbritannien verbandelt war und ist.

 

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Dank vorbildlicher Ausschilderung war die Orientierung ein Kinderspiel


Vorbei am alten und neuen Parlamentsgebäude bogen wir ab in die Rundle Mall, eine belebte Fußgängerzone. Im Rahmen eines Kleinkunstfestivals war auch hier eine kleine Bühne aufgebaut, auf der sich diverse Künstler im 15-Minuten-Takt präsentieren konnten.

 

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The String Family

Eine bemerkenswerte Gruppe - die String Family (zu Deutsch etwa: Familie der Saiten) - fesselte meine Aufmerksamkeit. Mutter (Geige) und Vater (Cello) mit Tochter (Geige) und Sohn (Cello) machten Musik, da ging aber die Luzie ab. Wie man mit so „langweiligen“ Instrumenten eine so fetzige Musik machen kann ist schon toll.
Die 4 Stücke, die sie spielten:

  • Ein flottes Irish/Celtic Folk Stück (Titel ist mir entfallen)
  • Der Sirtaki von Mikis Theodorakis aus dem Film Alexis Sorbas
  • The Devil Went Down to Georgia von der Charlie Daniels Band
  • Hava Nagila, das bekannte hebräisches Volkslied.

 

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Die einzige Schweinerwei in der sonst sauberen Fußgängerzone Rundle Mall


Dann waren die 15 Minuten der String Family vorbei. Ich würde mir mehr von Künstlern dieses Kalibers auf der Artania wünschen.

 

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Glenelg, an der Ostsee bekäme dieses Örtchen den beinamen Seebad

Unser nächstes Ziel war der Vorort Glenelg, ein Ferienörtchen mit Strand, dessen Besuch uns in der Phoenix-Landgangsinformation empfohlen wurde. Um dorthin zu kommen, nutzen wir wieder die Straßenbahn, die ungefähr 30 Minuten brauchte.
Da zum einen schon den ganzen Tag ein sehr kräftiger Wind blies und außerdem die Badesaison vorbei war, schließlich ging es hier schon strack auf den Herbst zu, war das Strandleben sehr übersichtlich.
Ein Indoor-Vergnügungspark war leider schon geschlossen. Mit dem Nostalgiekarussell mit Dampforgel und den Karussellpferden wären wir mit Sicherheit gefahren. Das Riesenrad war zwar nicht in dem Gebäude mit dem Karussell, dem Autoskooter und anderen Vergnüglichkeiten untergebracht, sondern wegen seiner Größe outdoor angesiedelt, aber dennoch außer Betrieb.

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So blieb Doris nur noch das kleine Trampolin, das, da fest installiert, Sommers wie Winters genutzt werden kann.

 

Mehr als einen Kaffee trinken und sich ein paar Geschäfte anschauen konnte man hier nicht. Das einzig Erwähnenswerte war der deutschsprechende ägyptische Bäcker.
So fuhren wir mit der Tram zur Central Station, ein Kopfbahnhof, nach Adelaide zurück.
Bevor wir von hier zum Hafen zurückkehrten, erregte eine Art Bildschirmwand unsere Aufmerksamkeit. Man wurde von einer Kamera aufgenommen und als „Lichtgestalt“ auf der Wand abgebildet.

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Die linke Lichtgestalt ist Doris, die rechte Lichtgestalt ist der Fotograf dieser Aufnahme (Peter)

Die Abbildung erinnerte stark an die Frogs aus der Fernsehserie „Raumpatrouille - Die phantastischen Abenteuer des Raumschiffes Orion“.
Nachdem jeder Mal mit entsprechenden Verrenkungen die Bildschirmwand ausprobiert hatte, wurde anhand der großen Anzeigetafel Abfahrtzeit und Bahnsteig der Bahn nach Outer Harbor ermittelt; - gelernt ist gelernt - Abfahrt 18:12 Uhr, Bahnsteig 5, wo ist das Problem.
Das Problem war am Bahnsteig 5 selbst, denn dort wurde eine Abfahrtszeit von 18:15 Uhr und irgendein anderes, uns unbekanntes Ziel, angezeigt. Auch andere Mitreisende von der Artania, die am Bahnsteig 5 eingetroffen waren, waren leicht verunsichert. Leider war weit und breit jetzt kein Bahnbediensteter zu erblicken , den man hätte fragen können, - man fühlte sich fast wie zu Hause bei der Deutschen Bahn AG.

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Woran erkennt man in mitten in der Stadt einen Artania-Passagier?
Antwort: An der grünen Phoenix-Tasche!
Diese Tasche hat jeder Passagier bei Reiseantritt in seiner Kabine vorgefunden und sie wird gerne und häufig bei den Landgängen genutzt.
Ich selbst bleibe lieber bei meinem alten Rucksack.

Also wurde gemeinsam mutig beschlossen, dass dies der richtige Zug sein müsse. Ein Ehepaar stieg gleich hinten in den Zug. Aus unerfindlichen Gründen zog der Rest des kleinen Grüppchens weiter nach vorn. Dort löste sich auch die Irritation auf. Auf dem Bahnsteig standen 2 Züge, der Hintere nach Irgendwo, der Vordere um 18:12 Uhr nach Outer Harbour, wie eine weitere Anzeigetafel versprach.
Nur noch 2 Minuten bis zur Abfahrt, aber gerade noch Zeit genug, dass ich im Sauseschritt noch einmal zurücklaufen konnte, um das falsch eingestiegene Ehepaar aus den Zug nach Irgendwo über unsere neuesten Erkenntnisse zu informieren.
Da die Artania heute erst sehr spät, nämlich um 23:00 Uhr ablegen sollte, wäre es trotz eines Ausflugs nach Irgendwo sicher noch möglich gewesen, das Schiff zu erreichen. Aber zumindest das Abendessen auf dem Schiff hätten die Herrschaften sicherlich verpasst.

 

87. Reisetag - Freitag, 17.03.2017 Penneshaw/ Kangaroo Island /Australien

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Die Känguru-Insel (englisch Kangaroo Island) ist nach Tasmanien und der Melville-Insel mit 4405 Quadratkilometern die drittgrößte Insel Australiens. Sie liegt 112 Kilometer südwestlich von Adelaide im Gulf Saint Vincent im Bundesstaat South Australia. (Quelle: Wikipedia)

Wir ankerten in der Nähe des 500-Seelendorfes Penneshaw wohin wir gegen 9:30 Uhr tenderten.
Im Tenderboot berichtete eine „wissende“ Dame, dass es hier nichts gäbe und es unerklärlich sei, wieso wir hier überhaupt Station machen.
Der kleine Ort selbst hatte sich auf unsere Ankunft gut vorbereitet.

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Auf dem Football-Platz hatten sie einen kleinen Markt aufgebaut.

 

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Hier buhlten dem neben dem üblichen Kunsthandwerk, ein Heilkräuter-Guru, ein Folksänger, ein Bratwurststand, ein Jongleur, ein indischer Bongotrommler und eine Organisatin, die sich um heimische Raubvögel kümmert um unsere Aufmerksamkeit.

 

 

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Der Kräuter-Guru ...

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... und die Adler-Frau

 

Nachdem wir den gesellschaftlichen und kommerziellen Teil von Penneshaw abgearbeitet hatten, machten wir eine kleine Wanderung am Meer entlang zum Frenchman's Rock, ein Stein, in dem sich der französische Entdecker Nicolas Baudin 1803 verewigt hatte, indem er die Ankunft seiner Expedition dort eingravierte.

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Auf der Artania hatten wir die Info bekommen, dass auf Kangaroo Island überall, wie der Name sagt, die Kängurus herumlaufen und viele von den Autos überfahren werden.
Kängurus haben wir keine gesichtet, allerdings hatten wir am Strand Teile eines Skeletts entdeckt.
Leute, die mit dem Bus einen Ausflug gemacht hatten, berichteten, Kängurus gesehen zu haben, wenn auch in größerer Entfernung.
Massentourismus und Tierbeobachtung in freier Wildbahn schließen sich wohl aus. Um echte Tiererlebnisse zu haben, muss man wohl oder übel individuelle Safaris durchführen. Kreuzfahrten sind hierfür denkbar ungeeignet.

Aber der Aussage der Dame aus dem Tender, hier gäbe es nichts, muss ich heftig wiedersprechen. Alleine der Spaziergang am Strand in der schönen Umgebung hat diesen Landgang gerechtfertigt, insbesondere nach dem Besuch von drei australischen Metropolen.

Zum Thema „erzählter Blödsinn“ gab es heute noch eine weitere Episode.
Bei den Überfahrten schaukelte wegen des starken Winds das Tenderboot kräftig immer schön von links nach rechts. (Auf der Kirmes bezahlt man hierfür viel Geld).
Wegen dieser Windverhältnisse brauchte d er Schiffsführermanchmal für das Anlegen und Festmachen des Tenderboots an die Artania mehrere Anläufe. Das Ein- und Austeigen jedoch war absolut unproblematisch.
Daraus machte aber jemand eine Horror-Story und riet einem uns bekanntem Ehepaar dringend von der Überfahrt an Land ab. Da das Ehepaar nicht erkennen konnte, dass man ihnen lediglich ein Schauermärchen auftischte, blieben sie an Bord. Es gibt Menschen die erzählen den größten Mist nur um sich irgendwie wichtig zu machen und von dieser Sorte haben wir einige an Bord.

 

88. Reisetag - Samstag, 18.03.2017 Seetag

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Kapitän Jarle Flatebø (Foto: Phoenix)

An Bord gibt es bei einigen Mitreisenden bezüglich unseres Kapitäns Jarle Flatebø, seines Zeichens Norweger, harsche Kritik. Man bemängelt, dass er fast kein Deutsch spricht und er beim Kapitänsempfang, bei dem es ein Handshake und ein Foto mit ihm gibt, sich zu wenig herzlich und aufgeschlossen zeigt und auf den Fotos nicht richtig lächelt. Auch ist er eher unsichtbar. erscheint nicht beim Frühschoppen oder Showpremieren und ist nicht zu vergleichen mit dem überall und allzeit beliebten Kapitän Hansen, wie man ihn aus der Dokusoap „Verrückt nach Meer“ kennt.

Unsere Sicht, dass der Kapitän auf einem Schiff in erster Linie dieses ordentlich zu führen hat und seine Mannschaft im Griff haben muss und alles andere zweitrangig ist, wird nicht immer geteilt.
Wir vergleichen den Kapitän gerne mit einem Lokführer bei einer Zugfahrt, der hat auch nur seinen Zug zu fahren und sonst nichts. Das wird aber eben oft so nicht gesehen und die Erwartungshaltung ist die, dass ein Kapitän den Passagieren gegenüber eben gewisse gesellschaftliche Verpflichtungen hat, die er auszufüllen hat. Hat hier eventuell auch das ZDF-Traumschiff und Sacha Hehn zu hohe Erwartungen geschürt?

 

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Ich denke ich werde diese Fragestellung und die verschiedenen Sichtweisen mal in der Facebookgruppe „MS Artania - Fans und Freude“ zu Diskussion stellen. Mal sehen, was dann passiert. Ich vermute, dass ich mit meinem Lokführervergleich gehörig verbale Prügel einstecken werde. Aber Facebook-Dresche tut ja gaar nicht so weh.

 

89. Reisetag - Sonntag, 19.03.2017 Seetag

Am Morgen kurz vor halb acht, ich stand eingeseift unter der Dusche, hörte auf einmal das Wasser auf zu fließen. Mit den allerletzten Resten aus Dusche und Waschbecken gelingt es mir, dieser vertrackten Situation noch einmal zu entkommen.
Doris, die bevor ich aufstehe, schon beim Frühkaffee weilt, wusste auch von einem kurzen Stromausfall im mittleren Teil des Schiffes zu berichten.

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Im Kanal 1 des Bordfernsehens, wo die sogenannte Cruise-Show läuft, das eine Anzeigenfolge von Positions, Geschwindigkeits und Wetterdaten, konnte man sehen, dass die Artania nur noch mit halber Kraft lief. Statt wie mit 16 - 19 Knoten (ca. 28 - 34 km/h), fuhren wir nur noch etwa 7 Knoten.
Informationen, was da los war, erhielten wir erst mal nicht.Man macht sich da schon den ein oder anderen Gedanken.
Gegen 9:30 Uhr nahmen wir wieder normal Fahrt auf.

 

Um 10 Uhr spricht an Seetagen immer der Kreuzfahrtdirektor über Bordlautsprecher zu uns. Er teilt uns die Schiffsposition mit, wirbt für die diversen Vormittagsveranstaltungen (die auch jeder selbst im Tagesprogramm nachlesen könnte) und informiert gegebenenfalls über Fußballergebnisse. Heute erfuhren wir dann endlich auch, dass die Steuerelektronik einen Fehler gemeldet hätte und deshalb die Maschinen heruntergefahren wurden, um Ursachenforschung zu betreiben. Das Ergebnis war, dass die Elektronik wohl ein wenig gesponnen hat.

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Obwohl das Buffet schon lange freigegeben war, hat der Ansturm seltsamerweise noch nicht stattgefunden.


Von 11:30 - 12:00 Uhr fand ein Jazzfrühschoppen statt, wegen des schlechten Wetters diesmal nicht auf dem Außendeck sondern im Foyer des Schiffes.
Es gab Bratwurst und Fleischspieß, dazu australisches Bier. Alles schmeckte prima.

Und nein - wir sind um 12:30 Uhr, als die Restaurants zum Mittagessen öffneten, nicht mehr zum Mittagessen gegangen.

 

90. Reisetag - Montag, 20.03.2017 Albany/Australien

„Albany, hoch in den Bergen von Norton Green …“, so sang Roger Whittaker im Jahr 1982 (Platz 3 d. deutschen Hitparade).

In dem Lied ging aber um das schottische Albany. Zu dieser schottischen Stadt gehört (noch heute) ein englischer Adelstitel, nämlich „Duke of York and Albany“ und nach einem Frederick, Duke of York and Albany wurde die 1826 gegründete australische Strafkolonie Albany benannt.
So jetzt haben wir die Verbindung zwischen Roger Whittaker und der australischen Stadt Albany, wo wir heute früh um 6 Uhr an der Pier festgenacht hatten, hergestellt.
Wikipedia sei Dank!

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Heute waren wir früh dran, schon um 8:30 fuhren wir mit dem von der der Stadt bereitgestellten Shuttlebus (gratis) in das 3 Kilometer entfernte Zentrum.

Obwohl die Stadt 27.000 Einwohner hat, ist Albany-City selbst eine Kleinstadt. Die Stadt dehnt sich aber auf mehr als 80 Quadratkilometer aus, es gibt also sehr viel Umland.

 

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Der Stadtbummel ist schnell erledigt, es gibt viele kleine Geschäfte. Auf dem großen Platz vor der Bibliothek war ein Markt mit einer handvoll Ständen aufgebaut und auf einer kleinen Bühne spielte und sang ein Gitarrenspieler Countrysongs. Die Herbstsonne (heute war hier Herbstanfang) schien noch schön warm und wir setzten uns vor die Bühne und lauschten lange und gerne der Musik.

 

Damit ist der heutige Landgang auch schon vollständig beschrieben. Um kurz vor 12 Uhr fuhren wir mit dem Shuttle wieder zurück, denn um 12:30 Uhr war „Letzter Einschiffungstermin.

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Entdeckungen beim Stadtbummel: Riesenrucksack und ...

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... Lind Osterhasen im Abgebot (Herabgesetzt von ca. 3,80 € auf 2,80 €)

 

Um 13:00 Uhr legten wir unter dreifachem Tuten mit dem Schiffhorn ab.
Das Tuten wird übrigens mittlerweile angekündigt. Man erinnere sich, vor Panama hat mir das Horn fast das Hirn aus dem Ohr getutet, worauf ich mich bei Phoenix beschwert hatte und angeregt habe, doch vor dem Tut kurz Bescheid zu geben. Man entschuldigte sich bei mir und versprach Besserung.
Dass Phoenix eine Anregung annimmt, ist eher ungewöhnlich und daher in diesem Fall um so erfreulicher.

Heute stand auch noch der Galaabend auf dem Programm, die sogenannte Mittelgala. (Die Begrüßungsgala hatten wir schon, die Abschiedsgala wird noch folgen.) Also binde ich mit brav meine Krawatte um, bevor ich mit Doris zum Abendessen ins Selbstbedienungsrestaurant Lido schreite.

91. Reisetag - Dienstag, 21.03.2017 Fremantle/Australien

Kurz vor 11 Uhr fuhren wir in die Mündung des Swan River ein und machten im Hafen von Fremantle fest. Fremantle ist ein Ort mit knapp 8000 Einwohnern, Ungefähr 20 Kilometer flussaufwärts liegt die Millionenstadt Perth (1,7 Millionen Einwohner).

Unsere Liegezeit war diesmal ein wenig ungewöhnlich. Wir blieben über Nacht in Fremantle liegen, um erst am nächsten Tag um 14:00 Uhr auszulaufen.

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Heute Perth und morgen Fremantle, so sah unser Landgangskonzept aus. Aus der Landgangsinformation wussten wir, dass sich der Bahnhof in Hafennähe befindet und Züge nach Perth alle 15 Minuten fahren.
Am Bahnhof half uns ein freundlicher Bahnmitarbeiter beim Fahrkartenkauf am Automaten. So erstanden Doris und ich eine Tageskarte für je 12 AUD und in knapp 30 Minuten waren wir schon mitten im Zentrum von Perth.

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Nach Sydney, Melbourne, Adelaide war unser Interesse am Großstadtleben eher eingeschränkt. Der Stadtplan zeigte, dass der Elisabeth Quay am Ufer des Swan River nicht allzuweit von der Central Station Perth entfernt ist und wir aus Erfahrung wussten, das Flussufer in Städten oft recht nette Ziele sein können.

 

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Am Elisabeth Quay

Im Prinzip war unser Plan gar nicht so übel, allerdings machte die Aktion wegen Regen und Wind nicht so richtig Spaß. Bei schönem Wetter wäre es am Elisabeth Quay bestimmt recht hübsch gewesen, man hätte einen Kaffee trinken können und dem Treiben auf und um den Fluss zu beobachten.

 

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Aber so machten wir lieber kehrt und bummelten noch ein wenig durch die Einkaufsstraßen.

 

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Hier wären normalerweise Wasserfontänen aus dem Boden gekommen. Aber Dienstags (und heute war Dienstag) ist immer wegen Wartungsarbeiten das Wasserspiel außer Betrieb. Aber wir hatten ja auch Wasserspiele von oben zur genüge, da konnten wir die fehlenden von unten leicht verschmerzen.

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Eine auf Alt-Englisch getrimmte Fußgängerpassage

 

In den Straßen sah man ab und zu Aborigines. Diese Menschen fielen nicht nur wegen ihrer Hautfarbe auf, sondern auch dadurch, dass viele von ihnen barfuß liefen. Ob die fehlenden Schuhe bei diesem kühlen und regnerischen Wetter einfach ihrer Natur entsprachen oder hierfür einfach kein Geld zur Verfügung stand, wissen wir nicht.
Auf der Rückfahrt nach Fremantle, so gegen 15:00 Uhr, stiegen an den verschiedenen Stationen Schüler von verschiedenen Schulen, erkennbar an ihren unterschiedlichen Schulunformen, zu. Dabei handelte es ausschließlich um weiße Kinder und Jugendliche.

Ist unsere Beobachtungen - barfüßige Aborigines und ausschließlich weiße Schülerinnen und Schüler - Zufall oder verbirgt sich dahinter ein Problem beim Zusammenleben der weißen und der indigenen Bevölkerung?

Wikipedia meint zu diesem Thema:

Mangelnde Integration und Diskriminierung der knapp 500.000 Aborigines, die am Rande der Gesellschaft leben, führt dazu, dass im Vergleich zu der Gesamtbevölkerung Australiens (24 Mio.) die Aborigines zum ärmsten Teil der australischen Gesellschaft gehören; ihre Arbeitslosenrate ist mit 20 % fast dreimal so hoch wie die der Durchschnittsbevölkerung. Sie haben einen erschwerten Zugang zur Bildung, ihre Lebenserwartung liegt im Durchschnitt zehn Jahre unter der der weißen Bevölkerung, die Kindersterblichkeit ist doppelt so hoch.

 

92. Reisetag - Mittwoch, 22.03.2017 Fremantle/Australien

Bis zum Ablegen um 14:00 Uhr hatten die Möglichkeilt, Fremantle zu erforschen. Hierzu boten sich mehrere Möglichkeiten an.

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Uns zieht es immer wieder zum Wasser hin

  1. Mit einem kostenlosen Shuttlebus vom hafen ins Zentrum zu fahren (Fahrzeit knapp 5 Minuten),
  2. in Bahnhofsnähe mit den kostenlosen(!) Bussen der sogenannten roten und der blauen Linie im Hop-On-Hop-off-Verfahren auf den zwei verschiedene Rundkurse die Sehenswürdigkeiten abzuklappern,
  3. die nähere Umgebung einschließlich Zentrum zu Fuß abzulaufen.

Das Wetter war heute viel freundlicher als gestern und vor allem regnete es nicht, also entschieden wir uns für die Variante (c).

 

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Im "Fishing Boat Harbour" von Fremantle

Zunächst steuerten wir den Fischereihafen an. Er wird mittlerweile hauptsächlich touristisch genutzt. Allerdings ist die Saison schon vorbei, die vielen hübschen lokale, auf Pfeilern ins Wasser gebaut waren ohne Besucher oder ohnehin geschlossen. Auf dem Weg passierten wir das Round House, dass im Reiseführer als „das älteste erhaltene Gebäude in Western Australia, das 1830/1831 als Gefängnis errichtet wurde.“ hervorgehoben wird.

 

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Diese Aluminium-Gitarre nennt sich Dobro, die durch den metallenen Korpous einen ganz besonderen Klang hat. Der Straßenmusiker hier im Cappuccino Strip spielt sie mit der sogenannten Bottleneck-Technik. Er greift nicht nur Akkorde, sondern er zieht auch mit dem Metallröhrchen, dem Bottleneck (Flaschenhals), den er über den Mittelfinger gestülpt hat, über die Saiten und erzeugt so eine „wimmernde“ Tonfolge. Diese Technik wird oft beim Blues verwendet und dieser Knabe hier spielte waschechten Blues.

Durch einen Park gelangte in wenigen Minuten ins Zentrum und dort speziell zum Cappuccino Strip, eine Straße mit vielen Cafés. Natürlich tranken wir dort einen Kaffee.

 

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Im gesamten Innenstadtbereich sind viele Gebäude aus der Kolonialzeit erhalten und erfreuen gut erhalten und restauriert das touristische Auge.

 

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Auf dem Rückweg zum Schiff kamen wir noch an einem Laden vorbei, in dem echte Didgeridoos verkauft wurden. Dieses Instrument, wurde ursprünglich von den Aborigines verwendet. In den meisten Andenkenläden kann man farbenfrohe industriell hergestellte Didgeridoos kaufen, aber diese hier wurden noch handwerklich nach den alten Techniken, nämlich einem 1 - 2,50 Meter langen Eukalyptusstamm, der von Termiten ausgehöhlt wurde, angefertigt.
Der nette Verkäufer gab mir auch eine Kurzanweisung zum Spielen des Instruments, aber ich habe vollständig versagt. Es kam kein vernünftiger Ton aus der Röhre. Leider haben wir vergessen ein historisches Foto von meiner ersten Didgeridoo-Stunde zu machen.
Auch von einem Kauf sahen wir ab, da zum einen der Platz in der Kabine doch sehr eng geworden wäre und der Preis zwischen 700 und 2.000 AUD unsere Urlaubskasse doch arg gebeutelt hätte.

 

Der Blogger

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Peter Hölzer (*23.12.1953) ist der Blogger

Aus dem Gästebuch ...

Ein interessanter und kurzweiliger Blog. Vielen Dank für die persönliche Schilderung - wir haben gerne alles verfolgt. Die Schilderungen sind sehr lebendig und der kreuzfahrtbegeisterte Leser fühlt sich fast schon dabei auf der Reise.
Den Reiseabschnitt "Havanna-Panama-Lima" haben wir auch mit gemacht. Bei Ihrer kommenden Reise sind wir auf dem Abschnitt "Colombo-Singapore-Hong...

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