93. Reisetag - Donnerstag, 23.03.2017 Seetag

Heute Nachmittag ging an Bord der Artania der 11. Blogeintrag online, schnell und problemlos. Das war gestern noch ganz anders, das scheiterte der Versuch. Die Internetverbindung war so instabil bzw. bestand gar nicht mehr, dass es nicht möglich war, die 25 MB an Daten (die Größe des 11. Blogeintrags) auf den Server 2017a.pehoelzer.de hochzuladen.

Woran es liegt, dass die Verbindung mal gut und mal schlecht ist, bleibt ein Rätsel. Die Phoenix-Leuten wissen es auch nicht - sagen sie zumindest.

Der Seetag verlief ansonsten ereignislos. Die Show „Timetunnel“, eine Revue, bei der Hits und Evergreens der letzten Jahrzehnte präsentiert werden, lief mindestens schon zum zweiten Mal seit Reisebeginn in Genua. Anderes Shows wurden bereits schon drei und viermal aufgeführt.

Auch das sonstige Animationsprogramm wiederholt sich ständig - das Essen sowieso.

Das stellt für manche Passagiere, die die gesamte Weltreise mitmachen, ein echtes Problem dar, sie fangen an sich zu langweilen.

Nur über die Skatturniere, die an jedem Seetag um 14.00 Uhr im Jamaica-Club durchgeführt werden, habe ich noch nie Klagen gehört. Im Gegenteil, das Spielzimmer ist immer proppenvoll, sodass ich mich beim Bloggen an den Schreibtisch der „Gold- und Silberberatung“, der im Jamaica-Club steht, zurückziehen muss, um nicht unnötig einen Spieltisch zu blockieren. Und 50% der der Skatturnierspieler (davon 3 Spielerinnen) sind Weltreisende, die jedes Mal begeistert wieder dabei sind.

 

94. Reisetag - Freitag, 24.03.2017 Exmouth/Australien

Wir haben den Sommer wieder eingeholt. Die Sonne war ja nach Norden Richtung Äquator gewandert und wir sind jetzt einfach hinterhergefahren. Wir befinden uns auf ca. 20° südlicher Breite und die Temperaturen bewegen sich so um die 30° Celsius.

Exmouth (2200 Einw.) ist erst 1964 entstanden, und zwar als Dienstleistungszentrum für die nahe gelegenen Kommunikations-Sendeanlagen, deren Sendetürme mit 388 Metern zu den höchsten der Welt gehören. Die Masten haben wir vom Schiff aus sehen können, als wir uns gegen 11..00 Exmouth näherten.
Das war aber schon ziemlich alles, was wir von diesem Ort sahen, denn wir lagen, anders als im Katalog beschrieben, auf Rede und tenderten gegen 14.00 Uhr zum Yachthafen, der ungefähr 6 Kilometer außerhalb des Orts entfernt.

Ausflüge bzw. Einen Transfer in den Ort hatten wir nicht gebucht.

Warum nicht?
Vielleicht erklärt folgende Aufstellung, warum wir verzichtet haben.

Shuttleservice nach und von Exmouth    25,00 €
 Fahrt mit dem Glasbodenboot ca. 2,5 Stunden  109,00 €
 Schnorcheln am Bundegi Strand ca. 2,0 Stunden 129,00 €
 Bootsfahrt Yardi Creek ca. 4,5 Stunden 189,00 €
 Schnorcheln in der Turquoise Bay ca. 4,5 Stunden 199,00 €
Walhaisafari am Ningaloo Reef ca. 6,5 Stunden 439,00 €

 

Für diese Mondpreise sind aber nicht Phoenix sondern die örtlichen Tourenanbieter verantwortlich.

 

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Zum Glück gab es in der Nähe der Tenderpier einen Strand, den man in knapp 10 Minuten zu Fuß erreichen konnte. Es handelte sich dabei um einen kilometerlangen Naturstrand. Naturstrand bedeutete, dass hier keine Liegen und Sonnenschirme zur Verfügung standen und der Strand nicht nur aus feinen Sand, sondern auch aus Steinen und Korallen bestand. Kein Traumstrand also, aber er war sauber und das Wasser mit knapp 30 Grad sehr angenehm.

 

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Nach Sonnenbad und Planschen im flachen Wasser starten wir eine kleine Strandwanderung.
Unsere Sache ließen war einfach an unserem Platz zurück, im Vertrauen, dass hier nichts geklaut wird, denn den ca. 40 anderen Strandbesucher von der Artania trauten wir alles Mögliche zu, aber keine Diebstähle.

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Auf dem Weg von der Tenderpier zum Strand: Echse, ca. 40 cm lang.

 

Auf unserer kleinen Wanderung trafen wir auf eine Gruppe junger Australier, die Golfbälle ins Meer schlugen.
In einer uns vollkommen unverständlichen Sprache, nämlich Englisch mit heftigen australischem Akzent, boten sie uns an, auch mal einen Schlag zu versuchen. Jeder von uns bekam eine Kurzeinweisung, wie man einen Golfschläger hält, dann ging es los.
Ich durfte zuerst schlagen und hatte Glück, dass ich den Ball, der auf einem Abschlagspinöckel lag (oder wie nennt man den Dorn, auf den der Golfball für den Abschlag platziert wird ?), gut getroffen habe. Der Ball flog weit ins Meer, wohingegen die Flugbahn des Pinöckels kurz vor dem Wasser endete. Der Schlag war allemal besser als z.B. der eines Tiger Woods, der ja anscheinend nicht mal in der Lage ist, den Pinöckel zum Fliegen zu bringen.
Der Schlag von Doris war mehr vom Nachhaltigkeitsgedanken geprägt. Zum einen blieb der Pinöckel, wie bei Profi-Golfern üblich, im Sand stecken, aber der Ball flog nicht sehr weit ins Meer, sodass einer der Jungs die 5 Meter ins seichte Wasser watete und den Golfball zur weiteren Verwendung wieder bergen konnte.

Auf unserem weiteren Weg trafen sprang uns ein mittelgroßer Hund entgegen, der uns sehr deutlich zu verstehen gab, dass wir mit ihm und dem Plastikring, den er im Maul hielt, ein Spiel spielen sollten. Man musste zuerst um den Ring kämpfen. Solange er ihn im Maul hatte, hatte man keine Chance. Das Herrchen, das gemütlich vor seinem Geländewagen saß, bedeutete uns, die Arme einfach hängen zu lassen, dann legte der Hund den Ring auf den Boden. Jetzt kam es darauf an, war schneller zupacken konnten, der Hund oder wir. Manchmal waren wir Sieger und damit der Rest des Spiels klar: Den Ring weit werfen, egal ob in Richtung Strand oder ins Wasser. Der Hunde holte den Ring und das Spiel begann wieder von vorn.
Wäre es nach dem Willen des Tieres gegangen, hätten wir das Schiff verpasst.

Leider konnten wir weder das Golfen, noch das Miteinander von Mensch und Hund für die Nachwelt fotografisch festhalten, da wir ja alle Sachen an unserem Liegeplatz zurückgelassen hatten. Als wir wieder dorthin zurückkamen, war auch noch alles da.

Am Abend besuchten wir den zweiten Auftritt des „komischen“ Pianisten Armin Fischer in der Atlantic Show Lounge.

 

95. Reisetag - Samstag, 25.03.2017 Seetag

Heute konnte man an der Rezeption für 10 Euro Tickets für den morgigen Shuttlebus vom Hafen in Broome in die City kaufen. Dabei musste man sich für eine Uhrzeit entscheiden, 9:30, 9:50, 10:10 etc. Wir hatten bezüglich Abfahrzeiten noch die freie Auswahl, da wir schon vor dem Frühstück den Kauf tätigten uns entschieden uns für den 10-Uhr-10-Bus.

Am Abend, als das Tagesprogramm für morgen ausgeteilt wurde, konnten wir lesen, dass sich die Ankunftszeit um zwei Stunden nach hinten verschieben wird
Warum und wieso? Darüber schwieg sich das Papier aus.
Blöd nur, dass der Shuttleservice dadurch erst um 10:30 Uhr statt um 9:30 Uhr beginnen sollte, denn wir hatten ja ein 10-Uhr-10-Ticket. Watt nu?
„Kein Problem“ erklärte man uns an der Rezeption, „morgen erfolgen konkrete Lautsprecherdurchsagen, wie das Shuttlen durchgeführt wird.“

 

96. Reisetag - Sonntag, 26.03.2017 Broome/Australien

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Natürlich erfolgte keine konkrete Durchsage. Lapidar wurde verkündet, dass das Schiff für den Landgang freigegeben ist und sofort strömte ein Schub Menschen die Gangway hinuter.
Da es üblich ist, dass Passagiere bereits am Ausgang warten, wenn sich der Dampfer noch auf hoher See befindet, dachten wir uns noch nichts dabei.
So gegen viertel vor elf fragten wir an der Rezeption nach, was mit den Shuttlebussen im Allgemeinen und der Durchsage darüber im Besonderen sei. Ja, das würde direkt am Bus von Konstantin (z.Zt. stellvertretender Kreuzfahrtdirektor) geregelt.
Also packten wir schnell unsere Landgangsausrüstung zusammen und wollten von Bord. An der Gangway stand auch tatsächlich besagter Konstantin und rief: „Noch jemand Tickets für 10:50 Uhr“.
Stolz erklärten wir, dass wir noch viel bessere Tickets hätten, nämlich für den 10.10 Uhr Bus. Da meinte er schnippisch: “Der ist schon lange weg.“. Damit war für ihn der Fall erst mal erledigt. Nach meinem Protest wegen fehlender Durchsage, gestattete er gnädig, dass wir den 10-50er nehmen dürften. Auf die Frage, was wir den falsch gemacht hätten, wurde pampig, wir hätten halt ins Foyer gehen müssen. Unseren Einwand, dass wir da ja gerade waren, ließ er nicht gelten und befahl uns, Ruhe zu geben und zum Bus zu gehen.

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Ich schlage hiermit Vize-Kreuzfahrtdirektor Konstantin zum Mitarbeiter des Monats vor, wegen seiner souveränen Kompetenz im Umgang mit Gästen.

 

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Wegen des flachen Wassers liegt die Pier sehr weit daußen


Broome ist eine Kleinstadt und war einst eine Hochburg für das Perlentauchen und für die Perlmuttverarbeitung. Geblieben sind viele Schmuckgeschäfte und ein kleines Freilichtmuseum.

 

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Einige der Aborigines hausen in Zelten am Rand des Ortes


Das Gebiet, in dem Broome liegt, war einmal eine Siedlung der Aborigines gewesen. Wir sahen viele ihrer Nachfahren hier in den Straßen, aber wir hatten nicht den Eindruck, dass sie zu den „Oberen Zehntausend“ gehören.

 

An der Haltestelle des Shuttlebusses im übersichtlichen Stadtzentrum (2 Straßen) boten diverse Tourenveranstaltungen ihre Dienste an. Aber wir wollten weder eine 1-stündige Rundfahrt in die Umgebung für 70 AUD (ca. 50 €) noch einen Hubschrauber Rundflug für 500 AUD (350 €) kaufen, sondern erkundeten das Örtchen zu Fuß.

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Auf einem langen Holzsteg (Streeters Jetty) konnte man wegen gerade herrschender Ebbe zwischen Mangroven allerlei Krebsgetier im Sand beobachten.

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Unsere nächste Station war das kleines Freilichtmuseum, wo rund um die dort präsentierten alten 2 Seglern über die Arbeit der Perlentaucher informiert wurde.

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Zwei bemerkenswerte Kopfbedeckungen.
rechts: Ein alter Taucherhelm, wie ihn die Perlentaucher verwendeten.
links: Ein Sonnenhut, gekauft in Neuseeland.

 

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Das 1906 eröffnete Open-Air Kino „Sun Pictures“ ist heute noch im Betrieb und ist damit das älteste Freiluftkino der Welt.

 

Bevor wir wieder zum Schiff zurückfuhren, kehrten wir noch ein, um etwas Kühles zu trinken, denn die Hitze und die Luftfeuchtigkeit waren enorm.
Auf dem Schiff machten wir uns schnell frisch und schon ging es wieder raus, denn von der Pier über einen langen Steg konnte kam man direkt zu einem Strand. Und da es verboten war, auf diesem Steg zu laufen, setze die Hafenbehörde zwei Minibusse als Shuttle ein, die ständig vom Schiff zum Ende des Stegs und umgekehrt fuhren.

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Am Strand wurden die Hosenbeine hochgekrempelt und los ging es durch den hellen weichen Sand. Der Strand zog sich über mehrere Kilometer (die wir natürlich nicht komplett abgelaufen sind) und immer wieder durch bizarre Fels- und Steinformationen durchsetzt

Auch hier, wie schon in Exmouth, fuhren die Einheimischen mit ihren Geländewagen direkt auf den Strand. Das war aber nicht weiter störend, da der Strand sehr breit und (wie schon gesagt) sehr lang ist.

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Gleich am Zugang zum Strand der Erste Hilfekasten bei Verbrennungen durch Feuerquallen - eine Flasche Essig (engl. Vinegar)

 

Um 19.00 Uhr legten wir ab und verließen somit Australien, um mit Asien einen neuen Kontinent aufs Korn zu nehmen.

 

97. Reisetag - Montag, 27.03.2017 Seetag

Heute war wieder ein erholsamer Seetag mit Stadl Frühschoppen am Vormittag. Der Abend wurde zu Ehren der in drei Tagen abreisenden Gäste als Galaabend veranstaltet.
Da wir noch nicht abreisen wollten, galt die Gala eigentlich gar nicht für uns. Ich hatte trotzdem meine gute Hose angezogen.

Ich kann diesen Galaabenden mittlerweile auch etwas abgewinnen, denn meist gibt es dann abends gegen halb elf als Late Night Snack in Harry’s Bar „Currywurst in 3 Schärfen“, so auch heute abend..

 

98. Reisetag - Dienstag, 28.03.2017 Komodo Island/Indonesien

Die Insel Komodo, sie gehört zur Inselgruppe der „Kleinen Sundainseln“, ist bekannt für ihre Warane, die sogenannten Komodowarane, die größte gegenwärtig lebende Echsenart.
Zusammen mit kleineren vorgelagerten Inseln ist Komodo ein Teil des gleichnamigen Nationalparks.
Wir lagen auf Reede und mussten deshalb wieder tendern.
Wir, die Passagiere der Artania, durften nicht einfach als „freilaufender Tourist“ die Insel betreten, sondern ein Landgang war nur in Verbindung mit einem Ausflug möglich. Diesen Ausflug hatten wir auch schon frühzeitig vor Antritt der Reise auf der Phoenix-Internetseite gebucht.
Der Ausflug nannte sich „Rundgang und Besuch der Komodowarane“. Die circa 450 Ausflugswilligen wurden in 11 Gruppen aufgeteilt, die im Abstand von jeweils 15 Minuten mit einer Tenderüberfahrt startete. Wir waren um 10.15 dran, eine Zeit, die sehr gut mit unserem Schlaf- und Wachrhythmus und Frühstückszeiten im Einklang war.

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"Nicht den Weg verlassen und nichts wegwerfen" waren die wichtigsten Verhaltensmaßregeln

Nach einer Einweisung mit Verhaltensregeln durch einen Ranger marschierten wir los und nahmen den drei Kilometer langen Rundweg in Angriff. Jede Gruppe wurde von 2 Rangern begleitet, einer vorn und einer hinten, bewaffnet mit einem gegabelten Stock, um gegebenenfalls einen übermütigen Waran von uns Touris abzuhalten.

 

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Die Komodowarane, sie werden bis zu 3 Meter lang und bis 70 Kilogramm schwer, sind nämlich gefährliche Raubtiere, die Hirsche, Büffel und sonstiges Getier jagen und reißen. Diese Viecher haben nicht nur scharfe Reißzähne, sondern haben zusätzlich noch eine Giftdrüse. So können sie in aller Seelenruhe warten, bis ein gebissenes Opfer verendet ist, um es dann in Ruhe zu verspeisen.

 

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Ich war etwas skeptisch, ob wir bei diesem Massenansturm diese Tiere überhaupt zu Gesicht bekommen. Aber wir wurden nicht enttäuscht. Die Dramaturgie des Rundgangs war geschickt inszeniert. Gab es für unsere Führer zunächst „nur“ die Möglichkeit Erklärungen über einige Pflanzen abzugeben, kamen wir fast zum Schluss der kleinen Wanderungen an eine Stelle, an der 5 -6 Komodowarane versammelt waren. Gefahr für Leib und Leben der Touristen bestand wohl nicht, denn die Tiere wurden vorher gut gefüttert und lagen faul und vollgefressen herum und interessierten sich für uns überhaupt nicht.

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Es war beinahe schon sensationell, als sich einer dieser Komodo Dragons (so die englische Bezeichnung) ein paar Schritte bewegte und seine lange Zunge ausstreckte, mit der das Tier auch kilometerweite Beute riechen kann.
Wir Fotografen waren begeistert.

 

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Ein wirklich gelungener Ausflug. Schon allein der Weg durch den dschungelartigen Regenwald hat uns sehr gut gefallen.

 

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Am Ende des Rundgangs kam man unweigerlich zu den Souvenirständen, wo neben dem üblichen Angebot auch holzgeschnitzte Warane in allen Größen und Formen feilgeboten wurden. Nach Neuseeland und Australien, wo man sich die Waren ungestört ansehen konnte, muss man sich jetzt erst noch an die asiatischen Verkaufsstrategien gewöhnen. Hier wird man bedrängt, bekommt z.B. T-Shirts unter die Nase gehalten („cheap, cheap, good quality“ - in Ruhe Anschauen geht gar nicht. Und man muss natürlich handeln.

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Auch Kinder waren in das Geschäft mit den Touristen eingebunden. Einige versuchten kleine Plastikwarane und Postkarten an den Mann zu bringen und andere bettelten.

 

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Es gab auch noch ein paar fröhliche Kinder

 

Gegen 15.00 Uhr waren alle Gruppen durch und wieder zurück an Bord, sodass die Artania 2 Stunden früher als ursprünglich am grünen Tisch einmal geplant, den Anker lichten konnte.

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Die gesparte Zeit nutze der Kapitän, um mit der Artania ein wenig zwischen den Inseln und Inselchen zu schippern.

 

99. Reisetag - Mittwoch, 29.03.2017 Benoa/Bali/Indonesien

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Beim Einlaufen in den Hafen von Benoa konnte man schon mal einen Blick auf das Strandleben werfen


Bis wir um 11.00 Uhr an der Pier von Benoa auf der indonesischen Insel Bali festmachten konnte ich noch ein wenig am Blog basteln. Wir aßen auch noch in Ruhe zu Mittag und machten uns dann auf, um zu sehen wie wir den Nachmittag gestalten könnten.

 

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Diese kleinen Opfergaben platzieren die Balinesen vor ihren Häusern und Lädchen, um die Götter freundlich zu stimmen. Auch in jedem Auto steht vorn am Armaturenbrett so ein Kästchen, was beim hiesigen Verkehrsaufkommen und dem ortsüblichen Fahrstil durchaus angebracht ist.

Als wir das Hafengebäude verlassen hatten, hatten andere bereits die Entscheidung gefällt, was man unternehmen könnte gefällt, nämlich die Tourenanbieter, gefühlte 100 Stück an der Zahl. Mit einem X-beliebigen traten wir in die Verhandlungen ein und einigten uns nach zähen Verhandlungen auf einen Preis von 70 US-Dollar für eine 6-7 stündige Fahrt ins Innere der Insel mit Tempelbesch, Reisfeldern und den Besuch des Künstlerdorfes Ubud.

Wir hatten vor 20 Jahren im Rahmen einer Rundreise in Südostasien auf der „Insel der Götter“ eine Woche Badeaufenthalt und die weitläufigen und großen Reisterrassen mitten im Gebirge, die wir während eines Ausflugs zu sehen bekamen, hatten uns unheimlich gefallen und beeindruckt. Deshalb legten wir so großen Wert auf die Reisterrassen und wollten nicht zum Affenwald (Monkey Forest) und zur Schmetterlingsfarm, die uns der Fahrer wie „sauer Bier“ als Ziel und Highlight anbot. Nachdem das alles endlich geklärt war, konnte es in einem komfortablen Minivan losgehen.

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Der Verkehr war mörderisch und wir brauchten fast 2 Stunden für die 20 Kilometer bis zum ersten Ziel, die Tempelanlage Kunjungan in der Ortschaft Batuan. Diese Anlage ist eine von vielen Dutzenden, die wirklich überall auf der Insel zu finden sind. Aber einige „auserwählte“ Anlagen werden von den Taxen und Ausflugsbussen verstärkt angefahren.

 

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Vor dem betreten des Tempels bekamen wir (leihweise) einen Sarong.

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Eine weitere Regel entnimmt man folgender Tafel. Überpüft wird die Vorschrift allerdings nicht.

 

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Zu unserem nächsten Ziel, dem Künstlerdorf Ubud musste sich unserer Fahrer weiter durchkämpfen, umschwirrt von unzähligen Mopeds, die links und rechts überholen. Die Fahrer entweder barfuß oder mit Flipflops an den Füßen. Sicherheitsabstand ist hier übrigens ein Fremdwort, jeder verfügbare Raum wird ausgefüllt. Dadurch gelingt es den Fahrzeugen, die aus Seitenstraßen kommen, sich in den scheinbar endlosen und lückenlosen Strom in der Hauptstraße irgendwie einzufädeln.
Das Künstlerdorf Ubud ist gar kein Dorf mehr, sondern eine lebhafte Stadt. Von Boheme und alternativem Leben, das einmal das Besondere dieses Orts war, ist nichts mehr geblieben. Es wimmelt vor Touristen. Von der Hauptverkehrsstraße aus, wo uns der Fahrer abgesetzt hatte, war auch eine Reisterrasse zu sehen. Aber hier pflügte nicht ein einsamer Reisbauer mit einem Ochsengespann den Boden, sondern es tummelt sich unzählige Touristen auf den Wegen zwischen den einzelnen Terrassen.

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Blick auf die Reisterrasse von der belebten Straße aus.
 
 

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Doch bei geschickter Wahl des Bildausschnitts sieht die Sache schon besser aus. Man müsste nur noch die Touristen wegretuschieren.

 

Irgendwie hatten wir uns das Wiedersehen mit Bali anders vorgestellt. Aber das Bali, das wir in unseren Köpfen hatten, gibt es wohl nicht mehr. Der Fahrer wollte uns mit einem Abstecher zu einer Kaffeeplantage trösten, aber wir verzichteten.

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So fuhren wir also wieder zurück zum Schiff, mit einem kleinen Abstecher nach Denpasar, der Hauptstadt von Bali.

 

Auf der gesamten Strecke ging eine Ortschaft in die nächste über, es gab so gut wie keine freien Flächen mit Feldern oder Wiesen zu sehen. An der Straße reihte sich Geschäft an Geschäft und kleine Handwerks- und Gewerbebetriebe aneinander. Wohngebäude gab es an der Straße so gut wie keine, die lagen in der Regel den Seitensträßchen.

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Dieser Ausflug war zwar nicht das, was wir erwartet hatten, aber er war deswegen nicht uninteressant und reizlos. Überall, auch an der Hauptstraße, findet man kleinere und größere Opferaltäre und immer wieder Tempel und Plätze für religiöse Zeromonien , wo auch hier die Leute ihre kleinen Opfergaben ablegen; Blüten und Kräuter, ein Stückchen Obst, aber auch gerne mal eine halben Zigarette oder ein Bonbon als Zugabe.

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Die allgegenwärtigen Steinfiguren, Skulpturen, die Architektur der Mauern in dem typisch balinesischen Stil sorgen für ein Flair, das eben nur in Bali zu finden ist.

 

100. Reisetag - Donnerstag, 30.03.2017 Benoa/Bali/Indonesien

Wir wollten es heute noch einmal versuchen, das Bali zu finden, das wir in den Köpfen hatten und diese Erinnerung bestand nun mal aus eindrucksvollen Reisterrassen, eingebettet in die Natur.
Gleich am Eingang des Hafenterminals, noch vor der Apparatur, mit der jedes Mal unsere Rucksäcke durchleuchtet wurden, saß an einem Schreibtisch ein offiziell aussehender Herr und fragte nach unseren Plänen. Er könnte uns fahren, egal wohin. Egal wohin war dann doch etwas kompliziert, denn er empfahl uns immer wieder die Route, die wir schon gestern absolviert hatten. Es war schwierig, dem Betonkopf klar zu machen, was wir wollten und man war sich irgendwann dann doch noch einig. Nur stellte sich jetzt heraus, dass nicht er, sondern ein guter Bekannter uns fahren würde und unser Verhandlungspartner griff zum Telefon. In 10 Minuten wäre der Fahrer da. Wir machten deutlich, dass wir nicht ewig warten würden. Nach gaben 20 Minuten Warten gaben wir auf und trotz größter Beteuerungen, dass es gleich losginge, sagten wir die Tour wieder ab. Wir kannten ja den mittlerweile den örtlichen Verkehr und wer weiß, woher der gute Bekannte angereist kam.
Nach der Rucksackkontrolle gingen die Verhandlungen mit einem der vielen wartenden Fahrer erneut los. Und da anscheinend die Wunsch des Fahrgastes, wohin er fahren möchte, auch nur von untergeordneter Bedeutung war, dauerte das Palaver wieder volle 10 Minuten, bis wir halbwegs unseren Willen durchgesetzt hatten, indem wir ständig folgende Begriffe gebetsmühlenartig wiederholten: country side, rice terrasses, nature, no tourists, no traffic, not Ubud. Die anschließende Preisverhandlung ging dann doch relativ schnell von statten. Von ursprünglich geforderten 150 Dollar traf man sich dann bei 80 Dollar.

Natürlich mussten wir erstmal aus dem Moloch rund um Denpasar heraus und tatsächlich wurde es nach 2 Stunden ländlicher. Man kam durch kleine Dörfer und fuhr an landwirtschaftlich genutzten Flächen vorbei.

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Heute war auch ein besonderer religiöser Tag, in den Straßen standen vor jedem Haus in gelbe Tücher gehüllte „Gestelle“ (mir ist keine passendere Bezeichnung dafür eingefallen), mit einem gelben Schirmen verziert und vor den Tempeln wurden von Balinesen in traditioneller Kleidung für uns fremde Zeremonien und Prozessionen vorbereitet.

 

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Natürlich kamen wir auch an Reisfeldern vorbei und legten an einem Feld einen Fotostop ein.
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Hier waren wir richtig


Dann begann der Anstieg in das vor uns liegende Gebirge und wir bekamen endlich die Landschaft zu sehen, die wir sehen wollten, einschließlich Reisterrassen.

 

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Weiter ging es ins Gebirge bis auf 1200 Meter zur Tempelanlage Pura Bratan an einem Vulkansee gelegen. Während der Fahrt dorthin begann es zu regnen.

 

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Natürlich ließ es sich nicht vermeiden an diesem Ort auf weitere Touristen zu treffen, aber das war in der Weitläufigkeit der Anlage mit den verschiedenen Pagoden, Pavillons und Parkanlagen nicht besonders störend und man lebt nun mal nicht alleine auf der Welt, es gibt noch Japaner, Chinesen und Australier.
Was tatsächlich störte, war der Regen und zu allem Überfluss hatte Doris auch noch ihren Schirm vergessen. Das Schirmproblem war schnell gelöst. Mehrere Schirmverleiher boten einen großen stabilen Regenschirm für umgerechnet 70 Cent Leihgebühr an. Der Vorgang ruhte auf dem Prinzip Vertrauen, es wurde weder eine Kaution noch ein Pfandgeld verlangt.

 

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Unbeeindruckt von den Touristen feierten die Balinesen in dieser Traumkulisse ihren gelben“ Feiertag“ mit Prozessionen und Gamelanmusik, eine für uns Europäer vollkommene geheimnisvolle und unverständliche Welt.

 

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Ein Gamelan-Orchester besteht aus verschieden eigentümlichen Xylophonen (wie hier im Bild), Klangschalen und Rhythmusinstrumenten. Sowohl das gesamte Klanggebilde auch die Melodien sind für das westliche Ohr sehr fremdartig.

 

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Hier hätte man gut noch länger bleiben, am See entlang spazieren gehen und sich alles genauer ansehen können. Aber es goss nach wie vor aus Kübeln, dass wir es vorzogen, wieder zurück zu fahren.

 

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Der nächste religiöse Feiertag ist nächste Woche. Hierfür werden diese aus dünnen Holzspäne gefertigten "Deko-Artikel". Unser Fahrer hat unterwegs auch einige davon gekauft,"wegen Zeromonie", wie er uns erklärte.

Am Hafenterminal befindet ein kleiner Markt, aus einfachen Brettern und Planen zusammengebastelten Buden. Vor einem kleinen Laden standen 3 Tische mit Stühlen und ein Kühlschrank mit Getränken. Hier trank ich erstmal eine kleine Flasche Bier (Marke Bintang). Zechkumpane hatte ich hier auch schon. Ich war gestern Abend auch schon mal hier, um ein Fläschchen des recht gut schmeckenden Bintag-Biers zu trinken und man hatte sich in völkerverbindender Freundschaft zugeprostet und ein paar Worte gewechselt. Und die Proster von gestern Abend waren heute am späten Nachmittag auch wieder da. Nur heute tranken sie Wasser, sie mussten noch Auto fahren..
Ich kam auf die Idee, meine balinesischen mit dem Sekt zu beglücken, der sich seit Reisebeginn in unsere Kabine angesammelt hatte. 1 x Begrüßungssekt, 1 Bingo-Gewinn, 2 x Geburtstagssekt, diese Flaschen könnte man so vielleicht sinnvoll entsorgen. Gesagt - getan. Zurück aufs Schiff, 4 Flaschen Sekt in den Rucksack und zurück an Land. Da gab es aber noch die Rucksackkontrolle und ich musste lernen, dass man nur eine Flasche an Land bringen dürfe. Der Mann am Durchleuchtungsgerät forderte mich auf, die Flaschen zum Schiff zurückzubringen. Ich war kurz versucht, ihn mit einer Flasche zu bestechen. Da ich aber grundsätzlich gegen Bestechung und krumme Geschäfte bin, bat ich lediglich, die überzähligen drei Flaschen bei ihm deponieren zu dürfen, damit ich sie auf dem Rückweg mitnehmen kann. Mit dieser Regelung war der „Zöllner“ einverstanden.

Mit nur einer Flasche Sekt kam ich bei meinen wasserzechenden Freunden an, die den Sekt gerne mit großem Hallo entgegen nahmen. Der „Sprecher“ des Trüppchens, das war derjenige, der am besten englisch sprach, verstaute sie erst mal in dem bereits erwähnten Kühlschrank. Und da er schon als Bartender auf einem Kreuzfahrtschiff gearbeitet hat, wusste er auch von den Tücken eines unter Druck stehenden Sektkorkens, wie er uns und seinen Kollegen berichtete.
Ich hatte auch noch eine Plastikdose voll mit Schokoladentäfelchen und Schokoherzen mitgebracht. Wir bekommen jeden Abend zwei dieser Leckerlies als Betthupferl auf die Kabine, da hat sich nach 100 Tagen so einiges angesammelt. Es war kein Problem, die Süßigkeiten loszuwerden.
Auf dem Rückweg sammelte ich bei der Gepäckkontrolle meine 3 F laschen wieder ein und fragte jetzt den Kontrolleur, ob er eine Flasche haben möchte. Hocherfreut wollte er.

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Und schon wieder ist eine Reiseetappe zu ende. Die 6 und damit vorletzte Etappe beginnt und nennt sich „Exotik pur zwischen Bali und Dubai“.
Schön, dass wir noch nicht von Bord müssen.

 

101. Reisetag - Freitag, 31.03.2017 Benoa/Bali/Indonesien

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Was die abgereisten Gäste gestern in den Kabinen zurückgelassen hatten, hatte heute die Müllabfuhr abgeholt. Die Säcke wurden von den Müllleuten nach brauchbaren Sachen wie T-Shirts, Jeans etc. durchsucht.

Nachdem wir ja gestern „unser“ Bali gefunden hatte, konnten wir es heute locker angehen. Mit einem anderen Ehepaar wollten wir eine „Fahrgemeinschaft“ bilden, um an den Strand in das 10 Kilometer entfernte Kuta zu fahren. Diese hatten gestern schon „ihrem“ Taxifahrer in Aussicht gestellt, heute wieder mit ihm zu fahren. Mit ihm handelten sie jetzt den Fahrpreis für Hin- und Rückfahrt nach Kuta aus. Zu dieser Verhandlung gesellte sich einer meiner Kneipenbekanntschaften von vorgestern und gestern dazu. Er war auch Taxifahrer und man sah ihm die Enttäuschung an, dass wir nicht mit ihm verhandelten, sagte aber immer wieder, dass es OK sei und wir verabschiedeten uns schließlich mit Handschlag.
Der mittlerweile ausgehandelte Fahrpreis betrug stolze 30 Dollar, aber auf vier Köpfe verteilt ist es gar nicht mehr so viel, trösteten wir uns.

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Kuta ist der „Ballermann“ von Bali, aber dort, wo der Fahrer meinte, uns rauszulassen, war es ruhiger, keine Karaoke-Kneipen und Bars, sondern nur ein unspektakulärer Strand mit einigen Surfern und jeder Menge Strandverkäufern, die an ihren provisorischen Ständen und Tischen Obst, Snacks und Getränke verkauften.
Die feinen Ressorts, die direkt am Meer liegen und auch das Vergnügungsviertel waren wohl woanders.
Der Strand war nicht besonders sauber, aber da wir nicht baden wollten, sondern nur mit den Füßen ein wenig ins Wasser, war auch das nicht weiter tragisch.
Nicht weiter verwunderlich war, dass sich auch hier am Strand ein Tempel befand.
Der Strand und die vielbefahrene Uferstraße waren durch eine Mauer, natürlich im balinesischen Tempelstil, voneinander getrennt und alle 100 Meter ein Tor, um den Strand zu betreten bzw. zu verlassen.

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Die Uferstraße kann man vom Poolgarten des Sharaton Hotels nicht sehen

Wir machten noch einen kurzen Abstecher ins Sharaton Hotel, das sich auf der gegenüberliegenden Seite der Uferstraße befand, um mal neugierig zu schauen, wie sich ein Ressort an so einer nicht besonders attraktiven Stelle gibt.
Es war natürlich alles sehr elegant und gediegen und die Terrasse mit Pool an der Straßenseite war so geschickt angelegt, dass man Straße und Verkehr nicht sah, sondern der Blickwinkel so war, dass man erst hinter die Strandmauer blickte und dadurch nur Sand und Wasser sah und keine Autos und Mopeds.

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Service des Sheraton Hotels. Im Foyer wird man von dieser Dame freundlich begrüßt. So in etwa sehen die Tänzerinnen der traditionellen balinesischen Tänze aus

 

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Selbstverständlich mussten wir auch in einem der vielen Shops noch etwas kaufen, in unserem Fall leichte und buntgemusterte Baumwollhosen.

 

Da waren auch die drei Stunden schon vorbei, die Zeit wo uns unser Fahrer abholen sollte, was er auch zuverlässig getan hat.

Um 15.00 Uhr legte die Artania ab, es gab wieder Sekt am Außenheck an der Phoenix -Bar Um 17.00 Uhr mussten wir alle wieder zur Rettungsübung, sowohl die Neuankömmlinge von gestern als auch so alte Hasen wir.

102. Reisetag - Samstag, 01.04.2017 Surabaya/Java/Indonesien

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Java liegt in direkter westlicher Nachbarschaft von Bali und gehört zur Inselgruppe der „Großen Sundainseln“.
Surabaya mit 2,8 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt Indonesiens hinter der Hauptstadt Jakarta.
Gegen 10.30 Uhr legten wir an. Begrüßt wurden wir von einer Tanzgruppe. Um diese Tänze richtig zu verstehen, braucht es allerdings Kenntnisse der Mythen und Sagen, die hierbei dargestellt werden. Für den Kreuzfahrer mit seinen kurzen Aufenthalten ein unmögliches Unterfangen.

 

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Teil des „Tugu Pahlawan“

Nach dem Mittagessen zogen wir los, ohne genau zu wissen, was wir eigentlich unternehmen wollten. An der Touristinformation im Hafengebäude erhielten wir einen Stadtplan und den Vorschlag zum 5 Kilometer entfernten Heldendenkmal „Tugu Pahlawan“ zu fahren. Dort würde sich auch die Altstadt befinden.

Unsere erste Verhandlung mit einem Tourenanbieter scheiterte, weil er 30 Dollar für Hin- und Rückfahrt wollte, wobei man sich auch schon gleich für den Rückfahrzeitpunkt entscheiden hätte müssen. Deshalb nahmen wir ein normales Taxi, dessen Taxometer bei der Ankunft am Denkmal etwa 30.000 Rupiah anzeigte, das sind umgerechnet 2,10 €.
Wir hatten gehofft, dass an einem so zentralen Platz auch immer Taxis stünden, dem war aber nicht so. Plan und Konzept, wie man zum Hafen zurückkommt, wurde erst mal auf später vertagt.

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Abschlussklasse 9g


Auf dem Heldenplatz, vor einem hohen Obelisk, wurde eine Schulklasse fotografiert.,Da fotografierten wir doch gleich erst mal mit.

 

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Interessante Untehaltung mit dem jungen Mann.

Als wir gerade weiter ziehen wollte, kam ein junger Mann kam auf uns zu und bat, ihn zu fotografieren. Es stellte sich schnell heraus, dass wir auch mit auf das Foto sollten. Technisch war das dadurch möglich, dass er eine kleine Kamera über ein Kabel mit seinem Smartphone verbunden hatte und das Smartphone sowohl als Display als auch als Auslöser fungierte. Sein Arm diente dabei als Selfiestnick.
Dann begann er zu erklären, dass das Denkmal zu Ehren der getöteten Widerstandskämpfer errichtet wurde, die 1945 nach Ende des 2. Weltkriegs sich gegen 3 Besatzungsmächte wehrten, nämlich die Japaner, die Niederländer und die Engländer.
Ich ging davon aus, dass wir jetzt einen kostenpflichten Stadtführer an der Backe hatte, aber das war ein Irrtum, er war einfach nur ein wenig neugierig auf uns exotische Europäer.
Er gehörte irgendwie zu der Schulklasse, die fotografiert wurde, ob Lehrer, Hausmeister oder was auch immer, das blieb im Dunklen. Die Schüler gehörten zu einer Abschlussklasse der „Primary Highschool“ und die Fotos wurden für ein „Memorybook“ angefertigt.

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... und hier das Original

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Das Corporate-Design dieser indonesischen Bank in Surabaya erinnert doch sehr stark an unsere gute alte Volksbank ...

Als wir ohne bestimmtes Ziel weiterzogen, stellten wir fest, dass unser Stadtplan nicht viel taugte, selbst sehr breite Straßen, die wir überquerten, waren auf dem Plan nicht zu finden. Deshalb wollten wir erst einfach einmal einfach um einen Block laufen, (so verliert man die Orientierung nicht), ohne große Hoffnung etwas Interessantes zu sehen.
In der kleinen Straße, in die wir eingebogen waren, gab es einige kleine Läden, in denen ein Sammelsurium an technischen Geräten verkauft wurden. Als ich mir interessiert ein Schaufenster mit Manometern betrachtete, wurden wir eingeladen in den Laden zu kommen.

 

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Falls jemand mal einen Druckmesser braucht. Der Laden befindet sich genau gegenüber dem nicht viel größeren Lädchen, in dessen Auslage man Baggerschaufeln und Antriebsketten findet. :-)

Obwohl ich keinerlei Absichten hatte mir ein Druckmessgerät anzuschaffen, betraten wir den kleinen Laden. Wir wurden gefragt woher wir kommen, was wir hier machen und so weiter. Als ich fragte, ob ich Fotos machen dürfe, rannte ich offene Türen ein. Man bot uns auch an, etwas zu trinken. Zaghaft sagten wir zu, aber unsere Angst irgendetwas zu bekommen, was wir nicht vertragen, war unbegründet. Wir bekamen jeder einen Becher Mineralwasser, der, wie bei uns die Jogurtbecher, mit einem Foliendeckel versiegelt war.
Wo wir auftauchen, werden wir meist ein wenig bestaunt und zeigt man ein kleines Lächeln, wird das sofort überschwänglich erwidert. Und immer wieder werden wir auf von den Leuten aufgefordert Fotos zu machen. Die Fotografieritis ist hier wohl eine „Volkskrankheit“.

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Dieser coole Typ wollte unbedingt mal meine Sonnenhutaufsetzen und fotografiert werden. Ich muss zugeben, er steht ihm weitaus besser als mir. Dennoch musste ich drauf bestehen, dass er ihn mir wieder aushändigt.

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Die stolze Mama und ihr Sohn
 

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Der junge Mann scheint mit dem Ergebnis der Aufnahme zufrieden zu sein

 

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In einer anderen Seitenstraße fielen uns die vielen Pflanzkübel mit Grünpflanzen vor den kleinen Wohnhäusern ins Auge, was sehr hübsch aussah. Wie wir unschlüssig davorstehen in das Gässchen einzubiegen oder nicht, werden wir auch schon freundlich aufgefordert, uns die Sache anzuschauen. Drei junge Männer begleiten uns. Allerdings klappt die Verständigung nicht sehr gut, also wird ein weiterer junger Mann herbeigeholt, der ein paar Brocken Englisch kann. Kurze Zeit später trifft zu unserem Grüppchen noch eine junge Studentin hinzu, die perfektes Englisch spricht und nun die Führung übernimmt.
Wir befinden uns im „Kampung Lawas Maspati“, einem Dorf mitten in der Großstadt, unsere junge Führerin spricht hierbei von einer „Community“. Das Dorf besteht aus 4 parallelen Sträßchen und ist wohl so eine Art Vorzeigeobjekt, das von der Stadt und einigen lokalen Firmen finanziell unterstützt wird.

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Drei unserer Führer durch Kampung Lawas Maspati. Leider haben wir gar kein Foto, auf dem die nette junge Studentin zu sehen ist.

Neben den Häusern neuern Datums gibt es auch einige historische Häuser, deren Geschichten in einer kleinen Broschüre, die man uns gegeben hatte, beschrieben sind.
Von einer älteren Dame wurden wir in ihr Haus ins Wohnzimmer eingeladen, um etwas zu trinken und ein paar Plätzchen zu essen. Das Wasser, das man uns anbot, war das Gleiche wie schon in dem Geschäft vorher, also völlig unbedenklich.

 

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Auffallend war der Kinderreichtum.

Am Ende der kleinen Führung gab man uns die Gelegenheit (ohne jede Aufdringlichkeit) aus einer winzigen Auswahl von kleinen Souvenirs und T-Shirts, etwas zu kaufen. Wir entschieden uns für eine hölzerne Rumbarassel (für umgerechnet 1,50 €). Unsere Frage, ob es eine Gemeinschaftskasse gäbe und ob wir dieser etwas spenden dürften, wurde mit einem freudigen Ja beantwortet.

 

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Jetzt war es auch schon wieder an der Zeit, sich wieder zurück zum Schiff zu bewegen und tatsächlich gelang es uns während einer Ampel-Rotphase ein Taxi in der dritten Reihe des chaotischen Verkehrs „einzufangen“, einzusteigen und zum Hafen zurückzufahren.
Bevor wir endgültig zum Schiff gelangten, galt es noch eine kleine Irritation aus dem Weg zu räumen. An der Zufahrt zum Hafengelände gibt es eine Schranke und ein Häuschen mit einem „Schrankenwärter“. Dieser versuchte von uns eine Einfahrtgebühr zu erheben. Aber ein kurzes, aber bestimmtes „No“ von uns genügte, um diesen Versuch abzubrechen.

 

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Ein kleiner Flirt von der Besucherplattform zur Schiffsreling.


Der Abschied aus Surabaya war schon sehr imposant. bereits 2 Stunden vor der Abfahrt war die Besucherplattform des Terminals voller Menschen, die das Auslaufen der Artania beobachten wollten.

 

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Allerdings verzögerte sich die planmäßige Abfahrt noch etwas. Es fehlten noch einige Ausflugsbusse, die im Verkehr stecken geblieben waren und dann ließ sich auch noch der Lotse mit seinem Erscheinen etwas Zeit. Doch dann hieß es Leinen los und hunderte Menschen winkten uns zu.

 

103. Reisetag - Sonntag, 02.04.2017 Semarang/Java/Indonesien

Pünktlich um 8.00 Uhr machten wir an der Pier von Semarang fest. Semarang ist mit 1,3 Millionen Einwohner eine weitere indonesische Metropole.

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Eine Aufnahme von der Tempelanlage Borobodur konnten wir trotzdem machen ...

Von Semarang aus macht man in der Regel einen Ausflug zur gigantischen Tempelanlage Borobudur, einem UNESCO Weltkulturerbe. Ich war dort vor 30 Jahren schon einmal gewesen, was Doris veranlasst hatte, auf einem Ausflug mit Phoenix dorthin zu verzichten, zumal ich zu berichten wussten, dass schon damals spätestens ab 10 Uhr morgens der Massentourismus eingesetzt hatte.

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... nämlich gleich im Hafenterminal

 

Gleich am Hafenterminal gab es auch einen Informationsstand, wo man uns erklärt, dass man am besten mit den „Blue Bird“ Taxen fahren sollte, weil viele andere Taxen oft unseriös arbeiten. Da wir auf unserem Weg vom Schiff durch das Hafenterminal bisher nur von privaten Tourenanbietern angesprochen wurden und auch bei der Suche in der näheren Umgebung keine richtigen Taxis fanden, weder blaue noch andersfarbige, marschierten wir noch einmal zur Information. Dort musste man zugeben, dass es hier am Hafen gar keine Taxen gibt. Also traten wir mit einem der Tourenanbieter in Verhandlung. Es gelang uns schließlich, ihm klar zu machen, dass wir keine Sightseeingtour machen möchten, sondern nur ins Zentrum gebracht werden wollen. Ein weiteres Ehepaar schloss sich unserer Verhandlung an und für 12 US-Dollar wurden wir dann in die City gebracht. Hier trennten sich die Wege von uns und dem Ehepaar, welches während der ganzen Fahrt damit gehadert hatte, dass man den Fahrer auch noch auf 10 Dollar hätte herunterhandeln können.
Gleich wo uns der Fahrer rausgelassen hatte, befand sich eine evangelische Kirche, was für Java, wo mehr als 90% der Bevölkerung dem Islam angehören, etwas Besonderes ist.
Von hier wollten wir uns zum Platz „Simpang Lima“ durchschlagen, wo sich das moderne Semarang mit diversen Einkaufszentren befinden sollte. Wir befanden uns ja noch im alten Stadtteil, dem „Kota Lama“.
Trotz einiger unfreiwilliger Umwege - wir hatten uns mal wieder ein wenig verirrt - kamen wir am „Simpang Lima“ an.

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Unterwegs mussten wir immer wieder, wie schon in Surabaya, Fotos mit Einheimischen machen.

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Einen längeren Stopp legten wir an einem kleinen Kanal ein. Auf einer Brücke hatte sich schon eine größer Menschenansammlung gebildet und neugierig wie wir sind, gesellten wir uns dazu. Im Kanal schwamm ein größerer Fisch, den Einheimische zu fangen versuchten. Dazu benutzten sie ein völlig verwurschteltes Fischernetz, dass sie erst mühsam und zeitaufwendig entwurschteln mussten. Als sie es schließlich zu Wasser ließen geschah das Unvermeidliche. Alle drei ließen das Netzt los, weil jeder dachte, der andere hält es fest und es landet unter großem Gelächter der Schaulustigen im Kanal. Und da liegt das Netz wohl heute noch, weil niemand den Versuch machte es zu bergen. Somit war die Aktion beendet.

 

 

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Fahrradrikschas und Handkarren sind auch im 21. Jahrhundert hier immer noch eine Selbstverständlichkeit

 

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Ohne Worte

Da mittlerweile während unserer Tour durch einheimische Märkte, verkehrsreiche Straßen und kleinen Gässchen und der „Besichtigung“ eines der Einkaufszentren mehrere Stunden vergangen waren machten wir uns auf die Suche nach einem Taxi. Wir fanden zwar keins der empfohlenen Marke „Blue Bird“, sondern ein rotes. Aber zumindest hatte der PKW einen Taxameter und da wir darauf bestanden, wurde er auch eingeschaltet. An der Schranke am Hafengelände, sollten wir wieder „Eintritt“ zahlen und unser Taxifahrer bestärkte uns, dies auch zu tun. Allerdings zeigten wir uns wieder bockig und wollten nicht, also blieb die Schranke erst mal unten. An eine andere, parallel gegenüber befindliche Schranke kam unser Schiffsarzt mit seinem Fahrrad angeradelt und durfte kostenlos passieren. Aber auch dieser Umstand half uns zunächst nicht weiter. Also stiegen wir aus und riefen der Dame am Schrankenhäuschen Worte zu, von denen wir meinten es könnte das Wort „Polizei“ auf Indonesisch bedeuten könnte und siehe da, die Schranke öffnete sich und wir fuhren noch die restlichen 500 Meter bis zum Hafenterminal und zahlten dem Fahrer 30.000 Rupien (2,10 €), die der Taxameter anzeigte. Da der Fahrer anscheinend gemeinsame Sache mit der Schrankenwärterin machen wollte, wurde das Trinkgeld gestrichen.
Auch hier ging es uns nicht um die paar Groschen, die man uns aus der Rippe leiern wollte, sondern um den krummen Weg. Es ist natürlich die Frage, ob man solche kleinen „Schmiergeldzahlungen“ mitmacht, weil das hier einfach so üblich ist oder so etwas grundsätzlich ablehnt. Der geneigte Leser kann das nun selbst be- bzw. verurteilen, und sich überlegen, ob wir nur sture Prinzipienreiter sind oder konsequent gehandelt haben.

 

104. Reisetag - Montag, 03.04.2017 Seetag

Endlich wieder mal ein Seetag, die letzten 6 Tage bin ich fast nicht zum Schreiben gekommen. Mit Müh‘ und Not habe ich Zeit (und Lust) gefunden, die Fotos ordentlich auf den PC zu überspielen.
Für heute Morgen war eigentlich die Äquatortaufe geplant, aber wegen schlechten Wetters wird die Zeremonie auf den nächsten Tag verschoben. Da die tatsächliche Überquerung des 0. Breitengrads, diesmal von Süd nach Nord, erst heute Nacht gegen zwei Uhr erfolgen wird, wird auch Neptun die Verschiebung akzeptieren.

Am Nachmittag ist Handshake mit dem Kapitän für die in Bali zugestiegenen Gäste angesagt und das Abendessen fungiert unter dem Stichwort Willkommensgala.


105. Reisetag - Dienstag, 04.04.2017 Singapur (Republic of Singapore)

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Heute hat die Äquatortaufe geklappt. Obwohl ich nicht dabei war, denn der entsprechende Mummenschanz mit Neptun, seiner Frau und seinen wilden Gesellen ist immer der Selbe (siehe 5. Blogeintrag vom 20.1.2017), egal ab man von Nord nach Süd oder umgekehrt fährt. Eine entsprechende Urkunde haben wir von Phoenix dennoch am Abend in der Kabine vorgefunden.

 

Um 14.00 Uhr legten wir in Singapur an der Pier am Singapore Cruise Center, nahe

Sentosa Island, an.

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Die Strafgelder(engl:. fine) sind hier richtig saftig, nicht wie in Deutschland, wo man mit 10 € aus so einer Nummer 'raus kommt


Um 14.30 Uhr gingen wir von Bord, mussten uns aber im Cruise-Terminal erst einmal einer Gesichtskontrolle bei den Einreisebehörden unterziehen. Außerdem wurden von beiden Daumen die Fingerabdrücke abgenommen.
Der Rucksack wurde durchleuchtet, denn die Einfuhr von Kaugummi ist verboten und auf Drogenbesitz steht die Todesstrafe. Nach gut 20 Minuten war man durch.
Der nächste Tagesordnungspunkt, Geld wechseln, war schnell erledigt, weil im Hafengebäude mehrere Wechselstuben angesiedelt waren.

 

Auch die U-Bahnstation war schnell gefunden, denn sie befand sich im „Keller“ des Hafengebäudes. Schwieriger allerdings war es, den einzigen Ticketschalter der sehr weitläufigen Station zu finden, denn nur dort konnte man für 16 Singapur-Dollar (ca. 10 €) ein 2-Tages-Ticket kaufen. Alles andere wurde über Automaten abgewickelt.
Um halb vier konnten wir endlich, mit den erworbenen Tickets bewaffnet, die U-Bahn besteigen.

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Da dies bereits unser vierter Aufenthalt in Singapur war, hatten wir keine großen Pläne bezüglich Besichtigungsprogramm. Lediglich der Erwerb einer solarbetriebenen chinesischen Winkekatze stand auf unserer Tu-Liste. Deshalb führte uns unser Weg nach Chinatown, wo wir nach langem Suchen in einem der unzähligen Andenkenläden ein passendes, nämlich nicht allzu großes, Exemplar fanden, das sogar bei wenig Lichteinfall immer noch eifrig winkt.

 

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Wer um Himmels Willen, soll eigentlich diesen ganzen Plunder kaufen?


Es ist schon interessant, welche Mengen an geschmacklosen Sachen hier angeboten und auch gekauft wird. Aber anscheinend findet sich für jeden noch so scheußlichen Artikel auch ein Käufer, sogar für Winkekatzen soll es eine Klientel geben.

 

 

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Wir hatten bereits vor vier Jahren im Reiseblog (https://hoe2013a.wordpress.com/2013/04/23/singapur-und-malaysia/) geschrieben, dass der ursprüngliche Charme des Chinesenviertels von Singapur nicht mehr existent ist. Es gibt sie nicht mehr, die Apotheken mit ihren Wurzeln, Kräutern, mit irgendwelchem getrocknetem und zerriebenem Getier, sie sind nicht mehr da, die kunstfertigen Kaligraphen, die Läden mit völlig unbekannten Produkten und Lebensmittel und die Garküchen mit Speisen, von denen man nicht wissen wollte, woraus sie bestehen.
So gesehen konnten unsere Erwartungen nicht enttäuscht werden

 

Singapur ist aber nach wie vor eine interessante Stadt, auch wenn das Flair am Singapur River verloren gegangen ist, weil die kleinen und urigen Bars und Restaurants modernen Schicki-Micki-Läden gewichen sind. Aber allein die Architektur der Wolkenkratzer ist einmalig, da haben sich die Architekten richtig was einfallen lassen, unsymmetrische Formen oder kurvige Konturen machen die Skyline außergewöhnlich und einmalig.

Gegen halb acht wollten wir zurück aufs Schiff, aber auch hier werden wir streng kontrolliert. Der Pass wird wieder gescannt, unser Bordausweis kontrolliert und die Daumenabrücke erneut abgenommen. So ist sichergestellt, dass genau der Peter Hölzer wieder an Bord geht, der das Schiff auch am Nachmittag verlassen hat und nicht irgendeine billige Kopie „Made in China“. Dass der Rucksack erneut durchleuchtet wurde, braucht man nicht extra zu erwähnen.

 

106. Reisetag - Mittwoch, 05.04.2017 Singapur

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Für Heute hatten wir sogar einen Plan. Wir wollten auf die Aussichtsplattform des Marina Bay Sands Hotel. Das Hotel wurde 2010 eröffnet, besteht aus drei 190-Meter hohen Türmen, die durch einen 340 Meter langen Dachgarten verbunden sind. Ein kleiner Teil dieses Dachgartens ist für den normalen Touristen zugänglich, der Rest, einschließlich des dort befindlichen Swimmingpools ist den Hotelgästen vorbehalten.

 

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Mit der U-Bahn war man sehr schnell an der Station Bayfront, direkt an besagtem Hotel. Bevor wir Aussichtsplattform, den sogenannten Skypark, in Angriff nahmen, wollten wir uns die „Gardens by the Bay“ ansehen, eine Parkanlage, die 2012 fertiggestellt wurde und bis 2020 weiterentwickelt werden soll.
Die wenigen 100 Meter bis zu einer der Attraktionen im Park, dem Flower Dome, dem größten Gewächshaus der Welt, konnte man wie folgt erreichen:

  • zu Fuß gehen,
  • einen Shuttlebus nutzen (3 Singapur-Dollar) oder
  • 1000-2017-04-05-Singapur-P1000395.jpg mit einem fahrerlosen elektrischen Minibus (5 Singapur-Dollar = 3,30 €) fahren.

Klar, dass wir uns für die innovativste Methode entschieden.

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Das kleine technische Wunderwerk

Der kleine Bus fuhr tatsächlich während der ca. 5-minütigen Fahrt ohne Fahrer, aber es war dennoch eine Art Schaffner mit an der Bord, der uns (wir waren die einzigen Fahrgäste) in erster Linie über das Fahrzeug und dessen Technik informierte. Er war bestimmt auch zum Drücken Notaus-Knopfs befähigt, falls diese erforderlich gewesen wäre. Fahrzeug und Fußgänger bewegten sich in friedlicher Koexistenz nebeneinander und so erreichten wir den Flower Dome.

 

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Die Super Trees, ein echter Hingucker in den „Gardens oft the Bay“ Die pflanzenbewachsene Stahlgerüste haben eine Höhen zwischen 25 und 50 Metern. Bis sie völlig zugewachsen sind, dauert es noch ein paar Jährchen.

 

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Den Flowerdom mussten wir aus Zeitmangel unbesichtigt links liegen lasasen und wanderten gemütlich wieder zurück Richtung Marina Bay Sands Hotel, um über eine Brücke zunächst mal in des Innere des Hotels zu gelangten und konnten in einer Höhe von vielleicht 50 Metern einen Blick in das Foyer werfen.

 

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Der Blick oben vom Skypark

Im Turm Nummer 3 des Hotels wurden die Tickets für die Aussichtsplattform verkauft, stolze 23 S$ (15 €) pro Person kostete der Spaß.
Mit 3-4 Leuten warteten wir gemütlich auf den nächsten Aufzug, als urplötzlich wie ein Heuschreckenschwarm 2 Busladungen mit Phoenix-Ausflüglern einfielen. War es dadurch im Aufzug noch recht eng geworden, bot der Skypark dann doch genügend Fläche, dass man sich aus dem Weg gehen konnte.

 

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Bratwurst in Chinatown? Ein Versuch wäre es sicher Wert gewesen.

Zum Mittagessen fuhren wir nach Chinatown in die Smith Street, die auch als „Food Street“ bezeichnet wird. Der Frankfurter kennt ja in der Mainmetropole die Fressgass‘ und so etwas Ähnliches ist das hier auch. Restaurant an Restaurant und Imbissbude an Imbissbude. Wir kauften uns an solch einer Bude pork, duck and rice (Schweinefleisch, Ente und Reis) und nahmen an einem Tisch an der Straße Platz und ließen es uns Schmecken. Das Tablett mit dem Geschirr konnte man anschließend an einem beliebigen der „Einsammelpunkte“ einem dafür zuständigen Menschen übergeben.

 

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Neben der Artania lag die Superstar Gemini, ein Kreuzfahrer hauptsächlich für asiatische Passagiere. Genau über die Liegeplätze führt die Seilbahn nach Sentosa

Nach dem Mahl fuhren wir wieder zurück zum Schiff. Wir wollten eigentlich noch mit der Seilbahn von der nahegelegen Seilbahnstation rüber zur Insel Sentosa fahren. Die Seilbahn führte nämlich genau über den Liegeplatz der Artania.
Vor 20 Jahren sind wir schon einmal mit dieser Seilbahn gefahren während gleichzeitig im Hafen ein Kreuzfahrtschiff lag. Damals wurde der Wunsch wach, selbst auch einmal mit einem Schiff unter diese Gondelbahn durchzufahren. Dieser Wunsch war ja gestern in Erfüllung gegangen, aber den Plan jetzt über „unser“ Schiff zu gondeln, mussten wir aufgeben, da eine Fahrt nur in Verbindung mit dem Eintritt in den Sentosa-Park, eine Art Disneyland auf der Insel, möglich war. Das war ziemlich teuer und Zeit für den Besuch eines Freizeitparks hatten wir dafür nicht mehr. , Wir mussten nämlich spätestens in 2 Stunden, um 17.00 Uhr auf unserem Dampfer sein, damit dieser um 19.00 Uhr abfahren kann. Zwar genügt es überall auf der Welt eine halbe Stunde vor Abfahrt zum Schiff zu kommen, aber hier kontrollieren die Behörden besonders streng, bevor sie das Schiff zur Abfahrt freigegeben (ausklarieren) und das braucht Zeit
Sicherheit hat seinen Preis, dass muss man einfach akzeptieren.

 

107. Reisetag - Donnerstag, 06.04.2017 Port Kelang/Malaysia

Port Kelang liegt 40 Kilometer von der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur entfernt. Wir einen Ausflug in die Hauptstadt gebucht, da wir wussten, dass rund um den Hafen sich aber auch rein Garnichts befindet.
es standen zwei Ausflüge zur Auswahl,

  1. Stadtbesichtigung mit den Petronas Towers und
  2. Stadtbesichtigung mit dem KL-Tower.
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Die Petronas Towers waren mit 452 Metern einmal das höchste der Gebäude der Welt. Der KL-Tower ist ein Fernsehturm, der so aussieht, wie alle Fernsehtürme aussehen und hat eine Höhe von 421 Metern, ist somit nur geringfügig niedriger als die Pertronas Towers.
Da in der Ausflugsbeschreibung zu lesen war, dass bei den Petronas mit langen Wartezeiten zu rechnen ist, entschieden wir uns für (b).

 

Da mich aber nach dem Aufstehen eine akute Schlafferitis und unspezifisches Unwohlsein überkam (nein es war kein Alkohol im Spiel), musste Doris alleine reisen, auch auf die Gefahr hin, dass die Stornierung genauso viel kostet wie der Ausflug selbst.

Am Rande sei erwähnt, dass ich nach einem vorgezogenen Mittagsschläfchen von 9.00 Uhr bis 12.00 Uhr vollständig wiederhergestellt war.

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Wie in allen bisherigen asiatischen Metropolen war auch hier der Vekehr chaotisch

Gegen 18.00 Uhr war Doris wieder zurück und berichtete, dass der Ausflug ganz OK war, aber dass es bis auf die Türme eigentlich fast nichts gab, was einen bleibenden Eindruck hinterlassen hätte.

 

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Eine heimische Schulklasse besuchte den KL-Tower ebenfalls

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Blick vom KL-Tower: Die Petronas Towers beherrschen die Skyline von Kuala Lumpur

 

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Eingang zum chinesischen Markt


Eine Ausnahme sei der Chinesenmarkt gewesen, der hat gefallen. Allerdings wurde den Ausflüglern hierfür nur 20 Minuten zugebilligt, wie das bei organisierten Ausflügen eben ist.
Diese frei Zeit nutze Doris, um mir eine Samsung Powerbank mit einer dollen Kapazität von 12.000 mAh als Mitbringsel zu kaufen - zum Schnäppchenpreis von 10 US-$. In Deutschland kosten diese Akkus von 50 Euro an aufwärts. Klar, dass es sich hierbei um eine Fälschung handelte. Aber dass die Qualität sooo schlecht war. Statt der versprochenen 12.000 mAh schafft das Teil mit Müh und Not vielleicht 200 mAh. Das nächste Mal kaufen wir eben eine Rolex-Uhr für 5 $, da weiß man, was man hat.

 

108. Reisetag - Freitag, 07.04.2017 George Town/Malaysia

George Town ist die Hauptstadt der Insel Penang und des gleichnamigen Bundesstaats in Malaysia. Die 180.000 Einwohner sind größtenteils chinesischer Abstammung.

Um 8.30 machte die Artania an der Pier fest und um 9.45 Uhr starteten wir unseren Landgang. Im Hafenterminal gab es eine Wechselstube, wo wir ein wenig Geld tauschten (Malayische Ringgit; 10 Ringgit=2,50€).

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Der indische Tempel befand sich natürlich in "Little India"

Da der Hafen sehr zentral, im Stadtteil „Little India“, lag, wollten wir die Gegend ein wenig zu Fuß erkunden und lehnten die unzähligen Angebote der Taxifahrer und Tourenanbieter ab, bzw. gaben ab dem gefühlten 100. Angebot keine Antwort mehr.
Gleich in der ersten Straße, in die wir einbogen, war eine Wechselstube neben der anderen und die tauschten zu viel besseren Kursen. Aber nachdem wir nachgerechnet haben, wie hoch der Verlust bei einem um 5% schlechteren Wechselkurs bei einem Betrag von 20 US-Dollar war, konnten wir uns doch wieder auf unsere eigentlichen touristischen Aufgaben widmen. Als da wären:

  • Der indische Tempel
  • Die Moschee
  • Der chinesische Tempel
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Der chinesische Tempel


Am chinesischen Tempel war unser Besichtigungsplan eigentlich abgearbeitet und wir brauchten neue Ziele. Beim Blick auf den Stadtplan gefiel uns der Eintrag „Bazar Penang. Da wir die Entfernung zum Basar nicht so gut abschätzen konnten, beschlossen wir, mit einer der an jeder Ecke stehenden Fahrradrikschas zu fahren.

 

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Durchschnitts-Asiate ist in der Regel größer als der der Europäer und dementsprechend ist die Kopffreiheit im Fond bemessen.

Bei den bisherigen asiatischen Städten, haben wir Fahrten mit diesen Vehikeln nicht gemacht. Uns widerstrebt es irgendwie, dass im Zeitalter der Technik und Motoren, die meist schlanken bis schmächtigen Fahrer, sich barfuß oder nur mit Flipflops an den Füßen, meist bei großer Hitze, abquälen, ihre Passagiere per Muskelkraft zu befördern.
Anderseits kämpfen und werben sie für jede Fuhre, schließlich müssen sie davon leben.
Da der Himmel heute bewölkt war und sogar ein leichter Nieselregen herunterging, wollten wir uns entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten mit einer Rikscha fahren lassen. Der Fahrer verlangte 30 Ringgit (mehr als 7 Euro) und wir handelten auch nicht, um unser schlechtes Gewissen etwas zu beruhigen.

 

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Nach 10 Minuten hatten wir den Markt erreicht. Außer einer Tüte mit kandiertem Ingwer konnten wir nichts von dem reichhaltigen Angebot gebrauchen.

 

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Auch wenn man nicht kaufen möchte, freut man sich an der gefälligen Präsentation der Waren

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Eine sehr interessante Sitztechnik, beobachtet in einer der vielen Garküchen

 

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Gegensätzlicher konnte es nicht sein. Erst der traditionelle Markt und dann das hypermoderne Einkaufszentrum


Aus dem leichten Nieselregen war mittlerweile ein heftiger Platzregen geworden und so flüchteten wir in eine große großen Shopping Mall, die gleich in der Nähe der von uns besuchten Markthalle lag.
In der Prangin Mall, so hieß das Einkaufszentrum, stöberten wir ein wenig durch die Läden, und tranken im Starbucks einen Kaffee.

 

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Auf dem Rückweg kamen wir noch einmal an der Moschee vorbei


Da es irgendwann aufgehört hatte zu regnen, gingen wir zu Fuß zum Hafen zurück. Unsere restlichen Ringgit tauschten wir gegen thailändische Baht, die wir an morgen gebrauchen können und waren um 16.00 Uhr wieder auf dem Schiff

 

109. Reisetag - Samstag, 08.04.2017 Phuket/Thailand

Phuket ist nicht nur die bekannte Stadt in Thailand, sondern dieser Name steht auch für die Insel Phuket und die thailändische Provinz Phuket.
Wir machten um 7.00 Uhr an der Pier von Port Ao Makham fest. Bis in die Stadt Phuket sind es 12 Kilometer. Hier im Hafen wurden einige Verkaufszelte aufgestellt, der nächste Ort ist ca. einen Kilometer entfernt.

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Die Landgangsinformationen von Phoenix waren auch nicht sehr erhellend. So war zu lesen, dass sich die Tourist-Info in Phuket-City befinden würde, aber wo genau wurde verschwiegen. Auch gab es diesmal statt eines Stadtplans eine Übersichtskarte von der gesamten Inseln, wenig hilfreich für einen Stadtbummel.
Wenn ich gerade am Meckern bin, auch bei anderen Häfen sind die Karten oft lieblos zusammenkopiert. Mal fehlt die Windrose (Wo ist Norden? Das ist nämlich nicht immer oben), mal fehlt der Maßstab, mal fehlt beides. Das passiert genau dann, wenn man nur einen Ausschnitt eines Stadtplans kopiert und diese elementaren Parameter einer Karte nicht mit auf die Kopie kommen. Dabei ist es ein leichtes im Computerzeitalter, diese Infos dennoch auf das Informationsblatt zu bekommen.

 

Also ließen wir Phuket-City einfach links liegen und fuhren mit 3 anderen Paaren in einem Minibus zum Strand von Kata Beach. Der ausgehandelte Preis betrug für Hin- und Rückfahrt 10 US-Dollar (+ Trinkgeld) pro Person.

Die halbstündige Fahrt führte durch mehrere Ortschaften, so war die Fahrt alles andere als Langweilig.

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Der Strand war in Ordnung und für 200 Baht (ca. 5,40€) mieteten wir zwei liegen und einen Sonnenschirm. Nach 3 Stunden holte uns unser Fahrer wieder alle ab, sodass wir um 14.30 wieder am Schiff waren.

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Obwohl bis zur Abfahrt noch sehr viel Zeit war, nämlich bis zum anderen Morgen um 5 Uhr, blieben wir auf dem Schiff bzw. im Hafen. Natürlich mussten wir uns noch die Verkaufsstände an der Pier ansehen und kauften zwei buntbedruckte ganz leichte Baumwollhosen.
Es gab auch eine kleine Garküche, aber was dort gebrutzelt und gekocht wurde, war für uns wenig attraktiv. Aber viele von der Crew, meist Filipinos, bekamen leuchtende Augen und nutzen sehr intensiv das kulinarische Angebot.

 

Die Gelegenheit, uns ins Nachtleben von Phuket zu stürzen, ließen wir ungenutzt, sondern wir verbrachten den Abend gemütlich auf dem Schiff in Harry’s Bar.
Auf dem Achterdeck trat um 21.00 Uhr eine thailändische Folkloregruppe auf. Als ich mich endlich bequemte ein paar Aufnahmen zu machen, war es schon zu spät. Ein einsetzender tropischer Schauer hatte zum Abbruch der Veranstaltung geführt.

Um 5 Uhr in der Frühe legten wir ab, ohne dass ich irgendwas davon bemerkte, ein Zeichen, dass unsere Kabine in einem sehr ruhigen Teil des Schiffs liegt.

 

110. Reisetag - Sonntag, 09.04.2017 Phi Phi Inseln/Thailand

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Die Artania auf Rede vor der Insel Do Ko Phi Phi Don


Von der Insel Phuket zu den Inseln von Phi Phi Islands (Provinz Krabi) ist es nur ein Katzensprung und so warfen wir um 7.30 Uhr vor Do Ko Phi Phi Don den Anker, denn die Pier ist nur für kleinere Fähr- und Ausflugsboote angelegt, sodass wir dorthin tendern mussten.
Die Phi Phi Inseln im Allgemeinen und die Insel Do Ko Phi Phi Don im Besonderen sind touristische Hochburgen in Thailand.

 

Da wir um 15.00 Uhr schon wieder abfahren sollten, war ab 9.00 Uhr, als die meisten Passagiere mit dem Frühstück fertig waren, der Run auf die Tenderboote groß. Da aber Phoenix hier immer sehr gut ordnet und organisiert, gibt es keine Drängelei, sondern es geht ganz einfach und stressfrei der Reihe nach.
Um 10.00 Uhr waren wir an Land. Es gab unzählige Möglichkeiten mit einem Boot Fahrten zu Nachbarinseln oder schönen Stränden zu machen. Diese Fahrten dauerten aber 3 Stunden und länger, kamen deshalb wegen unserer kurzen Liegezeit (letzter Tender: 14:30 Uhr) für uns nicht in Frage. So auf die letzte Minute zum Schiff zu kommen ist nicht unser Ding.

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Der Strand fest in der Hand von Phoenix.
Meine Phoenix-Tasche habe übrigens mit Geschenkband und farbigen Klebeband gekennzeichnet, damit ich sie besser erkennen kann.

Wenige Gehminuten von der Pier gab es aber einen Strand, zu dem wir uns hinbegaben. Allerdings waren dort schon alle Liegen und Sonnenschirme von Phoenix-Gästen in Beschlag genommen und auch die Schattenplätzen unter Bäumen des schmalen Strands waren bereits Hoheitsgebiet von Inhabern der immer wieder gern genutzten türkisfarbenen Phoenix-Taschen und der blauen Badetücher, die man sich vor dem Besteigen des Tenders aus einer bereitgestellten Kiste nehmen kann.

Dass wir keinen Strandplatz mehr wegen der Phoenix-Invasion fanden, war nicht weiter tragisch, denn dort wo der Sand aufhörte, reihten sich einige einfache Strandbars, wo man an Tischen mit Sonnenschirmen etwas trinken konnte.

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Wenn man im Meer schwamm, schamm man vor einer prächtigen Kulisse

Von unserem Vorhaben auch ein wenig im Meer zu schwimmen, sahen wir allerdings dann doch ab, da sich auf dem Wasser kleine Schaumkrönchen zeigten, zwar kein Beweis, aber immerhin ein Indiz, dass man ungeklärtes Abwasser ins Meer leitet. So betrachteten wir lediglich gemütlich das Strand- und Badetreiben bei einer kühlen Cola

 

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Wegen der Autofreiheit werden Waren, aber auch die Koffer der Ankommenden Gäste mit Handkarren transportiert


Beim Bummel durch die autofreien Gässchen des Ortes mit den Läden, Tattoo- und Massagestudios, Backpacker-Unterkünften, Tourenanbietern für Tauch-, Schnorchel- und Bootstouren und den Restaurants, gab es immer wieder etwas zu entdecken und zu fotografieren.

 

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Erotische Massagen mitten zwischen Imbissbuden und Souvenirläden?
(Übersetzung:Wir werden deine Haut mit unseren Lippen massieren.)

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Denkste! Sogenannter Fisch-Spa wird hier offeriert.
(Übersetzung: Doktor Fisch. Verbessert die Blutzirkulation. Mikro-Massage (Anknabbern). Zahnlose Fische entfernen abgestorbene Hautzellen. Die gesunde Haut wird belassen.)

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Um 14.00 Uhr waren wir wieder auf dem Schiff. Zwar war das Mittagessen schon vorbei, aber man kann sich jederzeit auf die Kabine oder in einer der Bars Hamburger, Hotdogs, Schnitzel, Sandwiches oder einen Salat bringen lassen. Wir entschieden uns für einen Hamburger, die sind hier sehr gut schmecken ausgezeichnet, besser sogar als manches Menü in den Restaurants.

Pünktlich um 15.00 Uhr legten wir ab. Die Artania kreuzte noch ein wenig zwischen einigen Inselchen der Phi Phi Islands, um den Abschied aus Thailand doch noch ein wenig hinauszuzögern und nahm dann Kurs auf Sri Lanka, das wir nach zwei vollen Seetagen erreichen werden.

 

111. Reisetag - Montag, 10.04.2017 Seetag

2 Tage auf See, das gibt mir Zeit, den Rückstand bei den noch fehlenden Berichten etwas zu verkleinern.
Der heutige Bericht fällt sehr kurz aus. Am Vormittag gab es wieder dem maritimen Frühschoppen. Selbiger scheint unweigerlich mit einem Galaabend verknüpft zu sein und zwar mit der Mittelgala. Der Galaabend besteht dann aus dem Galadinner (Bekleidungsvorschlag elegant) und einer Show des Artania-Show-Ensembles in der Atlantic-Show-Lounge.

Beim Galadinner stehen meist folgende Menüs zur Auswahl:

  • ein Fischgericht, bestehend aus Fisch (logisch!) plus einer Riesengarnele
  • irgendetwas vom Rind, z.B. Filet, Steak, od. ähnlichem.

Das Rindfleisch wird im Lido-Selbstbedienungsrestaurant, wo wir immer speisen, an der Essensausgabe englisch, d.h. fast noch lebend, angeboten. Mittlerweile wissen wir aber, dass man sich seine Portion auch noch mal auf einer heißen Platte bis „medium“ oder „well done“ durchbraten lassen kann. Dadurch haben die Galaabende etwas von ihrem Schrecken verloren.

 

112. Reisetag - Dienstag, 11.04.2017 Seetag

Der Nachmittag dieses Seetages wurde dadurch aufgepeppt, dass in der Kopernikusbar französische Crêpes mit Eis angeboten wurden

Für den späteren Nachmittag wurden dann noch die Gäste mit Gold- und Silberstatus zu einem Sektempfang in die Atlantic-Show-Lounge eingeladen. Diesen Status erhält man durch Buchung einer Balkonkabine (Silber) bzw. einer Suite (Gold).
Für Gäste aus der Holzklasse bleibt dann aber immer noch Harry’s Bar, wo sich Doris und ich ein alkoholfreies Weizenbier vor dem Abendessen schmecken ließen.


113. Reisetag - Mittwoch, 12.04.2017 Hambantota/Sri Lanka

Schon früh um 7.00 Uhr machten wir im Hafen von Hambantota fest. Solch einen Hafen hatten wir auf der gesamten Weltreise noch nicht gesehen. Das Hafenbecken ist sehr groß, an den Piers können bestimmt 10 bis 15 Schiffe gleichzeitig festmachen. Aber außer zwei Containerkränen befindet sich auf dem weitflächigen betonierten Hafengelände absolut nichts. Außer uns lagen dort auch keine weiteren Schiffe. Das Ganze sieht nach einer riesigen Fehlinvestition aus.
Da der nächste Ort 10 Kilometer vom Hafen entfernt lag und wir schon am frühen Nachmittag für einen Ausflug antreten mussten, simulieren wir am Vormittag einfach Seetag.

Der gebuchte Ausflug, der um 12.45 Uhr losging, hatte den Titel „Elefanten im Udawalawe-Nationalpark“. Neben uns hatten noch 160 weitere Passagiere die Idee, auf Safari zu gehen. Mit 4 Bussen fuhren wir in einer guten Stunde zum Nationalpark. Wegen des morgigen tamilischen Neujahrsfestes waren die Straßen relativ leer, sonst hätte die Fahrt fast doppelt so lange gedauert.
Der Udawalawe-Nationalpark ist eine Region, die 1972 zum Naturschutzgebiet erklärt wurde.

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Am Anfang war das Chaos

Dort angekommen stiegen wir in Geländewagen um, je 6 Leute in einen Jeep. Allein die Phoenix-Truppe belegte knapp 30 Jeeps. Ob solch ein Auto-Korso die Elefanten nicht verschreckt und wir gar keine zu sehen bekommen? Aber das Gelände bestehend aus offenem Grasland und Wäldern ist mit seinen 30.000 Hektar (=300 km2) und den vielen Pisten groß genug, sodass sich die Fahrzeuge rasch verteilten.

 

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Suchbild! Der Fahrer machte ein sogar Foto, auf dem man das Chamäleon sehen kann. Ich sehe auch hier nichts.

Als unser Jeep das erste Mal anhielt, war zwar kein Elefant zu sehen, aber ein Chamäleon, so behauptete zumindest unser Fahrer. Als er fragte, ob wir es gesehen hätten, antworteten wir wahrheitsgemäß, dass wir trotz genauer Lagebeschreibung nichts sahen. Also wiederholte der geduldige Fahrer, dass es sich am unteren Ende dieses Astes befände und deutete auf den Busch. Wir sahen immer noch nichts, denn Chamäleons passen sich ja farblich ihrer Umgebung an. Der Fahrer erklärte uns nochmals die Lage und wir sahen immer noch nichts. Um aus dieser Endlosschleife herauszukommen, beschlossen wir zu lügen und alle im Jeep riefen: "Oh ja, jetzt sehen wir’s.“. Das war das Zeichen für den Fahrer, den Motor wieder anzulassen und weiterzufahren.
Hoffentlich sind die Elefanten besser zu erkennen.

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Durch das Heckfenster dert Fahrerkabine erklärte uns der Fahrer die Tier- und Planzenwelt

 

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Nach mehreren Stopps bei denen wir etliche Bienenfresser (eine Vogelart), Pfauen, einen Leguan und einen Wasserbüffel zu Gesicht bekamen endeckten wir unseren ersten Elefanten.

 

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Leider lugte nur sein Hinterteil aus dem Gebüsch. Das war aber kein Grund, die Fotoapparate ungenutzt zu lassen, es wurde viel und fleißig fotografiert. Zu Zeiten des 36er-Rollfilms, hätte man es sich bestimmt genauer überlegt, auf den Auslöser zu drücken.
 
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Als das Tier sich dann doch aus dem Gebüsch bequemte und noch ein Junges im Schlepptau hatte, wussten wir, dass sich die Tour schon gelohnt hatte.
Es ist doch etwas anderes ein Tier in freier Wildbahn zu beobachten, als in einem Zoo oder Tierpark.

 

 

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Die Dickhäuter zogen ganz nahe und ruhig an unserem Jeep vorbei, ohne dass sich ein Wasser­graben oder Zaun zwischen dem Beobachter und den Tieren befindet.

 

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Die Bauweise der Jeeps war optimal für eine Fotosafari

Gut 2 Stunden dauerte die Jeep-Safari. Wir bekamen noch etliche Elefanten, teils in kleine Gruppen zu Gesicht. Ber schon allein die Fahrt über die holprigen Pisten war ein Erlebnis. Auf den Plätzen auf der Ladefläche des Jeeps konnte man gut sitzen und vor allem gut sehen. Wir hatten das Glück in der ersten der drei Zweierreihen zu sitzen, sodass wir eine gute Sicht sowohl nach vorn, als auch zu den Seiten hatten.
Wie man sich in dem Gewirr von Wegen und Pisten orientieren kann - ohne Navi und Hinweisschildern oder irgendwelchen markanten Punkten - bleibt mir ein Rätsel. Ein Hoch auf den Orientierungssinn unseres Fahrers. Dieser hat es immer wieder verstanden, so zu fahren, dass man möglichst wenig anderen Fahrzeugen begegnete.

 

 

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Lediglich zum Schuss, an einem See mit dutzenden von Wasserbüffeln (und einem Krokodil) nahm die Verkehrsdichte wieder deutlich zu.

 

Volle Punktzahl für diesen tollen Ausflug! Und das Wetter war auch gut. Es blieb bedeckt, sodass die Temperaturen angenehm waren und man nicht so schwitzen musste. Mehr bleibt nicht zu sagen, ich hoffe die Fotos sprechen für sich.

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Am Abend hatte man das Problem, von den 150 Elefantenfotos wenigsten 100 zu löschen. Das Löschen der Fotos, auf denen nur der Elefantenhintern zu sehen war, bereitete noch keine Probleme. Aber die anderen! Da tat jeder Klick auf das Papierkorbsymbol doch ein klein wenig weh.

In den Bars gibt es kein alkoholfreies Weizenbier mehr, es ist schlicht und ergreifend ausgegangen. Erst in Dubai soll es wieder Nachschub geben. Bei den derzeitigen Temperaturen von 30 Grad im Schatten bei hoher Luftfeuchtigkeit wäre tagsüber der Umstieg auf "richtiges" Weizenbier keine optimale Lösung.

 

 

 

 

 

114. Reisetag - Donnerstag, 13.04.2017 Colombo/Sri Lanka

Um 7.00 Uhr machten wir im Hafen von Colombo fest. Unser Liegeplatz war gut, es waren nur wenige Gehminuten bis zum Hafenausgang. Da hatte es die Queen Mary II, ein 5-Sterneschiff dass hier ebenfalls festgenacht weitaus schlechter, weil sehr weit vom Ausgang entfernt. Normalerweise ist es ja umgekehrt, dass wir nämlich am A… der Welt festmachen. Wir selbst haben 4 Sterne, das behauptet zumindest unser Kreuzfahrdirektor.

Da wir um 14.00 Uhr schon wieder ablegen, durfte man heute nicht allzu lange schlafe. Um 9.00 Uhr hatten wir bereits das Schiff verlassen, für unsere Verhältnisse erstaunlich früh.

Da wir vor vier Jahren auf unserer Kreuzfahrt hier schon einmal 2 Tage gelegen haben und sowohl alle Sehenswürdigkeiten (diverse Tempel, Schlangenbeschwörer und Edelsteinmanufaktur) mit dem Taxi und am zweiten Tag die Innenstadt zu Fuß abgeklappert hatten, konnten wir es heute locker angehen.

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Im Reiseführer wurde die Uferpromenade erwähnt, die nicht allzu weit (ca. 3 Kilometer) vom Hafen entfernt ist. Dorthin wollten wir mit einem Tuk-Tuk fahren. Ein Tuk-Tuk ist eine dreirädrige Motorrikscha, vergleichbar mit einem Kabinenroller; die als Taxen fungieren. Das Geräusch des Zweitaktmotors erklärt den Namen Tuk-Tuk.

 

Nach dem Passieren des Hafenausgangs mangelte es nicht an Angeboten. Vielleicht 40 bis 50 Tuk-Tuks und deren Fahrer warteten auf Fahrgäste, besser bedrängten die potentiellen Fahrgäste und zwar heftig. Ein echter Spießrutenlauf begann, wie es zu erwarten war. Jeder wollte uns eine ein bis zwei-stündige Sightseeing-Tour verkaufen. anfangs für 20 US-$. Der Preis stabilisierte sich 50 Meter weiter auf 10 Dollar.
Von Passagieren, die gerade von einer Tour zurückkamen, erfuhren wir, dass sich am Ende einer Fahrt der Fahrpreis zunächst verdoppelt, weil der Fahrer behauptet, der ausgemachte Betrag ist für eine Person und nicht für die Fahrt mit zwei Personen.
Unser Begehren, nur zur Promenade gefahren zu werden, nahmen die Transportdienstleister zunächst nicht ernst.
Es war mühsam, den Fahrern klar zu machen, dass wir zur nur zur Promenade wollten und sonst nichts, sie wollten uns einfach nicht glauben. Irgendwann war dann doch einem der Fahrer klar, dass wir keine 2-stündige Rundfahrt für 10 Dollar machen sondern dass wir Art und Weise der Fahrt bestimmen. Der Preis tendierte von zunächst 5$ auf schließlich 2$ (unser Angebot). Vom Fahrer ließen wir uns noch einmal explizit versichern, dass dies ein Komplettpreis sei.
Natürlich war die Fahrt immer noch überteuert, denn Einheimische würden hierfür nur ein paar Cent bezahlen, aber das ist schon OK
Der zaghafte Versuch des Fahrers, wir sollten doch eine Rundfahrt machen, scheiterte erwartungsgemäß.
Wegen des heute und morgen stattfinden tamilischen Neujahrsfestes war auch hier wie gestern in Hambantota der Verkehr gering und in wenigen Minuten hatten wir unser Ziel erreicht, das Südende der Promenade am „Galle Face Hotel“, einem Kolonialbau, der zu einem Luxushotel saniert wurde. Wir zahlten den vereinbarten Preis und der Fahrer verabschiedete sich freundlich.

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Die Promenade war eine einzige Enttäuschung, wahrlich kein Schmuckstück, eher trist, viel Beton, wenig Grün. Auch prominierente Einheimische, ein Bild, das wir gerne beobachten, gab es so gut wie keine. Von den vielen Verkaufsbuden waren die meisten geschlossen. War diese Tristesse vielleicht dem Feiertag oder nur der frühen Stunde (es war 10.00 Uhr) geschuldet?

 

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Am Strand planschten ein paar Kinder

Trotzig marschierten wir zurück Richtung Nord, zum anderen, in Hafennähe gelegenen Ende der Promenade. Beim besten Willen gab es nichts zu sehen oder zu erleben.
Einem alten Mann, der uns entgegenkam uns anbettelte, gaben wir ein paar Dollar und einem Apfel, den ich vom Frühstücksbuffet mitgenommen hatte.

 

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Uns fiel noch eine Tafel am Rohbau eines Hochhauses mit der Aufschrift „China Harbor“ auf. Das deckte sich mit der Information der Phoenix Reiseleitung, dass Chinesische Investoren Sri Lanka mächtig unterwegs sind.

 

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Es war heiß, sehr heiß - und schwül.

 

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Auf halben Weg beschlossen wir, lieber zum Hafen zurückzufahren, anstatt zu laufen.

 

An der parallel zur Promenade verlaufenden Straße wollten wir ein Tuk-Tuk anhalten. Wir brauchten aber gar nicht aktiv zu werden, denn als wir noch 100 Meter von der Straße entfernt waren, hielt schon eines an. „We will pay 2 Dollars“ sagten wir fest und bestimmt und der Fahrer war damit einverstanden. So fuhren wir zurück zum Hafen.

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Typischer Anfängerfehler, den wir gemacht hatten, denn der Fahrpreis von 2$ galt natürlich pro Person, meinte zumindest der Fahrer („2$ each!“). Wir hätten besser vorher betonen sollen, am besten drei- bis viermal, dass unser Preisangebot uns beide einschließt. Unsere Erklärung, dass 2$ mehr als genug seien, beeindruckte ihn nur wenig. Erst wurde er laut, dann wurden wir laut und ließen ihn dann einfach stehen und gingen. Damit war der Fall erledigt.

Es stellt sich jetzt die akademische Frage, wer wen betrogen/übervorteilt hat bzw. betrügen/übervorteilen wollte. Ich sehe das mittlerweile so, dass das Verdoppeln des ausgehandelten Fahrpreises bei Ausländern, die ja alle scheinbar im Geld schwimmen, hier eine übliche, aber keineswegs verwerfliche Methode ist, die machmal klappt und manchmal eben nicht.
Das ist keine Frage der Moral, sondern ein in ihren Augen legitimer Versuch, im täglichen Überlebens- und Konkurrenzkampf, einen Goldesel anzuzapfen, den so etwas sowieso nicht schmerzt. Was ist daran verwerflich?
Dies ist mit unseren westlichen Vorstellungen von Fairness, Worthalten und Vertragstreue natürlich nicht ganz einfach in Einklang zu bringen.
Zwei Welten prallen aufeinander - und so entsteht Ärger.

 

115. Reisetag - Freitag, 14.04.2017 Kochi/Indien

Um 9.30 Uhr kam der Lotse an Bord, um den Kapitän bei der Einfahrt in den Hafen zu unterstützen.
Kochi ist eine größerer Stadt mit 600.00 Einwohnern an der westlichen Seite der Südspitze Indiens.
Vor dem Landgang stand diesmal ein sogenannter Facecheck, eine Pass- und Visumkontrolle durch indische Behörden an, die hierzu aufs Schiff kamen. Dieser Check ging zum Glück und entgegen der Befürchtungen der Reiseleitung sehr schnell, sodass wir um 11.30 von Bord gehen konnten.

Viele Mitreisende hatten sich gar kein Visum besorgt, weil die Kosten von 135 Euro pro Stück doch recht happig waren und blieben des halb an Bord.
Unsere Visa Waren um 50% preiswerter, da wir sie nicht über den von Phoenix vorgeschlagenen Dienstleister bezogen hatten, sondern sie uns direkt bei der indischen Botschaft in Frankfurt besorgt hatten.

Wir lagen vor 4 Jahren bereits schon einmal in Kochi, damals sogar für volle zwei Tage, sodass wir die wichtigsten touristischen Stellen schon besucht hatten.
So wollten wir uns diesmal in das Abenteuer stürzen und mit einer Fähre in die Altstadt zu fahren, statt mit einem Tuk-Tuk den 5 Kilometer langen Umweg über eine Brücke zu nehmen; Kochi besteht nämlich aus einer Reihe Inseln und Halbinseln.
Aber zuerst mussten wir uns unseren Weg durch die Tuk-Tuk und Taxifahrer kämpfen, um zu den drei- bis vierhundert Metern entfernten Bootsanlegern zu kommen. Dort war aber nichts, weder Mensch noch Fähre. Ein einzelner Tuk-Tuk-Fahrer, der uns nachgefahren war, erklärte, heute sei ein Hindu-Feiertag und da würden hier und heute die Fähre nicht fahren.
Ihm glauben oder eine noch Weile warten?

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Kurzum, wir machten dann doch eine Tour mit ihm, nicht ohne ihm einzuschärfen, dass er uns zu keinen Geschäften fahren soll, weder Kunsthandwerk, noch Schmuck, noch Teppiche oder hochwertige Textilien.
Der Preis 5$, bei genauerer Nachfrage 5$ pro Person, für mindestens 3 Stunden war in Ordnung. Die Attraktionen, die er mit uns anfahren wollte, waren dieselben wie schon vor vier Jahren, Wäscherei, Franziskaner Kirche, Hindutempel, Gewürzmarkt, chinesische Fischernetze etc.

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Interessanter als die meisten dieser Ziele (man ist irgendwann doch touristisch gesehen satt) war die Fahrt selbst durch kleine Sträßchen, wo es bunt und quirlig zuging.

 

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Eine Reihe dieser Kunstobjekte nahe der Promenade machten auf die Verschmutzung der Meere mit Plastikmüll aufmerksam


Bei einem Stopp an einer Uferpromenade, beschlossen wir, hier etwas herumlaufen wollen. Unser Fahrer konnte solange Pause machen, bis wir wiederkommen.

 

 

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An dem kleinen Strand und der Promenade selbst brodelte das indische Feiertagsleben. Man ging spazieren, die Frauen in ihren farbenprächtigen Saris, kaufte sich frische Früchte an einem der mobilen Verkaufsständen oder ging mit den Füßen ins Wasser und hatte Spaß, wenn eine große Welle mehr als nur die Füße nass machte.

 

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Obwohl das Shirt dieses jungen Mannes ähnich farbig ist wie die Saris der einheimischen Frauen, ist er dennoch eindeutig als Tourist zu erkennen. Woran mag das liegen?

 

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Diese jahrhunderte alte Technik wird auch heute noch eingesetzt

 

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Frischer Fisch für zu Hause ...

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... und leckere Früchte zum gleich hier essen

 

Sowohl am Strand als auch auf der Promenade selbst waren wir die einzigen Touristen. Das änderte sich allerdings nach einigen hundert Metern. Es gab plötzlich Sonnenbrillen und Kühlschrankmagnete zu kaufen, ein untrügliches Zeichen für touristisches Aufkommen. Kein Wunder, wir näherten uns den berühmten chinesischen Fischernetzen, eine aus langen und schweren Holzbalken bestehende Konstruktion, mit denen vom Ufer aus ein großes Netz ins Wasser gesenkt und wieder angehoben werden kann.

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Die Ausflugsbusse von der Artania ließen auch nicht lange auf sich warten und nach einem kurzen Hallo mit einigen Reisebekanntschaften kehrten wir um, zurück zu unserem Tuk-Tuk, nicht ohne zuvor noch einige Fotos von und mit Einheimische zu machen.

 

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Das nächste Ziel sollte ein Spice Market, ein Gewürzmarkt sein. Vor vier Jahren hatte man uns unter diesem Tagesordnungspunkt zu einem kleinen Lädchen gefahren, wo wir dann überteuertes, aber zugegebenermaßen vorzügliches Curry gekauft hatten. Deshalb fragten wir lieber noch mal nach, was uns erwarteten würde und man sicherte uns einen echten Markt mit mehreren Verkaufsständen zu. Daraufhin fuhren wir zu einem Gebäude, wo in früheren Zeiten einmal Ingwer verarbeitet wurde, wie der Tuk-Tuk-Fahrer zu berichten wusste. Den Gewürzmarkt erreichten wir über eine morsche Treppe, die zum Dachboden dieses Gemäuers führte. Dort residierte ein Kaufmann, der viele Sorten Tee, Gewürze und Nüsse in seinem Angebot hatte. Zwar waren hier nicht die zugesicherten verschiedene Stände mit verschiedenen Händlern zu finden, aber doch zumindest drei verschiedene Tische, mit den unterschiedlichsten Sachen.

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Man bot uns verschiedene Tees zum Probieren an und wir entschieden uns für einen der recht scharf, aber dennoch schmackhaft war und wie man uns erklärte, gegen alle möglichen Leiden und Wehwehchen helfen würde. Es handelte sich dabei um ein Kräuterextrakt, bei dem ein Teelöffel für 7 Tassen reichen sollte. Somit würde die in einem Plastikbeutel eingeschweißte Menge für 350 Tassen reichen, wie uns der Verkäufer stolz erklärte.
Schau’n wir mal, ob das alles so stimmt. :-)

Jetzt wollten wir wieder zurück zum Schiff. Bevor wir losfuhren, begann der Fahrer um irgendetwas zu bitten, wovon wir lediglich „nur 5 Minuten“, „Giftshop“ (engl. Geschenkeladen) „etwas zu Essen“ und „Plätzchen für seine Kinder kaufen, weil Feiertag ist“ verstanden hatten. Wegen der Vokabel „Giftshop“ läuteten bei uns sämtliche Alarmglocken.
Da wir vereinbart hatten, keine Rundreise durch die diversen Shops zu machen, bestanden wir auf direkter Fahrt zum Hafen. Ein resigniertes: „OK, OK“ des Fahrers war die Reaktion. Als wir dann doch genau vor dem Eingang eine Geschäfts anhielten, in dem wir damals schon mal mehr oder weniger zwangsweise reingeschickt wurden, mussten wir noch mal unser Veto einlegen.
Am Hafen zahlten wir den vereinbarten Preis plus 5$ Trinkgeld. Aber statt eines erfreuten „Thank you“ wurden weitere 5 Dollar erbeten, allerdings nicht gefordert. Und wieder kamen die Kinder, der Feiertag und die Cookies zur Sprache, wobei er mit Dackelblick, Daumen Zeige- und Mittelfinger zum Mund führte, eine internationale Geste für Hunger.

Das brachte mich auf die Idee, ihm anzubieten, unsere restlichen Vorräte an Betthupferln zu übernehmen. Er war nicht abgeneigt. Ich holte die Schokoladentäfelchen aus unserer Kabine. Auch mit der Flasche Sekt, die ja Alkohol enthält, hatte er keine Probleme und nahm sie entgegen. Ein letzter zaghafter Versuch, damit ich doch noch 5 Dollars herausrücke, blieb erfolglos. Aber ich wurde nicht beschimpft, sondern freundlich per Handschlag verabschiedet.
Resümee: Der Spaziergang am Wasser war super, denn hier gab es dauernd etwas zu sehen oder zu bestaunen und es war einfach nur schön.

Um 17.00 legten wir wieder ab. Wir kamen nochmal an der sehr langen Strandpromenade vorbei, an der wir an Nachmittag zumindest einen kleinen Teil abgeschritten hatten. Sie war schwarz vor Menschen. Und da es mittlerweile schon dämmerte, konnte man an den hellen Displays der Smartphones erkennen, dass unzählige Selfies mit der Artania als Hintergrund angefertigt wurden.

 

116. Reisetag - Samstag, 15.04.2017 Seetag

Am Abend fand die 6. Gästeshow dieser Reise statt, wer will der darf auf die Bühne. Ich wollte weder auf noch vor die Bühne, sondern trank in Harry’s Bar ein Kölsch, denn das "alcfree" Weizen ist ja aus.

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In der Kabine war bereits der Osterhase gewesen und. Mal sehen wem wir die beiden großen Schokohasen übereignen werden.

 

117. Reisetag - Sonntag (Ostersonntag), 16.04.2017 Mumbai (vorm. Bombay)/Indien

Auch in den Restaurants war der Osterhase nicht untätig gewesen. Auf jeden Tisch befand sich ein aus einem Hefezopf geformtes Nest mit allerlei Schokosachen. Außerdem waren überall Nester mit bunten hartgekochten Eiern innerhalb hübscher Dekoration und Osterensembles bereitgestellt, aus denen man sich bedienen konnte. Man hatte sich wirklich Mühe gegeben.

Um 7.00 Uhr machten wir in Mumbai fest und schon bald danach kamen wieder die Behörden an Bord um einen erneuten Facecheck vorzubereiten.
Wir waren diesmal eine der Ersten, die sich kurz nach acht checken ließen, denn wir hatten ja in Mumbai einen Termin.
Bereits von zu Hause aus hatten wir eine private Tour mit Fahrer und Führer gebucht, die am Hafenausgang auf uns warten würden. Und da es egal ist, ob an dieser Tour 1,2,3 oder 4 Leute teilnehmen, hatten wir die Schiffsärztin Dr. Maurer und den 2. Kreuzfahrtdirektor Jörn Hofer eingeladen, mit uns auf Tour zu gehen. Dr. Maurer hatte vor 2 Jahren zusammen mit ihrem Kollegen Dr. Koller auf der Artania Doris‘ gebrochenen Arm wieder zusammengetackert. Dr. Maurer hatte leider Dienst, sodass wir nur zu dritt losmarschierten. Es war wahrscheinlich zum ersten aber auch zum letzten Mal, dass Doris die erste vom ganzen Schiff war, die an Land ging.

Am Hafenausgang stießen wir schnell auf unseren Führer vom Tourenveranstalter „Reality Tours & Travel“ der uns begrüßte und zum Fahrzeug führte. Das Besondere an dieser Tour war, dass sie auch einen längeren Gang durch Dharavi, einen der größten Slums von Bombay, beinhaltete.

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Kricket: Auf der Straße...

Heute am Sonntag spielt halb Mumbai Kricket, gerade da wo Platz ist, z.B. auch in der ruhigen Seitenstraße am Hafen, wo wir unser Fahrzeug bestiegen. Aber auch in öffentlichen Parks und Anlagen wurde jeder Quadratmeter für diesen indischen Nationalsport genutzt, dessen Regeln sich dem Fußball erprobten Zuschauer nicht erschließen.

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... und in Parks

 

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Das Gateway of India


Unseren ersten Stopp legten wir am bekannten Gateway of India ein,eine Art Triumphbogen am Meer am Ende eines großen Platzes.

 

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Das Taj Mahal Palace.
Im Vordergrund: unser Führer, Doris und Jörn Hofer

Hier strömen In- und Ausländische Touristen gleichermaßen hin. Hier lässt man sich von einem der vielen Fotografen ablichten. Einmal mit dem Gateway im Hintergrund und einmal mit dem Taj Mahal Palace, ein Prunkhotel der Luxusklasse, das 1903 eröffnet wurde.

 

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Ein mobiler Drucker von Epson lieferte prima Fotos


Nach dem Fotografieren packt der Fotograf aus seinem Rucksack einen kleinen Drucker raus und druckt die Fotos in einer erstaunlich guten Qualität.

 

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Die prachtvolle Bahnhofshalle

Die nächste Station war der prunkvolle Bahnhof Victoria Station, wo an Werktagen 3 Millionen Menschen „umgeschlagen“ werden. Am heutigen Sonntag war es hier aber sehr ruhig.

 

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Weiter ging es zur nahegelegen riesigen „open air “Wäscherei Dhobi Ghat, wo per Hand in Betonbecken die Wäsche der Hotels und Hospitäler von Mumbai gewaschen wird - auch am heutigen Sonntag.

 

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Die Bahnlinien von der Victoria Station, die durch die Stadt laufen, sind durch Mauern abgegrenzt. An diesen Mauern leben viele Obdachlose, meist unter provisorisch angebrachten Planen untern denen ein wenig Hausrat verstaut ist.

 

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Nächster Stopp: Blumenmarkt.
Wenig Blumen, aber Unmengen von Blüten werden hier gehandelt. Aus den Blüten werden Kränze und Girlanden geflochten, die bei religiösen Zeremonien und Hochzeiten zum Einsatz kommen

 

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Jede einzelene Blüte wird verknotet ...
 

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... und so sieht dann das Endergebnis aus.
(5$ pro Girlande)

 

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Um die leeren Kisten kümmerte sich ein gesondertes Team

Bevor wir unseren Gang durch den Slum Dharavi antraten machten wir Rast in einer kleinen modernen sauberen Cafeteria, um einen Kaffee zu trinken und die Toilette zu benutzen. Die Kaffeepreise dort konnten mit denen am Frankfurter Flughafen durchaus mithalten, aber Kaffee und WC waren OK..

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Blick über die Wellblechdächer von Dharavi

Den Dharavi Slum darf man sich nicht als wilde, illegal errichtete Blechhüttenkolonie am Stadtrand vorstellen. Dharavi war nicht immer ein Slum und ist so alt wie das restliche Mumbai und war ursprünglich eine Fischersiedlung. Mit der Trockenlegung von Wasserflächen, verloren die Fischer ihre Existenzgrundlage. Indische Migranten, meist aus dem Norden, die sich im damaligen Bombay Arbeit und bessere Lebensbedingungen erhofften, oft aber nicht fanden, landen hier, sodass aus der ehemaligen Siedlung ein Slumgebiet wurde. Da Mumbai größer und größer geworden ist, liegt Dharavi jetzt zentral mitten in der Stadt.

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Jede Art von Plastikmüll wird hier zu kleinen Pellets verarbeitet

Heute werden hier große Mengen Plastikmüll gereinigt, geschreddert und eingeschmolzen, allerdings häufig unter gesundheitsschädlichen Arbeitsbedingungen.
Auch haben wir eine Schmelze gesehen, ein kleiner Raum, wo aus Schrott Aluminiumbarren recycelt werden, verbunden mit Rauch und Hitze. Kein schöner Arbeitsplatz.

 

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Dharavi will Edelmarken wie Gucci Konkurrenz machen.

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Sogar einen Factory Outlet gibt es bereits


Auch Lederverarbeitung ist ein wirtschaftliches Standbeinchen. Man versucht zurzeit durch Herstellung exklusiver Lederartikel, wie Taschen und Jacken unter dem Label „Dharavi“ in den Markt zu kommen.

 

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Die Fladen werden getrocknet und sind ein beliebter "Appetizer" (Vorspeise), wie unser Guide zu berichten wusste

Unser Touranbieter REALITY Tour & Travel engagiert sich, um die Bedingen in Dharavi zu verbessern, indem Teile des Gewinns in Bildungsprojekte investiert werden und damit eine gewisse Vertrauensstellung in Dharavi. Auch rekrutieren sich deren Führer, Fahrer und sonstige Beschäftigte aus (ehemaligen) Slumbewohnern.
Vor Betreten des Slums wurden instruiert auf keinen Fall zu fotografieren, damit die Privatsphäre der dort lebenden Menschen geschützt bleibt. Dieses Instruktion ist Teil des sozialen Konzepts von REALITY Tour & Travel .
Als wir schließlich den Slum betraten, wurden wir durch enge (2 Meter breite) und sehr enge Gassen (1 Meter Breite) geführt, schauten in die verschiedenen Werkstädten, in denen auch Maschinen standen, z.B. Schredder, die mehrere Tausend Euro gekostet haben.
Wir klettern über steile Treppen auf ein Dach, um auf ein Meer von Wellblechdächern zu blicken.
Die Wohnungen sind meist um die 25 m2 klein, zwar mit Wasser und Strom, aber in der Regel ohne Toiletten. Es gibt lediglich eine Reihe öffentlicher Toiletten, die die Menschen benutzen können bzw. müssen.

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Rund um die Produktionsstätten hat sich ein Gewirr von kleinen Geschäften und Dienstleistern, wie z.B. Friseure und Büglern gebildet. Hier durfte ich mit der Erlaubnis unseres Führers ein paar „random pictures“, also aus der Hüfte geschossene Zufallsbilder machen.
Die anderen Fotos stammen von REALITY Tour & Travel selbst und sind entweder Downloads von deren Homepage oder von Bildern, die sie auf Flickr zur Verfügung stellen.
Wir hatten erwartet, dass unser Weg durch Dharavi von Gestank begleitet wird. Das war aber nicht der Fall!

 

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Natürlich gab es auch ein Viertel der Töpfer in Dharavi

Die Schätzungen, wie viele Menschen hier, leben schwanken zwischen 350.000 und einer Million. Die jährliche Wirtschaftsleistung liegt bei umgerechnet 750 Millionen bis 1 Milliarde Euro. Das bedeutet pro Kopf ein durchschnittliches Jahreseinkommen zwischen 1000 bis 2000 Euro, also monatlich zwischen 85 und 170 Euro und das bei einer Arbeitszeit von 12 Stunden am Tag bei 6 Tagen in der Woche. Dabei werden die Träger der Säcke mit dem Plastikmüll wahrscheinlich weniger verdienen als die Müllsortierer und die wiederum weniger als die Besitzern der Maschinen, die ja wiederum die Kredite für ihre Anlagen zurückzahlen müssen. So richtig wohlhabend wird hier niemand.

Der Staat mehrere Wohnblocks in der Nähe von Dharavi gebaut, um die Leute zu bewegen dorthin zu ziehen. Sie könnten dort kostenlos wohnen. Aber das Angebot wird nicht angenommen. Die Menschen brauchen, um existieren zu können, die Infrastruktur, die Handwerksbetriebe und die sozialen und geschäftlichen Kontakte, um existieren zu können. Allein in einer schöneren Wohnung haben sie keine Perspektive. Dharavi ist wie ein gigantisches Uhrwerk, unzählige winzige Rädchen greifen irgendwie ineinander und halten das System am laufen.

Nach dem Besuch von Dharavi fragte unser Führer, ob wir irgendwo etwas zu Mittag essen wollten. Das wollten wir lieber nicht. Ich kaufte mir aber an einem Obststand ein paar Minibananen. Die kann man essen, ohne Verdauungsprobleme wegen ungewohntem Essen oder mangelnder Hygiene bei der Zubereitung zu bekommen.

Der Rest des Tages ist schnell erzählt.
Wir wollten am Haus, in dem Mahatma Gandhi eine Zeitlang gelebt und gearbeitet hat und heute ein Museum ist, zumindest kurz anhalten, um ein Foto machen. Als wir gerade einparkten, strömten zwei Busladungen Phoenix-Ausflügler auf das Museum zu. „Gib Gas“ riefen wir unserem Fahrer zu und deshalb fehlt ein Foto in diesem Bericht.

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Der Jain-Tempel und gläubige Besucher


Der Jain-Tempel und ein kleiner Hindutempel lagen auch noch auf der Strecke, aber mit der Zeit wird man doch etwas tempelmüde.

 

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Aber interessant war noch ein besonderes Einfamilienhaus, das uns unser Führer zeigte. Hier wohnt der Besitzer eines großen indischen Mischkonzerns mit seiner Frau und seinen Kindern. Das Gebäude hat 2 Milliarden US-Dollar gekostet, hat geschätzte 20 Stockwerke, mit Kino, Theatersaal und und und … 600 Bediensteten kümmern sich um Haus und Hof.
Ein klassisches Beispiel von Größenwahn und Dekadenz

 

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Es war gerade Mango-Saison


Den Abschluss unserer Tour bildete der Besuch eines Marktes, wo wir noch etwas Curry und Paprika kauften.

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Um halb sechs waren wir auf dem Schiff zurück, doch ziemlich kaputt, aber voller Eindrücke, über die man noch lange nachdachte und grübelte.

 

 

 

 

118. Reisetag - Montag (Ostermontag), 17.04.2017 Seetag

 

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Zum Fototermin gab es auch ein kleines Rahmenprogramm mit Live-Musik und freien Getränken.

Heute am Nachmittag um 15.00 Uhr hatten wir einen Termin, genauer einen Fototermin. Es wurde auf dem Außendeck am Bug der Artania ein Gruppenfoto von allen Passagieren angefertigt, die die gesamte Weltreise mitmachen. Der Fotograf befand sich 3 Decks höher, damit auch alle mit aufs Bild kamen.
Da der Wind recht heftig blies, hatte der Kapitän die Fahrt von 16 auf 4 Knoten gedrosselt, damit es die Frisuren nicht allzu sehr zerfledderte.
Allerdings wurden die anderen Passagiere nicht über das frisurschonende Manöver informiert und machten sich so ihre Gedanken, ob wir nicht einen Maschinenschaden haben.

 

Bereits zum Abendessen war Ostern vorbei, alle Osterdekoration und die Hefezopfnester waren verschwunden. Ich schätze mal, dass es in den 3 Restaurants auf der Artania 200 Tische gibt und damit 200 Hefezopfosternester wahrscheinlich im Müllschlucker das Zeitliche segnen. Und gerade nach dem Besuch in Indien macht einen das sehr nachdenklich.

 

119. Reisetag - Dienstag, 18.04.2017 Seetag

 

Den heutigen Seetag hatte ich gut nutzen können, meine Rückstände bezüglich Blogaktualität ein klein wenig aufzuarbeiten.

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Allerdings musste ich meine Arbeit um 11.30 Uhr für den Stadel Frühschoppen unterbrechen, denn statt Mittagessen im Restaurant wir zogen heute die zum allgemeinen Frohsinn angebotenen Käsekrainer dem Mittagessen im Restaurant vor.

 

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Dieser sechste und damit vorletzte Reiseabschnitt wird in 2 Tagen zu Ende sein und deshalb war für heute der Abschiedsgalaabend angesetzt.
Das Galaabende ein wenig den Schrecken verloren haben, weil wir die Steaks nicht mehr roh essen müssen, sondern vielmehr für uns noch ein wenig nachgegart werden, hatte ich ja bereits irgendwann mal erwähnt.
Die Abschiedsgala ist sogar ein Grund zur Freude, denn dann gibt es immer zum Latenightsnack um 22.30 Uhr „Currywurst in 3 Schärfen“. Dieser direkte Zusammenhang zwischen Abschiedsgala und Currywurst war mir bis dato noch gar nicht aufgefallen. Man kann doch immer noch etwas dazu lernen.
Wird besagter Latenightsnack normalerweise eher sehr Verhalten genutzt, bildete sich heute sogar eine Warteschlange, in die auch ich mich eingereiht hatte. Doris ist da viel standhafter.

Interessant war auch ein Hinweis im Tagesprogramm, für den morgigen Landgang in Khor Fakkan, eine Stadt in den Vereinigten Arabischen Emiraten und zwar im Emirat Schardscha (engl. Sharjah).
Es war zu lesen:

Sharjah gilt als sehr konservativ. Bitte achten Sie auf angemessene Kleidung:
Knie u. Schultern sollten bedeckt sein; auch an öffentl. Stränden ist entsprechende Kleidung vorgeschrieben!

Was ist entsprechende Badebekleidung, insbesondere bei Herren?

 

120. Reisetag - Mittwoch, 19.04.2017 Khor Fakkan/Vereinigte Arabische Emirate(Schardscha)

 

Die Vereinigten Arabischen Emirate (arabisch الإمارات العربية المتحدة), kurz VAE, sind eine Föderation von sieben Emiraten im Südosten der Arabischen Halbinsel in Südwestasien. An der Küste des Persischen Golfes gelegen und mit Zugang zum Golf von Oman, grenzt das Land an Saudi-Arabien und Oman. Es besteht aus den Emiraten Abu Dhabi, Adschman, Dubai, Fudschaira, Ra’s al-Chaima, Schardscha und Umm al-Qaiwain.

Die Hauptstadt der VAE ist Abu Dhabi, als zweitgrößte Stadt des Landes (nach Dubai) auch ein wichtiges Industrie- und Kulturzentrum.

Quelle: Wikipedia

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Auf dem Weg zum Badestrand gab es außer einer kargen Landschaft nicht viel zu sehen

Auf dem heutigen Dienstplan stand „Schwimmen“. Mit zwei weiteren Ehepaaren machten wir uns auf den Weg vom Schiff zum Hafenausgang, um uns dort ein Taxi zu nehmen. Es war schon sehr heiß und der Weg bis zum Hafenausgang betrug bestimmt einen Kilometer, da war man, bepackt mit den Badeutensilien schön ganz schön groggy.
Mit den Taxifahrern wurden wir schnell handelseinig, zu schnell, wie sich noch herausstellen sollte. Für uns 6 Personen brauchten wir 2 Wagen, um uns zu einem Hotel mit Badestrand fahren zu lassen, wobei wir den Preis pro Fahrzeug (mit je 3 Leuten von uns als Fahrgäste) von 25 auf 20 US-Dollar heruntergehandelt hatten.
Ich beobachtete, dass während der Fahrt der Taxameter lief, der, als wir am Ziel ankamen, auf 24 VAE-Dirham (AED) stand, das sind ungefähr 7 US-Dollar. Aber bei unseren Verhandlungen hatten wir nie nach einer Fahrt mit Taxameter gefragt, sondern nur gefragt, was eine Fahrt kosten soll - also selbst Schuld.

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Viel Platz, wenig Trubel - ein hübsches, angenehmes Ressort

Dem Rat des Taxifahrers, den Strandabschnitt neben dem Hotel zu nutzen, weil man da nichts bezahlen muss, folgten wir nicht. Zum einen hatten die Damen keinen Burkini im Gepäck und wir Herren wussten immer noch nicht was „entsprechende Kleidung“ ist, wie von Phoenix angeraten. Und wir wussten, dass an den Hotelstränden die Bekleidungsvorschriften etwas lockerer sind.
Das eigentliche KO-Kriterium für den öffentlichen Strand war aber die Tatsache, dass es dort keinerlei Schatten gab.
Dass wir für die Nutzung der Fazilitäten dieses eher keinen Mittelklassenressorts etwas zahlen mussten, war klar. Aber unsere Hoffnung mit 10 -15 Dollar davonzukommen, zerplatzte jäh, als man uns anbot, für 29 Dollar( ca. 27€) pro Person die Annehmlichkeiten des Hotels zu nutzen. Take ist or leave ist! Also zahlten wir. Dafür wurden gepflegter Strand, Liegen, Sonnenschirme, Handtücher, Umkleidekabinen, Toiletten, Poollandschaft, klimatisierte Lobby, WiFi etc. geboten.
Der Frage, ob man uns für die Rückfahrt Taxen besorgen könne, wurde zwar verneint, aber man würde uns mit Hoteleigenen Fahrzeigen zum Schiff zurückbringen - für 17 $ pro PKW.
Als wir nach ca. 5 Stunden wieder zurück zum Schiff wollten, waren die am Vormittag erwähnten PKWs leider, leider nicht verfügbar. Aber kein Problem, es gab ja noch den hoteleigenen Minibus, der uns als 6er-Gruppe für 60 $ zurückbringen würde. Wir konnten die Sache noch auf 50 $ reduzieren. Aber da war ja die Hinfahrt mit 2x20$ beinahe noch ein Schnäppchen.

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Ach ja, neben der Preisgestaltung und Preisentwicklung der hiesigen Transport­dienst­leister könnte ich ja noch über den Strandaufenthalt selbst ein paar Worte verlieren.
Es war sehr schön, das Wasser sauber, die Brandung friedlich, die Liegen bequem. Die Badebekleidung der Hotelgäste war sehr unterschiedlich, zumindest bei den Damen. Die ausländischen Badegästinnen trugen wie gewohnt Badeanzug oder Bikini, während die einheimischen Frauen wirklich von Kopf bis Fuß vollständig in schwarzes Tuch gehüllt waren (einschließlich Kopftuch oder Kapuze), während deren Göttergatten badehosentechnisch von den sittenlosen Ausländern nicht zu unterscheiden waren.

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121. Reisetag - Donnerstag, 20.04.2017 Dubai/Vereinigte Arabische Emirate

 

Dubai ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats.
Um die Stadt vom Emirat Dubai zu unterscheiden spricht man auch von Dubai-City. Hier in Dubai-City leben 2,3 Millionen Menschen, das sind 85% der Bewohner des Emirats Dubai.

  • Mit einem der Ehepaare (Anne und Wolfgang), mit denen wir gestern auch Schwimmen waren, wollten wir heute eine Sightseeing-Tour machen. Noch im Hafenterminal wurden wir auch angesprochen und nach dem üblichen Gefeilsche wurde folgendes vereinbart.
  • Preis 200 $
  • Fahrzeug: Klimatisierter Minivan
  • Sightseeing: 5 Stunden, dann Ausstieg (Drop Off) an der Dubai Shopping Mall
  • Abholung an der Dubai Shopping Mall um 19.00 Uhr und Rücktransport zum Hafen

 

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Dubai im Dunst

Unser Verhandlungspartner war nicht der Fahrer. Der kam jetzt hinzu und brachte uns zum Fahrzeug und es ging los
Wir fuhren zunächst ewig auf einer mehrspurigen Straße, wobei sich kilometerweit links und rechts medizinische Zentren und Spezialkliniken abwechselten.
Die vor uns liegende imposante Skyline war kaum zu sehen, da sie vollkommen im Dunst lag, der sich laut unseres Fahrers ab 15.00 Uhr auflösen sollte.

 

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Erster Fotostopp an der Moschee

Der erste Halt war nur ein kurzer Fotostopp um irgendeine Moschee abzulichten, um dann zu einer der vielen Shopping Malls zu fahren. Diese entpuppte sich als ein mondänes Kaufhaus, dessen diverse Auslagen, ein Sammelsurium von Kleidung, Schmuck, Uhren und sonstigen Edel-Nippes uns wenig interessierte. Ein Angestellter im Kaftan führte uns herum, ließ uns aber ansonsten in Ruhe. Fotografieren war nicht erlaubt. Man befürchtete, dass Bilder ins Internet geladen werden und diese dann von Fälschern als Vorlage für Plagiate genutzt würden, so zumindest die Begründung, als ich nachfragte.

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... und einmal mit Vordergrund

Nächster Halt am Jumeirah Public Beach, ein Strand ohne jeden Schatten. Außerdem war heute die rote Schwimmverbotsflagge gehisst. Aber wir wollten hier ja auch nicht baden, sondern von hier konnte man das Burj al Arab (deutsch: „Turm der Araber) gut sehen und fotografieren Es ist eines der gigantomanischen Wahrzeichen der Stadt, eines der luxuriösesten und teuersten Hotels der Welt, 321 Meter hoch.

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Das berühmte Hotel einmal ohne ...

 

Und weil dieses Gebäude so berühmt ist, fuhren wir noch ein paar Blocks weiter, um es von einer anderen Seite und Perspektive nochmals fotografieren zu können.

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Da man die Bahn nicht auf offener Strecke fotografieren konnte, hier ein Bild aus dem Internet
Quelle: http://thedubaitram.com

Unser Fahrer schlug vor, dass wir mit der „Monorail“ nach Atlantis fahren könnten. Denn nur auf der Zugstrecke würde man ganz ausgezeichnet die künstlich in Palmenform aufgeschütteten Inseln, Palm Islands, sehen. Die Fahrt mit der Bahn kostete allerdings umgerechnet 8$ pro Person, erläuterte uns der Fahrer. Ich war zwar der Einzige, der sich dieses Arrangement von Inseln gerne ansehen wollte, aber die anderen taten mir den gefallen und stimmten ebenfalls zu. Also fuhren wir zur Monorailstation „Gateway“, wo unser Fahrer die Tickets besorgte. Wir trabten zum „Bahnsteig“ während der Fahrer schon zur Zielstation „Atlantis Aquaventure“ fuhr, um uns dort wieder einzufangen.
Die Fahrt auf der Trasse führte zwischen fertigen teuer aussehenden Hotels und riesigen Baustellen vorbei und wir erreichten Atlantis, ohne irgendwie die Palmenformation gesehen zu haben.

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Das Hotel "Atlantis The Palm"

Hier hatte man eine prima Sicht auf das „Atlantis The Palm“, ein weiterer Hotelkomplex der Superlative mit 22 Etagen und 1200 Zimmern, aber die aus Inseln bestehende Palmenformation war auch von hier nicht zu erkennen.
Wir machten unsere Fotos und begaben uns Richtung Ausgang. Da irgendwo tief in unseren Inneren der Wurm des Misstrauens nagte, fragten wir an einem Ticketschalter, was denn eigentlich unsere Karten von Getway nach Atlantis gekostet haben. Klare Antwort: „ 10 AEDs“, das sind 2,50$, also nicht ganz die 8 Dollar, die uns der Fahrer genannt hatte. Wir beschlossen, diesen „Irrtum“ unseres Fahrers erst am Ende der Tour zur Sprache zu bringen, weil das sicher Wortschwall und Ärger mit sich bringen würde.

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So ungefähr wollte ich das Ensemble sehen. Dass solch ein Panorama nur von einem Helikopter aus zu sehen ist, dafür konnte nun unser Fahrer wirklich nichts.
Bildquelle: Internet

Unser Fahrer empfing und freudestrahlend am Ausgang und frage ob es uns gefallen hätte („You are happy?“). Blöd, wenn man nicht das bekommen hat, was man erwartet hatte, deshalb war unsere Happiness ein wenig zurückhaltend. Noch blöder war, dass der Fahrer jetzt gleich die 4x8$ für die Tickets kassieren wollte. So mussten wir ihn jetzt schon auf seinen „Irrtum“ hinweisen. Wir zahlten ihm die 4x10 AEDs in Landeswährung aus, nachdem es jetzt auch noch Diskussionen über den Wechselkurs und den korrekten Rechenweg gab, der beim Ermitteln des Dollarbetrags, ausgehend von 40 AED, angewendet werden muss. Die Stimmung hatte erheblich nachgelassen.
Unser Fahrer machte natürlich weiter seinen Job und schlug vor, uns zu einem Souvenirladen zu fahren. Warum auch nicht. Der Laden entpuppte sich als Schmuck- und Teppichgeschäft, während wir mehr an Kühlschrankmagnete, Baseballkappen und T-Shirts gedacht hatten.

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Am Dubai Creek. Stilvolle Dhaus, aber keinerlei Atmosphäre an der Promenade selbst.

Jetzt wollten wir die Sache selbst in die Hand nehmen und forderten, er solle uns eine schöne Stelle am Dubai Creek fahren, den Fluss, an dem sich auch der alte Teil von Dubai befindet. Gegebenenfalls wäre doch die Grand Mosque (große Moschee) am Ufer des Dubai Creek ein möglicher Haltepunkt.
Doch unserer Fahrer war anderer Meinung. Zum einen wäre die Grand Mosque gar nicht in Dubai, sondern in Abu Dhabi und er würde uns jetzt noch zum Zabeel Palace fahren und dann wäre es 13.00 Uhr und er lässt uns dann an der Dubai Mall raus und holt uns um sieben Uhr wieder ab.
Dass ihm Doris die Grand Mosque mehrmals auf dem Stadtplan (von Dubai) zeigte, war kein sehr stichhaltiges Argument. Er bestand drauf, dass die große Moschee nur in Abu Dhabi zu finden sei.

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Der nächste Streitpunkt war, dass er uns um 13 Uhr schon loswerden wollte, obwohl wir bis 14.30 vereinbart hatten, das hatten wir sogar schriftlich. Zwar nicht in der Form „von: 9.30 Uhr bis 14.30 Uhr Sightseeing“, sondern leider nur in der Form „5 Stunden Sightseeing. Startzeit: 9.30 Uhr“. Das gab wieder Gelegenheit, lange zu diskutieren, wie man das denn rechnen muss, um den korrekten Endzeitpunkt zu erhalten.

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Geld und Energie spielen hier keine Rolle. Selbst die vielen Bushaltestellen sind klimatisiert.

Nachdem das dann aber doch geklärt war, fuhr er uns missmutig zum Dubai Creek. Hier lagen zwar einige Dhaus, also diese speziellen Holzschiffe am Ufer, aber es waren hier so gut wie keine Menschen auf der Promenade. Irgendwie war es hier langweilig. Wir fragten, ob man nicht in das historische Viertel Bastakiya gehen könne, das müsste doch irgendwo in der Nähe sein. Davon hatte er angeblich noch nie gehört.

 

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Der Zabeel Palace. Auch wenn wir nur bis auf 300 Meter herankamen, es gibt ja einen Zoom an der Kamera.

Wir gaben auf und sagten, er solle uns bei der Dubai Mall absetzen. Aber er hatte sich jetzt in den Kopf gesetzt, uns noch zum Zabeel Palace zu fahren, obwohl wir das eigentlich gar nicht mehr wollten. Das haben wir zwar auch deutlich artikuliert, genutzt hat es uns wenig.
An den Palast kam man gar nicht ganz heran, man musste gebührend Abstand halten und rein kam man schon gar nicht, schließlich residiert und administriert hier die königliche Familie.
Wie hier in den Emiraten Politik gemacht und regiert wird, konnte ich auch mit Hilfe des Internets auf die Schnelle nicht herausfinden. Die Begriffe Emir, Scheich und königliche Familie purzeln hier munter durcheinander. Nur dass die Macht vererbt wird, ist eine gesicherte Erkenntnis. Man braucht sich also erst gar nicht als Emir zu bewerben oder versuchen, sich vom Volk zum Selben wählen zu lassen.

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Kunst im Kaufhaus

Um viertel nach zwei setzte uns unser Fahrer an der Dubai Mall ab, ohne dass wir uns weiter um die noch fehlende Viertelstunde kümmerten, wir waren des Diskutierens müde.
Die Dubai Mall ist ein Einkaufszentrum, natürlich wieder eines der Superlative. Mit 350.000 Quadratmetern und 1200 Geschäften ist es eines der größten der Welt, Kunsteisbahn mit Olympia- und Eishockeymaßen inklusive.

 

So eine Mall hat natürlich auch einen „Food Court“, also eine Aneinanderreihung von diversen „Futterstellen“. Italienisch, griechisch, Thai, arabisch, türkisch, libanesisch, Burger King und und und, es gab nichts, was es nicht gab. Wir aßen eine richtig gute Pizza.

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So gestärkt schlenderten wir durch die Geschäfte. Alle 1200 haben wir allerdings in der uns verbliebenen Zeit nicht mehr geschafft.

 

Vor der Mall befindet sich eine weitere Attraktion, die Dubai Fontain.

Die Show mit 6000 Lichtern und Farbprojektoren der bis zu 275 Meter aufschießenden Wasserfontänen am Burbj Lake sollten sie keineswegs verpassen.

So war es im Phoenix-Reiseführer zu lesen. Ab 18.00 Uhr findet das Spektakel jede halbe Stunde statt

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Einem Geheimtipp folgend, suchten wir ein Restaurant in der Mall auf, von dessen Terrasse im zweiten oder dritten Stock man eine gute Sicht auf die Wasserspiele hat. Wir hatten Glück und bekamen dort einen Platz. Punkt 18.00 Uhr ging es los. Da es noch hell war, spritzten die Fontänen zu einem klassischen Musikstück noch ohne Illumination. Das Spektakulum dauerte knapp 5 Minuten. Beim nächsten Akt legten die Fontänen zu fetziger Musik noch einen Zahn zu, dynamischer und höher, aber immer noch unbeleuchtet, denn es war ja auch immer noch hell. Beim nächsten Mal sollten wir vielleicht erst kommen, wenn es bereits dunkel ist.

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Jetzt mussten wir aber zum vereinbarten Platz kommen, wo uns unser Fahrer auch pünktlich abholte und zum Hafen zurückfuhr.

 

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Irgendwie waren wir von Dubai enttäuscht. Das lag natürlich einerseits an der etwas verkorksten Sightseeing-Tour, zum anderen stößt uns dieser allgegenwärtige protzige Gigantismus auf Dauer doch eher ab.

 

Heute war wieder eine Reiseetappe zu Ende gegangen und eine neue, leider die letzte, hat begonnen. „Arabische Emirate & Oman bis nach Venedig“, so lautet der Titel.
Wir waren jetzt nur noch 650 Passagiere an Bord, was sehr angenehm ist. Phoenix sieht das wahrscheinlich weniger positiv.

 

122. Reisetag - Freitag, 21.04.2017 Dubai/Vereinigte Arabische Emirate

 

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Heute am zweiten Tag unseres Aufenthaltes in Dubai wollten wir erst gar nicht mehr von Bord gehen. Aber dieser Plan stammte von gestern Abend, nach der Tour der etwas anderen Art. Aber was stört uns unser Geschwätz von gestern.

 

Gegen 10.00 Uhr sollte uns Taxi zum Naif Souk fahren, einem Markt für Elektronik-Krimskrams.

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Ähnlich wie in Deutschland sind hier die Taxi-Tarife ganz klar geregnelt


Dass die Grundgebühr bei einem Taxi, das man im Hafen besteigt mit 20 AED (ca. 5$) viermal höher ist, als wenn man eines irgendwo in der Stadt besteigt (nämlich nur 5 AED) ist normal und ist nicht auf die kreative Tarifgestaltung einzelner Taxler zurückzuführen.

 

Unser Taxifahrer machte uns aber darauf Aufmerksam, dass heute Freitag sei, der „Sonntag“ in der islamischen Welt und der Markt erst gegen 12.00 Uhr öffnen würde.

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Die Abras sind sehr einfache, aber äußerst zweckmäßige Boote. Wegen der fehlenden Reling geht das Ein- und Aussteigen sehr flott.(auf alle Fälle schneller als beim Tendern)


Ein Blick auf den Stadtplan und wir entschieden spontan, dass er uns zur Abra-Station „Al Ghubaiba“ fahren möge. Abras sind kleine, einfache Fährboote, die zwischen den Ufern des Dubai Creek verkehren. (siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Abra_(Bootstyp))

 

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Die bunten Girlanden waren ein echter Blickfang. Neugierig geworden betraten wir über die Treppe den Laden und haben prompt eine Kleinigkeit gekauft.

Am Zielangekommen, stellten wir erfreut fest, dass unsere Wahl gut war. Hier herrschte quirliges Leben und der „Old Souk“ war nur wenige Meter von der Fährstation entfernt.
Den Souk nahmen wir sofort in Angriff und haben fast nichts gekauft. Lediglich in einem Lädchen für hinduistische Devotionalien, vergleichbar mit einem Andenkenladen in Lourdes, erstanden wir eine Figur, die auf einer Feder sitzt und die man am Armaturenbrett eines Autos befestigen kann. Somit wird nach Ende der Reise unser Wackel-Elvis im Auto Gesellschaft bekommen.

Bei unserem folgenden Spaziergang am Ufer der Dubai Creek kamen wir auch an der Grand Mosque, der großen Mosche vorbei und ich bin ganz sicher, dass entgegen der gestrigen Aussage unseres Fahrers, wir uns noch nicht in Abu Dhabi befanden.

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Das historische Viertel Al Bastakiya,


Auch das unserem gestrigen Fahrer absolut unbekannte historisches Viertel „Al Bastakiya“ fanden wir problemlos.
Dieses Viertel ist mittlerweile ein Museums- und Künstlerdorf. Die Häuser sind renoviert und verputzt und machen eigentlich keinen historischen, sondern eher neuzeitlichen Eindruck. Aber wegen des heutigen Freitags sind die meisten Einrichtungen geschlossen.

 

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In einem kleinen Hof entdeckten wir ein Lädchen vor dem 2 Tischen aufgestellt waren und wo man einen Kaffee bekommen konnten. Eine willkommene Gelegenheit bei der Hitze mal eine Pause einzulegen.

 

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Ein bisschen Kunst war trotz des Freitags in Al Bastakiya zu finden

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Und Liebe war schon immer ein Thema für Künstler
 

 

So gestärkt wanderten wir zurück zur Fährstation, um für einen VAE-Dirham (ca. 20 Cent) überzusetzen. Unzählige dieser Schiffchen legten pausenlos an und ab

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Nachdem alle Passagiere ausgestiegen sind, kann man das "Steuerhaus" gut einsehen

Der Schiffsführer, der von der Mitte des kleinen Bootes selbiges steuert, übernimmt auch das Inkasso. Die Leute, die weiter weg von diesem Steuermann ihren Platz haben, übergeben das Fahrgeld einfach an ihren Sitznachbarn, der es seinerseits weiterreicht, bis es beim Kassier angekommen ist. Eventuelles Wechselgeld kommt auf gleichem Weg zurück. Erstaunlich wie gut, schnell und zuverlässig dieser Zahlungsvorgang funktioniert./p>

 

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Mit ca. 20 Passagieren ist das Boot voll und nach kurzer Fahrzeit ist man ein paar hundert Meter versetzt am anderen Ufer angekommen.

 
Dort braucht man nur eine Straße zu überqueren und befindet sich in einem weiteren Souk, dem Spice Souk, wo man sich auf Gewürze spezialisiert hat.

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Neben den mehr oder weniger bekannten Gewürzen sieht man so allerlei Unbekanntes und Fremdes. Man schnuppert, schaut und staunt.
Auf Nachfrage unterrichtete man uns sehr freundlich, dass zum Beispiel die seltsamen gelblichen Stangen aus Schwefel bestehen. Damit kann man sich einreiben, um so Hautallergien zu bekämpfen. Oder dass es sich bei den seltsamen tischtennisballgroßen blauen kugeligen Gebilden um Indigo handelt, womit man bei Waschen die Farbe von Jeans auffrischen kann.
Wir kauften 10 Muskatnüsse, noch in der Schale (so bleiben sie länger frisch) und ein Tütchen mit Ingwerpulver. Die Preisverhandlungen erfolgten in einer ruhigen, freundlichen und friedlichen Atmosphäre.

 

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Im Viertel rund um den Spice Souk waren die Geschäfte geschlossen. Mehr zufällig stolperten wir über den Gold Souk. Hier waren nur etwa ein Viertel der Schmuckläden geöffnet. Das waren, bezogen auf unser Kaufinteresse eigentlich immer noch zu viele, aber der Gesamteindruck, wenn alle Geschäfte offen und alle Rollläden vor den Schaufenstern hochgezogen wären, wäre sicherlich um etliches prunkvoller gewesen.

 

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An einem normalen Werktag würde es hier mehr glänzen und glitzern

Aber trotz der Schilder, die versicherten, dass es heute bis zu 70% Rabatt gäbe, lockte man uns in keines der Geschäfte, sondern wir begnügten uns mit dem Betrachten der Auslagen im Schaufenster und waren mit dem Gold Souk relativ rasch durch.

 

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Mit dem Fährbötchen wechselten wir wieder zum gegenüberliegenden Ufer, wo wir ein Restaurant fanden, dessen hölzerne Terrasse direkt am Ufer lag und sogar noch ein Stück in den Fluss ragte. Hier bekamen wir einen Logenplatz direkt an der Brüstung, tranken einen Limetten-Pfefferminzsaft und genossen lange das geschäftige Treiben auf dem Fluss. Die Fährboote fuhren, wie aufgereiht an einer Perlenschnur hin und her, ab und zu passierte eine Dhau die Szenerie.

 

Für den Rückweg ein Taxi zu entdecken und herbeizuwinken war auch kein Problem.
So kamen wir wohlbehalten und sehr zufrieden wieder auf unserer Artania an.

Gestern wurden 70 Tonnen Lebensmittel geladen. Hurra, alkoholfreies Weizenbier war auch dabei, und befundet sich seit heute wieder im Ausschank befand. Wir erfuhren von diesem glücklichen Umstand, weil uns der Barmanager 2 Flaschen davon auf Kosten des Hauses auf unsere Kabine geschickt hatte.

Um 21.15 Uhr mussten wir wieder (zum 7. Mal) an der obligatorischen Rettungsübung teilnehmen und um 23.00 Uhr legten wir ab.

 

123. Reisetag - Samstag, 22.04.2017 Abu Dhabi/Vereinigte Arabische Emirate

 

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Wolkenkratzensemble gegenüber dem Emirates Palace Hotel

Um 7.30 Uhr machten wir nach nur 90 Seemeilen(166 Km) in Abu Dhabi fest. Abu Dhabi ist die Hauptstadt des gleichnamigen Emirats, hat 650.00 Einwohner, also nur ein Viertel der Einwohner von Dubai. Trotzdem steht es in Bezug auf Prunk, Hochhäuser und gezeigtem Reichtum gegenüber dem Nachbaremirat in nichts nach.

Da wir gestern so problemlos Taxi gefahren sind, wollten wir diese Art der Erkundung eines Reiseziels wiederholen.

Gegen 9:45 Uhr verlassen wir über die Gangway die Artania, begeben uns ins Passagierterminal, lassen unsere Rucksäcke durchleuchten, ignorieren die Tourenanbieter und gelangen durch den Ausgang zu den regulären Taxen.

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Wir wollen erst einmal zum Emirates Palace, ein luxuriöses Hotel, das man gesehen haben muss, sagt zumindest der Reiseführer und die emiraterfahrenen Mitreisenden. Danach? Schau’n wir mal!

 

Bei den Taxen fängt uns sofort ein sogenannter „Dispatcher“ ab. Das ist einer, der die Fahrgäste den einzelnen Fahrzeugen zuordnet.
Leider wollte besagter Dispatcher uns nicht die gewünschte Fahrt zum Emirates Palace Hotel vermitteln, sondern eine mehrstündige Tour verkaufen. Eine einfache Fahrt von A nach B war angeblich nicht möglich.
Also lassen wir die Nervensäge links liegen und gehen selbst zu einem Taxi. Aber auch hier lehnt man unser Ansinnen kategorisch ab, mit der Begründung, man stehe seit 6.00 Uhr hier und da lohnt sich so eine kleine Fahrt nicht. Das ist durchaus verständlich, aber bei allem Verständnis wollen wir doch selbstbestimmt unseren Tagesablauf planen und durchführen.
Deshalb fahren wir erstmal mit dem kostenlosen Shuttlebus bis zum ca. 2 Kilometer entfernten Hafenausgang und fischen dort ein Taxi aus dem laufenden Verkehr. An der Einfahrt zum Hotelgelände werden wir von einem Sicherheitsmann in Augenschein genommen, für gut befunden und durch gewunken und fahren noch gut 200 bis 300 Meter, bis wir vor dem Hoteleingang stehen.
Wir zahlen den Preis laut Taxameter (ca. 7 $).

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Die Uhr über dem Hoteleingang war selbstverständlich von Rolex


Ein livrierter Bediensteter des Hotels öffnet die Fahrzeugtüre und wir schreiten unbehelligt ins Foyer.

 

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Am Vormittag waren hier nur ganz vereinzelt Touristen, wie wir, anzutreffen.

Hier wurde nicht gekleckert, sondern geklotzt. Weit ausladende Hallen und Gänge und überall Marmor deuten an, dass hier die Übernachtung mehr als 60€ kostet.
Der gemeine Tourist darf natürlich nicht überall hin. Die meisten Teile des riesigen Komplexes, wie zum Beispiel auch der Garten- und Strandbereich, sind den Hotelgästen vorbehalten und darauf wird durch höfliche, gut gekleidete
Sicherheitsleute geachtet.

 

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An der Hotelbar nahm jeder noch einen ganz gewöhnlichen Drink, Limonensaft bzw. Cola. Wir hätten uns auch einen Cappuccino bestellen können, der wird hier noch zusätzlich mit Blattgold bestreut. Ganz so versnobt waren wir dann aber doch nicht.

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Durch das Fenster konnten wir wenigsten einen Blick auf den Park der Hotelanlage werfen

 

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Wir lustwandeln noch eine Zeitlang durch das edle Gemäuer, benutzen die äußerst noblen „Restrooms“ (Toiletten) ...

 

 

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... und surften in einer Sitzecke ein wenig im kostenlosen WLAN.

 

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Und siehe da, durch Zufall bemerke ich die unangenehmen Seiten der Emirate, die uns ja mit dem ganzen Prunk und Protz ein modernes Märchen von Tausendundeiner Nacht vorgaukeln wollen. Als ich nämlich aus der Übersicht von „Google News“ eine Fußballmeldung anklicke, wird mir der Zugang zur angewählten Seite verweigert. Jetzt erst bemerke ich, dass die Meldung auf der Homepage von www.bild.de stand. Um der Sache auf den Grund zu gehen, rufe ich die Homepage der Bildzeitung auf und wieder wird der Zugang blockiert.
Ich glaube, das nennt man schlicht und ergreifend Zensur, in meinen Augen eine ganz üble Sache. Wo es keine Pressefreiheit gibt, ist Willkür und Unrecht nicht weit, da nutzen auch keine goldenen Wasserhähne auf dem Klo.

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Wir liefen durch den großzügig angelegten Vorplatz (Wasserspiele, Marmor) des Hotels bis zur Einfahrt und nehmen eines der Taxen, die mittlerweile scheinbar im Sekundentakt Hotelgäste und schaulustige Touristen wie uns vor den Hoteleingang gekarrt haben und nun leer irgendwohin zurückfahren wollen.
Als wir heute früh angekommen waren, waren nur ganz wenige Leute auf Besichtigungstour im Emirates Palace. Jetzt zur Mittagszeit, strömten die Massen.

Wir wollten nun zur „Großen Moschee“, genauer der Sheikh Zayed Mosque, die sich laut Stadtplan gar nicht so weit vom Emirates Palace befindet und uns als absolut sehenswert empfohlen wurde.
Der Taxifahrer war sehr nett und erklärte uns während der Fahrt, was wir gerade sehen bzw. wo wir gerade vorbeifahren. So erklärte er, dass das Grundstück, an dem wir gerade vorbeifuhren mit den Wohnhäusern bzw. Wohnpalästen der herrschenden Familie (Sultans oder Emirs oder was auch immer) gehöre. Dieses Anwesen zog sich über ein bis zwei Kilometer hin. Unser Fahrer erklärte Stolz, dass der herrschende Sultan noch 18 Brüder hätte. Auf Doris‘ Frage, wieviel Schwestern es gäbe und mit wie vielen Frauen Papa Sultan denn diese ganze Mischpoke gezeugt hätte, konnte er nur mit geschätzten Zahlen rüberkommen. Frauen sind halt eher bedeutungslos.
Mit der Zeit wurden wir jetzt langsam unruhig, denn er fuhr und fuhr und fuhr und zwar ganz anders, als wir zumindest ganz grob nach dem Stadtplan hätten fahren müssen.
Und da unser Vertrauen in die Taxi-Innung schon einige Risse bekommen hatte, unterstellten wir dem Fahrer böse Absichten. Die Konstellation Große Moschee und Taxi ging ja schon in Dubai nicht gut. Doris zeigte ihm auf der Karte die Moschee, wo wir hin wollten. Der Fahrer aber meinte, das sei nicht die „Große Moschee“, denn die liege ca. 20 Kilometer im Westen der Stadt.
Die Diskrepanz zwischen unserer Ortskenntnis und der des Fahrers klärte sich nach geraumer Zeit wie folgt:
Die Moschee, die auf Stadtplan als Piktogramm eingezeichnet war, war gar keine Moschee, sondern ein Basar, der sich „Grand Store“ nennt. Genau unterhalb dieses Piktogramm ist eine Straße eingezeichnet, die sich „Zayed The First St.“ nennt. Wir hatten also die Worte „Grand“ (engl.: groß) und „Zayed The First“ gesehen und daraus „Sheikk Zayed Mosque“ geformt.
Also: Guter Taxifahrer, aber doofer Tourist!
Die lange Fahrt war zwar nicht sonderlich teuer (45 AED = 12 $), ließ aber unseren kleinen Vorrat an Emiraten-Talern arg schmelzen.

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Donnerwetter, die Moschee war tatsächlich „grand“.
Da wir jetzt schon mal da waren, wollte ich auch zumindest auch die Plätze und Säulengänge besichtigen. Dazu musste man aber zunächst durch eine Sicherheitskontrolle - Männer und Frauen getrennt, das war nicht weiter schlimm.

 

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Jetzt musste sich Doris allerdings in ein für sie viel zu großes wallendes Gewand mit Kapuze hüllen, was sie nur mit großem Missbehagen über sich ergehen ließ. Nicht unbedingt das Gewand an sich, sondern die Tatsache, dass nur Frauen diesen Mummenschanz vollführen müssen, diese Willkür des männlichen Diktats, erregte ihren Unmut. Und nur mir zuliebe und unter Protest stimmte sie der Verkleidung zu. Ich selbst durfte mich so wie ich war, mit meinem touristischen Outfit auf das Moscheegelände begeben.

 

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Der große Platz im Zentrum der Moschee ist eingefasst von prunkvollen Säulengängen

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Die Moschee bietet Platz für 40.000 Menschen
 

 

Nach der Besichtigung bestiegen wir ein Taxi, die hier reichlich und ohne Dispatcher auf Kundschaft warteten.
Wir kamen mit dem Fahrer, ein Albaner, ins Gespräch. Er zeigte sich empört über die Taxifahrer am Hafen, die uns nicht fahren wollte, Er selbst hätte dort auch 3 Stunden erfolglos gestanden und hätte dann aufgegeben. „So sei das in dem Geschäft eben“ meinte er.
Er fuhr uns direkt bis vor das Hafenterminal. Als es ans Zahlen ging, reichten unsere arabischen Taler nicht mehr ganz, es fehlte genau ein Dirham (ca. 0,20 €). Aber der gute Mann meinte, das wäre auch so in Ordnung. Klar, dass er ein Trinkgeld bekommen hat und zwar in US-Dollars.

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Um 18.00 Uhr hieß es „Adios Vereinigte Arabische Emirate“ mit dem neuen Ziel Oman.

 

124. Reisetag - Sonntag, 23.04.2017 Khasab/Oman

 

Bis 1970 war das Sultanat Oman ein unterentwickeltes, rückwärtsgewandtes Land, weil der Sultan ein erzkonservativer Mann war. Der Sohn dieses Sultans hat es irgendwie geschafft, den Alten nach England abzuschieben und hat sich selbst auf den Thron gesetzt. Er schaffte in den letzten 4 Jahrzehnten ein modernes Oman, in dem er Schulen, Krankenhäuser bauen ließ und eine moderne Verwaltung installierte. Fehlendes Know How beschaffte er, in dem er hochqualifizierte ausländische Fachkräfte ins Land holte und diese nach und nach durch inzwischen gut ausgebildete Omanis ersetzen lies. Er installierte ein Sozialsystem, wie Rente, Arbeitslosengeld etc. Es gibt auch ein Parlament, das aber nur beratende Funktion hat, entscheiden tut der Sultan. Wohl und Wehe des Landes hängen also ausschließlich von den Dekreten des Sultans ab. Bis jetzt ist das einigermaßen gut gelaufen, aber wehe der Sultan wird irre oder bösartig oder geistesgestört. Was der Sultan, der kinderlos ist, allerdings bisher vergessen hat, ist eine Nachfolgeregelung zu schaffen. Er ist jetzt 74 und so viel mir bekannt ist, leben auch Sultane nicht ewig. Oman sollte also schleunigst den Wechsel von der absoluten Monarchie zur konstitutionellen Monarchie vollziehen.

Quelle: Reiseblog 2013 von Peter Hölzer
(https://hoe2013a.wordpress.com/2013/05/08/oman-2/)

 

Früh morgens um 7.00 Uhr hatten wir in unserem ersten Hafen im Oman festgemacht. Der 18.000 Einwohner zählende Ort Khasab selbst ist einige Kilometer entfernt. In der Landgangsbeschreibung von Phoenix war nicht viel herauszulesen, was uns dort eigentlich erwartet.
Es stand ein kostenloser Shuttlebusbus, den wir auch nutzen wollten. Wir saßen schon im Bus und warteten auf die Abfahrt, als ein Omani einstieg und für eine Fahrt mit einer Dhau warb. Reflexartig lehnte ich erst einmal ab, aber er hielt uns, ohne die anderen Fahrgäste weiter zu beachten, die auch abgelehnt hatten, eine Karte mit der Fahrtroute unter die Nase, erzählte etwas von Kaffee, Tee und Delfinbeobachtung und weckte tatsächlich unser Interesse. Warum eigentlich nicht? Spontan entschieden wir uns, die Dhaufahrt mitzumachen. Aber warum hatte der „Vertriebsbeauftragte“ genau uns im Visier? Hatten wir schon gleich von Beginn an ein Flackern in den Augen, von dem wir selbst noch nichts wussten und er hat es erkannt? Wie dem auch sei, wir stiegen aus dem Bus wieder aus und gingen zu einem nahgelegen Anleger. Man hatte uns einen Zettel mitgegeben auf dem Stand handschriftlich 50€, der Preis für uns beide zusammen und der Name des „Vertriebsmannes“.

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Vor dem Einstieg saß an einem Tisch der Kassierer. Erst jetzt kam uns in den Sinn, dass wir gar keine Euros einstecken hatten, sondern nur Dollars. Wir zeigten ihm kurz den Zettel und legten 50$ auf den Tisch und das wurde ohne Murren akzeptiert und erhielten sogar eine Quittung.
Wir schon öfter erlebt, dass zwischen Dollar und Euro kein Unterschied gemacht wird, also der Wechselkurs mit 1:1 angenommen wird, obwohl der Dollar tatsächlich nur 90 Euro-Cent wert ist. Das lässt sich so halt leichter rechnen und wer mit Euro bezahlt, bezahlt eben 10% mehr, was bei Bagatellkäufen, wie z.B. Kühlschrankmagneten, auch unerheblich ist.

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Eine Dhau ist eigentlich ein spezieller hölzerner Segelschifftyp, aber die modernen Dhaus haben aussch ließlich einen Motor und keine Segel mehr.
Die Aufbauten unserer Dhau waren sehr einfach, aber urig gemütlich. Man saß auf dem Boden auf Teppichen und Polstern. Ein Sonnendach aus Segeltuch spendete ausreichend Schatten. Das Publikum war international, knapp 20 Leute und nur 2 weitere Phoenix-Leute waren an Bord. Und wer war das wohl von den Phoenix-Mitreisenden? Anne und Wolfgang, die waren nach einem Kurzaufenthalt aus Khasab mit dem Shuttle zurückgekehrt und wurden ebenfalls erfolgreich geworben, ebenfalls für 50$. Handeln sei zwecklos gewesen, wie sie uns erzählten.

 

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Die Fahrt führte an schroffen Felslandschaften vorbei in diverse Buchten.

 

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Es wurde Obst, Kaffee, Tee, kandierte Datteln und Kaltgetränke gereicht.

 

Der Aussagen unseres Werbers „playing with dolphines“ (Spielen mit Delphinen) hatte ich keinen großen Glauben geschenkt. Wir hatten in der Vergangenheit auf anderen Reisen schon etliche Bootsfahrten gemacht, wo man uns Walbeobachtungen versprochen hatte und wir außer ein paar Wasservögeln nichts weiter zu sehen bekamen. Es ist ja allgemein bekannt, dass Walversprechungen in der Regel nicht eingehalten werden. Und wieso sollte es bei Delfinen anders sein?

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Aber diesmal hatten wir Glück. Eine Gruppe Delfine schwamm und sprang neben dem Boot her, ein tolles Erlebnis. Zwar spielten nicht wir mit den Delfinen, sondern sie mit unserer Bugwelle, aber wir waren mehr als zufrieden.

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Es hielt natürlich kaum noch jemanden auf seinem Sitz

 

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In einer weiteren Bucht ankerten wir und es gab die Gelegenheit zum Schwimmen und Schnorcheln. Aber da wir wegen unserer Spontanbuchung keine Badesachen dabei hatten, blieben wir an Bord.

 

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Auf der Rückfahrt kamen wir ins Gespräch mit einer jungen Frau, die, wie sich herausstellte aus Wien stammt und in Dubai arbeitet. Sie konnte uns viel über ihre Arbeit, das Leben, den Alltag und die Besonderheiten in diesem exotischen Land berichten. Das war mit Sicherheit Interessanter und Unterhaltsamer als das, was man von Reiseführer bei Ausflugsfahrten erzählt bekommt.

Die vier Stunden auf der Dhau sind wie im Flug vergangen.

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Reger Tauschhandel an Zoll und Steuer vorbei

Vor der Abfahrt der Artania um 15.00 Uhr konnten wir noch von der Reling aus dem Treiben der iranischen Schmuggler im Hafen zuschauen. Diese kommen mit kleinen Booten beladen mit Schafen und Ziegen nach einer eineinhalbstündiger Überfahrt aus dem nahegelegen Iran und tauschen die Tiere gegen Elektronik und Zigaretten. Das Ganze wird unter den Augen der omanischen Polizei geduldet, praktisch ein kleiner Grenzverkehr ohne gesetzliche Grundlage.

 

125. Reisetag - Montag, 24.04.2017 Muscat/Oman

 

Muscat (andere Schreibweise: Maskat) ist die 30.000 Einwohner zählende Hauptstadt des Omans.
Für heute hatten wir bereits vor Tagen bei Phoenix einen Ausflug gebucht. Man glaubt es kaum - eine Fahrt mit einer Dhau.
Zwar ist unsere letzte Dhaufahrt noch nicht allzu lange her, aber wir wollten die heutige Fahrt trotzdem nicht stornieren, obwohl, wie wir seit meiner damaligen Stornierung für Kuala Lumpur wissen, dass die Stornogebühren in der Regel nicht sehr hoch sind.
So traten wir also um 9.00 Uhr unseren Ausflug an. Ich kann ja das Ganze unter dem Motto verarbeiten:

„Dhaufahrt gestern und heute - eine vergleichende Analyse“ :-)

Mit einem kurzen Bustransfer von 15 Minuten erreichten wir den Anleger und bestiegen mit gut 30 Leuten das Schiff.
Es gab im Gegensatz zu gestern ein zusätzliches Oberdeck, einen klimatisierten Raum mit Bänken und Tischen und Einrichtungen für ein Catering. Im Außenbereich saß man nicht auf Polstern, sondern auf richtigen Bänken. Alles war ein wenig gediegener und komfortabler, dafür etwas weniger urig.

 

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Während der Fahrt wurden wir mit Tee, Kaffee, Kaltgetränken, sowie kandierten Datteln versorgt, also ähnlicher Service wie gestern.

Baden und Delfine waren nicht vorgesehen, folglich wurde auch nicht gebadet und Delfine kamen deshalb auch keine vorbei.

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Zu sehen gab es diesmal nicht nur Landschaft, sondern am Ufer sah man auch den Sultanspalast, Hotels und Ortschaften und nicht zuletzt den Hafen, wo unsere Artania lag.

 

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Auf dem Berg eines der Wahrzeichen von Muscat - Ein überdimensionaler Weihrauchkessel

Alles in allem war auch diese Fahrt sehr schön, aber die gestrige war noch etwas schöner.

 

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Negativ anzumerken ist leider die Lustlosigkeit der Phoenix-Ausflugsbegleitung. Deren Aufgabe war es unter anderem gewesen, die englischen Ausführungen des örtlichen Reiseleiters zu übersetzen.
Wir haben z.B. mitbekommen, dass dieser ihr die Sicherheitsvorrichtungen des Schiffs (z.B. wo sind die Schwimmwesten) erklärte, informierte wo die Toiletten versteckt waren, wo man sich auf dem Schiff bewegen darf und wo nicht und noch so einiges mehr. Er sprach zu ihr mehrere Minuten. Im letzten Satz erwähnte er, dass man linker Hand einen weiteren Palast des Sultans sehen würde.
Und genau diesen letzten Satz hat sie uns in Deutsch verkündet und hat alles andere komplett unter den Tisch fallen lassen.

Nach der Fahrt mit der Dhau brachte uns unser Bus noch zum nahe beim Hafen gelegenen Souk, wo wir eine Stunde frei rumlaufen durften, bis wir dann vom Bus zum Hafen zurückgebracht wurden.

Da es wieder mal sehr heiß war, verbrachten wir den Nachmittag mit Faulenzen und sahen von weiteren Erkundungen in Muscat ab.
Um 18.00 Uhr legte die Artania ab.

 

126. Reisetag - Dienstag, 25.04.2017 Seetag

 

Ich arbeite fleißig weiter am Blog. Sonst keine besonderen Vorkommnisse!
Das gibt mir die Gelegenheit, über eine kuriose Sitte beim Frühstück zu berichten.

Dabei gelingt es uns nämlich fast nie, unseren Teller vom Buffet zu unserem Tisch zu tragen. Irgendwo lauert uns immer ein Kellner auf, reißt uns den Teller aus der Hand und trägt ihn zu unserem Tisch und man selbst trabt hinterher.
Wenn man meint, man hätte es doch einmal geschafft, alleine den Teller zu transportieren, weil es bis zum Tisch nur noch ein knapper Meter ist, hat man sich schwer getäuscht. Schwupp ist man seinen Teller wieder los. Nur trabt man diesmal nicht hinter dem Kellner her, denn zwischen Stuhl und Gast gar kein Platz mehr für den eifrigen Dienstleister.

Es gibt zwei Möglichkeiten, die Kellner auszutricksen.

1. Man geht direkt auf den Kellner zu, täuscht links an und geht rechts vorbei.

2. Ich verabrede mit Doris, dass wir an verschiedenen Buffetabschnitten etwas holen und dann gleichzeitig auf unseren Tisch zusteuern. Mit etwas Glück schafft es dann einer von uns beiden.

 

127. Reisetag - Dienstag, 26.04.2017 Salalah/Oman

 

Das Sultanat Oman ist dafür bekannt, dass hier aus Baumharzen Weihrauch hergestellt wird und Salalah gilt als Hochburg des Weihrauchs.
Allerdings werden wir keines dieser Räucherharze erwerben, weil wir damit zu Hause schon vor einigen Jahren einmal erfolgreich unsere Wohnzimmerdecke geschwärzt hatten.

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Das Gebiet im und um den Hafen war nicht sehr ansprechend

Um 11.30 Uhr haben wir im Containerhafen festgemacht. Bis Salalah sind es 22 Kilometer. Da zwischen 13.00 und 16.00 Uhr die meisten Geschäfte geschlossen sind und überhaupt in dieser Zeit wegen der Hitze das Leben fast zum Erliegen kommt, sahen wir von einer Fahrt dorthin ab, zumal wir um 18.00 Uhr schon wieder ablegen sollten.

DEn Transfer zum nahegelegen Hilton Ressort für 45€ pro Person (einschl. „Eintritt“ ins Ressort plus Willkommensdrink), der von Phoenix angeboten wurde, nahmen wir ebenfalls nicht wahr. Vor vier Jahren waren wir mit der MS AMADEA schon einmal hier und nutzen das Transferangebot. Das Ressort war ganz OK, aber der Strand inakzeptabel (siehe auch: Reiseblog 2013 - Oman).

In der Nähe des Hafenausgang (10 Minuten Fußweg) sollte es einen Strand geben. Allerdings wurden gab Reiseleitung dringende Warnhinweise, wegen starker Unterströmungen dort nicht zu schwimmen.

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Es wurde noch einmal auf die gefährliche Strömung hingewiesen

Zum Hafenausgang fuhr und ein kleiner Shuttlebus. Die am Ausgang wartenden Taxifahrer waren nicht aufdringlich. Im Gegenteil, sie zeigten uns die Richtung zu besagtem Strand, meinten jedoch, es sei besser mit Ihnen nach Salalah zu fahren, da der Strand nur winzig sei.
Und so war es auch.

 

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Nach einem Spaziergang bei brütender Hitze durch eine trostlose Gegend kamen wir an eine hübsche Bucht, die wirklich sehr übersichtlich war. Zumindest konnte man ein wenig durch das klare Wasser waten.

 

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Baden verboten!

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Die "Geier" warten schon

 

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Trotz enger omanisch-deutscher Zusammenarbeit bekamen wir den Wagen nicht frei

Am Strand stand ein verwaister Geländewagen, der sich im Sand festgefahren hatte. Aber nach einiger Zeit kam der Besitzer mit zwei Helfern, um zu versuchen, den Wagen wieder flott zu bekommen. Aber ohne Schaufeln, nur mit den Händen ein wenig grabend, war das Projekt zum Scheitern verurteilt. Mit jedem Versuch frei zu kommen, grub sich der Wagen tiefer in den Sand ein. Man kam schließlich zu der Erkenntnis, dass man das Fahrzeug irgendwie herausziehen müsste. Wie das Unternehmen schließlich ausgegangen ist, kann ich leider nicht berichten, denn wir begaben uns wieder Richtung Hafenaus- bzw. Eingang.

 

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Unterwegs mussten wir noch ein Foto mit einem uns begegnenden Omani machen und damit war unser Landgang auch schon zu Ende.

 

Der Versuch, uns am Pool der Artania ein wenig zu erfrischen, war bei knapp 30 Grad Wassertemperatur nur mäßig erfolgreich.

Pünktlich um 18.00 Uhr verließen wir unseren letzten Hafen im Oman und nahmen Kurs auf unser nächstes Ziel, Hurghada in Ägypten. Vor uns lagen 4 volle Seetage.

 

128. Reisetag - Donnerstag, 27.04.2017 Seetag

 

Wir befanden uns in einer „High Risk Area“, ein Fahrgebiet, in dem es in der Vergangenheit etliche Angriffe und Schiffsentführungen durch somalische Piraten vom Horn von Afrika gegeben hat.
Wir befuhren einen besonders durch Marine besonders gesicherten Korridor im Konvoi mit einigen anderen Schiffen. Kriegsschiffe bekamen wir keine zu Gesicht und auch vom den anderen Schiffen des Konvois sahen wir lediglich von einigen nur nachts die Lichter. Die Abstände waren demnach doch beträchtlich.
Zusätzlich wurde back- und steuerbord an der Reling je eine Wache aufgestellt. Außerdem wurden wir angewiesen, im Falle eines Piratenalarms mit der Schwimmweste die Kabine zu verlassen und sich auf dem Gang davor einzufinden.

Um die Spannung vorwegzunehmen, es ist nichts passiert. Es fanden in den letzten Monaten keine Übergriffe mehr statt. Das Geschäft ist mittlerweile zu riskant geworden.

 

129. Reisetag - Freitag, 28.04.2017 Seetag

 

Auch an diesem Seetag bot das Tagesprogramm allerlei Kurzweil. Um 11.15 Uhr fiel wieder mal der Startschuss für die Bordolympiade. Vier Mannschaften (Crew-Team, Phoenix-Team, Offizier-Team, Passagier-Team) kämpften um Punkte.
Man kann sich diesen Wettbewerb aus einem Zwischending von „Spiel ohne Grenzen“ (falls sich noch jemand an diese Sendung erinnert) und einem Kindergeburtstag (Sackhüpfen, Eierlaufen,..) vorstellen.
Wer gewonnen hat, kann ich leider nicht sagen, denn ich musste wieder mal wegen Rückstand bei der Blogarbeit nachsitzen.

Vor dem Mittagessen schwammen wir noch ein halbes Stündchen im Artania Pool.

Der Kaffeestunde, die heute unter dem Motto „Alles Schokolade“ stand, blieb ich lieber fern, sonst hätte ich heute nach dem Abendessen kein Eis mehr essen dürfen - Doris und ich passen ein wenig aufeinander auf.

 

130. Reisetag - Samstag, 29.04.2017 Seetag

 

Heute ist wieder mal ein Galaabend - die Mittelgala dieses Reiseabschnitts.
Da ich mich ja bereits genügend über Galaabende im Allgemeinen und Besonderen ausgelassen habe, erzähle ich jetzt lieber von einer netten Unsinnigkeit im Lido-Restaurant
Hier bekommt nicht jeder wie im Artania-restaurant beim Frühstück seinen Teller zum Tisch getragen, den zur Mittags- und Abendzeit sind die Kellner doch sehr gut mit Abräumen, Getränke Nachschenken etc. ausgelastet, während sich im Artania-Restaurant die Kellner beim Frühstück eher langweilen, weil der Großteil der Passagiere im Lido weilt.

Wenn man Platz nun im Lido zum Mittag- oder Abendessen einen Platz gefunden und sich gesetzt hat, wartet man, dass man die Getränkebestellung aufgegeben hat und der Kellner den einfachen Rot- oder Weißwein, einen Apfelsaft oder das Wasser (still) gebracht hat. Andere Getränke werden eher wenig getrunken, denn die muss man extra bezahlen. Die Getränkelieferung wartet man am besten erst ab, denn damit ist signalisiert: „Der Platz ist nun belegt.“. Jetzt könnte man eigentlich zum Buffet schreiten, aber zunächst muss man seine riesengroße Serviette wieder vom Schoß nehmen und etwas platzsparender wieder zusammenlegen und auf den Tisch zurücklegen. Denn mit der Getränkelieferung legt einem der Kellner die Serviette liebevoll auf den Schoß.

Eine Geste, die in den anderen beide Restaurants im Schiff, wo man seine Speisen serviert bekommt, durchaus seine Berechtigung hat.
Die meist philippinischen Kellner machen das, weil man sie so angewiesen hat, aber von der oberen Heeresleitung hat anscheinend noch niemand bemerkt, dass dieser Service im Lido eher sinnentleert ist.
Aber andererseits haben wir jedes Mal Spaß an dieser Zeremonie.

 

Der Blogger

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Peter Hölzer (*23.12.1953) ist der Blogger

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Ein interessanter und kurzweiliger Blog. Vielen Dank für die persönliche Schilderung - wir haben gerne alles verfolgt. Die Schilderungen sind sehr lebendig und der kreuzfahrtbegeisterte Leser fühlt sich fast schon dabei auf der Reise.
Den Reiseabschnitt "Havanna-Panama-Lima" haben wir auch mit gemacht. Bei Ihrer kommenden Reise sind wir auf dem Abschnitt "Colombo-Singapore-Hong...

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